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#1

Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 15.03.2015 20:51
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Hallo Fomis,
ich möchte hier in Kurzform von unserer kleinen Reise im Februar 2015 berichten.
Wie der Titel vermittelt fuhren wir in der Regenzeit durch Namibia. Ziel war es auch einige Ecken aufzusuchen die wir schon lange nicht mehr besuchten oder uns noch völlig unbekannt waren.
Es galt also die weissen Flecken auf der Namibialandkarte mit Erinnerungen zu füllen.

Wie fast immer starteten wir von Frankfurt mit der Air-Namibia in einem bequemen Direktflug in die Hauptstadt von Namibia, Windhoek.
Da Stress nicht unser Ding ist verweilten wir einige Tage auf der Airportfarm der Familie Trümper.
Wir hatten so Zeit unser Auto aufzufrischen mit Lebensmitteln, Getränken und Kraftstoff das wir alles am Montagnachmittag erledigten. Der Vorteil am Montagnachmittag einzukaufen ist eindeutig darin zu suchen das die Supermärkte ganz frische Waren erhalten. So konnten wir Salatgurken in der Grösse kaufen die sonst nur die Früchte der Leberwurstbäume besitzen, ok etwas übertrieben.
Auch die Fleischtheken waren gut bestückt mit Wildfleischspezialitäten und das Gerangel mit anderen Touristen um das letzte Stück blieb aus, da die meisten Touristen am Samstag eintreffen
und die Supermärkte zu Umsatzspitzen treiben.

Wir genossen auch die Tage um mit Janet und Uwe Trümper einen kleinen Imbiss auf der Heinitzburg einzunehmen. Wir sind jedes Mal von neuem Angetan von der Lage dieses Restaurants über den Dächern von Windhoek bei Sonnenuntergang. Nach einem kleinen Sundowner genossen wir die einfachen Speisen wie Carpaccio vom Wild, Gemüsesuppe, Filet vom Eland mit allerlei Trennkost dekoriert. Das Dessert hätte durchaus den Namen „Hauptgang“ verdient.
So lassen sich Ferien durchaus angehen…







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zuletzt bearbeitet 15.03.2015 21:19 | nach oben springen

#2

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 17.03.2015 11:00
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Nun sind wir schon drei Tage in Namibia während der Regenzeit, und noch immer kein Regen.

Wir beschliessen, spontan, die erste Etappe unter die Räder zu nehmen und fuhren über Windhuk nach „gross Barmen“.

Gross Barmen, liegt etwas nördlich von Windhoek und wir erreichten die dortige heisse Quelle, beziehungsweise das Thermalbad nach zwei Stunden.

Wir sehen schon von weitem einen supergossen Klotz aus Beton, ein Attribut an den Neubau.
In den letzten Jahren hat NWR (Namibia Wildlife Ressort) dass in die Jahre gekommen Bad tüchtig saniert oder ganz erneuert.



Wir denken uns ein wenig Luxus leisten zu können und fahren durch ein bewachtes Tor zur Rezeption.
Wir werden freudig empfangen, als wären wir seit Jahren die ersten Besucher.

Im klimatisierten Raum der Rezeption stehen fast leere Kühlregale mit einem dürftigen Angebot,
vorwiegen Getränkedosen, einsam in einem kahlen aber grossen Raum.

Es hätte auch eine Campsite gehabt, die aussen am Komplex liegt.
Jedoch wollten wir uns den Luxus gönnen die Anlage zu nutzen mit Angeboten wie Thermal- oder Dampfbad, Sauna oder Massagen.

Diese Angebote sind für Häuschen-Mieter grosszügiger weise gratis.
Wir mieten spontan ein Häuschen der niedrigen Preiskategorie dessen Preis sich pro Person rechnet.
Der Preis war jedoch so hoch das wir den Saunabesuch lieber gegen einen Besuch beim Psychiater getauscht hätten.
Wir kamen erst nach ein paar Schockminuten aus unserer Starre heraus die uns sofort ergriff als wir den Preis erfuhren.



Nun ja, für dieses Geld hätte man eine Woche auf den Kanaren all inklusive Urlaub machen können.
Hier reichte es gerade mal für eine „Selbstversorgerhütte“ für zwei Nächte.
Immer hin war das Dampfbad umsonst – wo wir dann später „dampfablassen“ konnten pfffffffffffff.

Wir bezogen dann ein sehr neues und gepflegtes Häuschen im Bungalowstil,
mit geräumigen Zimmern und gepflegtem Garten der auch eine Feuerstelle besass.



Das wir aber gerne ein anderes Häuschen haben wollten, konnte der junge Mann an der Rezeption nicht nachvollziehen.
Ich denke es war auch etwas gar unverschämt von uns den fehlenden Kühlschrank und Kochstelle zu reklamieren.



Insgeheim hofften wir darauf die Nummer „Eins“ zu bekommen.
Das hatte nämlich ein privates „Jakusi“ oder wie die Dinger heissen, denn jetzt hätte ich langsam mein Gemüt abkühlen müssen.

OK, es war nicht die Nummer eins, wäre wohl in der Preiskategorie „unbezahlbar“ gelandet,
sondern ein ähnliches wie zuvor aber mit Kühlschrank, Mikrowelle und…

Die Häuschen sind durchaus modern und hell eingerichtet, auch TV war vorhanden.
Dessen Funktionstüchtigkeit wir aber nicht überprüften, da kein Bedarf an Medienunterhaltung vorhanden war.

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Badezimmer wirklich sehr elegant und modern.
Es muss ja nicht immer eine „pseudoafrikanische Innenausstattung“ sein mit Flohmarkt Utensilien.



Wir gönnten uns eine Runde schwimmen am wirklich schönen Aussenpool der Anlage
und verbrachten den Nachmittag jede Minute zu geniessen um das Verhältnis Kosten – Luxus etwas in Einklang zu bringen.



Das sich auf der Anlage befindliche Restaurant besuchte wir gegen den Abend.
Die Speisekarte war sehr übersichtlich und es befand sich folgendes auf deren Seiten.

„Today, Dinner – Buffet“

Nach dem die Speiseauswahl relativ schnell erledigt war bestellte wir beide erstaunlicherweise das Selbe.
Ich denke der Küchenchef war froh das wir uns einigen konnten.

Das Essen selbst aus den Terrinen war aber trotz Übersichtlichkeit des „dargebotenen“ lecker.
Vorspeise – zwei Hauptgänge und Dessert, wir hauten üppig rein um die Kosten etwas herauszuschlagen.

Danach zurück ins Häuschen um für den Preis noch etwas Sonnenuntergang zu geniessen, dies bei angefachter Feuerschale.
Wir blieben bis lange in die Nacht vor dem Feuer sitzen um etwas Rentabilität in diesen Aufenthalt zu bekommen.



Aufwachen, frühstücken und die Gratisangebote nutzen, das war unser Plan für den nächsten Tag.
Das Frühstück, nicht im Preis inbegriffen, war ein Buffet das ein paar Leckereien anbot,
die ich mir trotz fortschreitender Altersvergesslichkeit alle auswendig merken konnte.



Das Badeangebot war umsonst, jedoch nicht so vielfältig um einen ganzen Vormittag damit zu füllen.
Die Masseuse hatte gerade ihren Freitag und die Suna war kalt weil die Heizkosten für die spärlichen Besucher wohl zu hoch waren.



Die heisse Quelle in der Badehalle war hingegen herrlich und die Wärme umsonst!
Auch das Dampfbad dampfte und das Abkühlbecken war knapp davor sich mit einer Eisschicht zu bedecken.



Den Rest des Tages verbrachten wir mit Ausspannen im Garten des Häuschen.
Auch benutzen wir die Zeit um uns auf die reichhaltige Auswahl im Restaurant vorzubereiten

„Today Dinner – Buffet“

Die Anlage ist wirklich sehr schön gemacht, aber ob sich der Preis lohnt sei jedem selbst überlassen.
Ich überlegte mir auf jeden Fall ob ich nach der Rückkehr nach Europa vielleicht Anspruch auf Sozialrente hätte.


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zuletzt bearbeitet 17.03.2015 17:55 | nach oben springen

#3

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 17.03.2015 13:02
von africafan (gelöscht)
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Hallo & danke für die Infos betreffs Gross Barmen.
Mich interessiert die heisse Quelle auch. Da ich bald wieder auf Reise bin, möchte ich mir das Thermalbad auch leisten.
Meine Frage : Wie teuer ist denn der Eintritt ins Bad & oder kann ich den Eintritt zusammen mit der Campsite bezahlen. Ich bin mit DZ unterwegs & möchte "nur" Camper die Anlage benützen.
Hatte mich ein bisschen schlau gemacht bei NWR, aber es gibt nur wenige sinnvolle Infos über Camping & Quelle/Eintritt ins Bad.
Ich bin Selbstversorgen, also Diner & Buffet fallen bei mir weg.

Wär sehr dankbar, wenn ich hier Infos bekommen, welche mir da weiterhelfen.

Gruss & danke Africafan


zuletzt bearbeitet 17.03.2015 13:04 | nach oben springen

#4

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 17.03.2015 13:29
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

@africafan so die Campsite bezw. die Ablution-Block sahen von weiten sehr neu aus.
Ich denke es hat auch direkten Anschluss zum Staubecken.

Der Preis für die Campsite ist auch sehr bescheiden, denke in Erinnerung zu haben 150-180N$ p.P. Nacht
Der Tageseintritt zum Thermalbad, Pool, Sauna... Restaurant ist, ohne Gewähr, um die 400 N$ p.P.

Die Campsite so wie den Tageseintritt bezahl man an der Rezeption im innern der Anlage, gerade nach der Einfahrt

Ich persönlich würde die Campsite bevorzugen, dass wir in die Anlage gegangen sind
um zu übernachten war eher ein Bauchentscheid - um mal zu gucken was Sache ist.

Klar, wenn 1500N$ p.P./Nacht keine Ausgabe darstellen ist es auch schön drinnen.
Ich persönlich bin der Meinung das Preis/Leistung sich doch sehr annähern sollten.

Gruss Kurt


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zuletzt bearbeitet 17.03.2015 13:34 | nach oben springen

#5

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 26.03.2015 11:50
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Auf nach Madisa,

nach dem wir bis jetzt noch keinen Regen hatten beschlossen wir weiter gegen Norden zu fahren.

Wir fuhren Richtung Madisa, Madisa klingt wie eine Insel in de Pazifikregion.
Madisa ist zwar keine Südseeinsel aber eine Insel der Erholung in der kargen Landschaft des Damaraland.

Eigentlich wussten wir gar nicht das wir nach Madisa wollten, wir waren ohne grossen Plan unterwegs
und liessen uns einfach vorwärts treiben in einer schönen Landschaft.

Der Sonnenstand war unsere Uhr.
Spätestens wenn die Sonne eine Handbreit über dem Horizont des Abendhimmel stand suchten wir uns eine Unterkunft.

Die Sonne neigte sich langsam gegen den Horizont, schwülwarme Luft drang durch das offene Fahrzeugfenster in das Führerhaus.
Ich bewunderte die Staubfahne im Rückspiegel, die unser Auto wie einen Vorhang hinter sich herzog.
Genau in diesem Moment sah ich genau in diesem Rückspiegel ein Schild das mit Piktogrammen auf eine Unterkunft hinwies.

Ich trete etwas gar heftig auf die Bremsen so das sich unser eigen Staubfahne daran machte uns zu überholen.
Das Gesicht von Heidi verriet mir dass dieses Fahrmanöver nicht sonderlich gut ankam.



Nun ja, die paar Millimeter Staub die sich nun im inneren des Fahrzeuges breit machten,
sollten doch flugs wieder mit einen feuchten Lappen entsorgt werden können.

Ich wende das Fahrzeug und fahre näher an das Strassenschild um es auch ohne Lesebrille erkennen zu können.
Das Schild, in die D2612 von Twyfelfontain herkommend geplanzt, zeigte uns was zu erwarten wäre.
Pool, Bar, Wanderwege und für uns wichtig eine Campsite.



Wir bogen rechts in eine Farmstrasse ein, hätte ich vorher gebremst wäre sie links und die Kabine nicht voller Staub.
So fuhren ein paar wenige Kilometer auf dieser Strasse, die uns zur Madisa Campsite führen sollte.

Rezeption gerade aus, verriet uns ein Schild und kurz danach entdeckten wir ein Gebäude das auch wie eine solche aussah.
Zuvor mussten wir einen Trockenfluss überqueren und die 50 Meter Durchfahrt verriet uns das es wohl kürzlich ein paar Tropfen geregnet haben muss.



Ich bremse sehr zögerlich, zur Freude von Heidi, und bringe unser Zebra elegant vor der Rezeption zum Stehen.
Türe auf und Raus aus der Kiste.



Ein paar Hunde kamen uns entgegen in allen erdenklichen Grössen und bellten uns schwanzwedelnd an.
Begleitet von der Meute gingen wir auf die Rezeption zu, die auch gleichzeitig Bar war.
Ein freundliche junge Dame lies ihr Werkzeug fallen das sie zum Pool reinigen benutze und begrüsste uns mit

„Welcome on Madisa“



Da wie die einzigen Gäste waren, eilte es auch nicht sehr mit den Formalitäten, genossen wir zuerst einen kühlen Drink aus der Dose
während uns die Hunde einzeln vorgestellt wurden.



Die nette junge Frau entschuldigte sich dafür das der Pool so verunreinigt war durch den Regen in der letzten Nacht.
Aha Regen, dachte ich, also es muss ihn geben, in der Regenzeit.

Der Pool war originell angelegt, für Beckenrandschwimmer wie mich sehr geeignet da sehr schmal.
Aber auch für Langestreckenschwimmer eine Herausforderung da man um einen kleinen Felsen in der Mitte herum schwimmen konnte.



Felszeichnungen gab es auch an einem der Felsen in unmittelbarer Nähe, diese sie uns voller Stolz zeigte.
Hätte ich Lesebrille und Lupe dabei gehabt, ja dann hätte ich sie wohl auch erkennen können.

Sie erklärte uns die Wanderwege in dem von Felsen bestückten Berg und wie wir wo wie lange wandern könnten.



Wir durften uns auch die Campsite aussuchen, waren wir ja doch die einzigen Gäste, und unser Zebra auf einer dieser für die Nacht hinstellen.
Die Campsite war grosszugig angelegt mit Blick zur Bar und dem Berg was mich beides sehr beglückte.

Dusche und Toilette waren über mehrere Stufen erreichbar und irgendwie mit dem Felsen verbunden,
Nett, alles nett hier, noch ein wenig nachrenovieren und es wäre nicht nur nett hier.
Die Campsite wurde erst kürzlich wieder eröffnet und die neuen Besitzer können ihrer Kreativität freien lauf lassen.

Man könnte durchaus etwas länger als einen Tag hier verweilen, jedoch waren wir auf der Suche nach Regen.
Wir genossen noch die rötlich schimmernden Felsformationen, und das anschliessende Nachtessen,
um dann zufrieden der Nacht zu lauschen bis wir einschliefen.


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zuletzt bearbeitet 28.03.2015 10:41 | nach oben springen

#6

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 07.04.2015 08:29
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Wir verlassen die nette Campsite Matisa bei Zeiten. Unser Tagesziel der Hoanib River, so der Plan.

Den Hoanib wollen wir von Norden her ansteuern und dann über die „Die Port“
einem Geländepunkt der Länge nach abfahren um bei „Amsport“ einem weitern Geländepunkt verlassen.
Übernachten war irgendwo im Hoanib-Fluss geplant, je nach dem wie sich die Fahrt entwickelt.

Wir verlassen Madisa auf der „Gravel Road" in Richtung Seisfontain.
Gravel steht für Naturstrassen die von Zeit zu Zeit mit einem „Greder“ plan geschoben werden um das Wellblech zu ebnen dass die Strassen mit der Zeit bilden.



An der Strasse, im Morgenlicht, scheuchen wir Unmengen von Raubvögeln auf auf den ersten Kilometern.
Der Versuch diese zu fotografieren scheitert aber kläglich.
Wir kommen gut voran und erreichen gegen Mittag den Venterinärskontrollpunkt bei Palmwag.
Palmwag dass kein Ort ist, sondern eine Konzession mit Lodge und Campsite, steuern wir kurz an und nehmen ein Clubsandwish mit Cola.





Nach der Pause verlassen wir Palmwag aber nicht ohne unser Zebra noch kräftig mit Diesel zu betanken.
Dies vor allem weil man nie weiss ob es in der letzten Ortschaft Sesfontein vor dem Hoanib Krafftstoff an der Tankstelle hat.
Kurz nach dem Ort Sesfontain verlassen wir die Strasse und fahren in den Oberlauf des Hoanib ein.

Die Gegend wird schlagartig unwirklich. Ein breites Tal öffnet sich in hellen meist grauweissen Farbtönen.
Begrenzt wird die Fläche die wir durchfahren von Felsformationen under besser geschrieben kleinen Bergen zur linken und rechten Seite.
Da die Fahrt flüssig von statten geht beschliessen wir bis zu „Die Poort“ zu fahren und dort zu übernachten.
Nach gut einer Stunde wird das Tal immer enger und wir sehen Wasser im Flusslauf.
Also musste es auch hier in der Vergangenheit geregnet haben und zumindest im Einzugsgebiet des Hoanib.



Wir sehen üppiges Grün entlang des Flussbettes und die Wege die von anderen Vorgespurt waren kamen immer dichter an den Flusslauf heran.
Schilf, Büsche und Sträucher standen mittlerweilen so dicht das sie unser Zebra an beiden Seiten streiften
und wir nur noch in den Spuren eines voraus gefahrenen Fahrzeugs fahren konnten.

Das Gelände wird zusehend schwieriger und erfordert nun vom Fahrer etwas mehr Geschick.
Aber es war nicht so schwierig das man es als anspruchsvoll bezeichnen konnten.
plötzlich standen wir an einer Uferböschung des Hoanib.
Die Böschung selbst etwa gut einem Meter hoch war keine besonders schwierige Sache.
Aber der Hoanib hatte genau an dieser Stelle genügend Wasser um eine problemlose Durchfahrt zu erschweren.

Wir steigen aus um den Fluss zu Fuss zu überqueren und die Bodenbechaffung zu prüfen.
Immerhin musste der Boden danach unser Zebra tragen dass gegen 4.5 Tonnen schwer ist (ohne Fahrer).
Wir sehen die Spuren eines kleinen Geländewagens der an dieser Stelle den Fluss gequert hat, ungefähr 200 Meter weiter unten den Fluss abermals durchfuhr,
oder zumindest es versucht haben musst. Unschwer war zu erkennen das dieser Versuch in der Mitte des Flussbettes endete.
Die Spuren zugeten von Wendeversuchen und Grabarbeiten. Ja unser Vorfahrer durfte hier einige Zeit mit Grabungen verbracht haben.
Wir Prüfen an dieser Stelle den Untergrund und stellen fest das dieser schlammig und bodenlos war.

Shit, hier geht es nicht mehr weiter!

Wir kehren zu unserem Auto zurück, es war zwischenzeitlich etwa 15Uhr, und beschliessen zurückzufahren und auf der normalen Strasse den Geländepunkt Die Poort“ zu erreichen.
Auch werden wir "Die Poort" nicht mehr vor dem späten Nachmittag erreichen und so beschlossen wir im Oberlauf nahe von Seisfontain ein Nachtlager einrichten.
Wir finden eine schöne Stelle für die Nacht und halten unser Auto an auf der windgeschützen Seite einer kleinen Baumgruppe.
Diese Baumgruppe bot etwas Schutz vor dem unablässig blasenden Wind der viel Staub herumwirbelte.
Wir gruben ein kleines Loch um darin Feuer zu entfachen das uns das Abendessen garen sollte.
Im Schutz der Seitenwand des Zebras verweilen wir den Nachmittag bis zum Abendessen.



Heidi prüft noch kurz das Satellitentelefon auf dessen Funktion das wir von nun an zwingend benötigen werden
auf der Fahrt durch den Hoanib bis in den Norden zum Camp Synchro am Cunene-Fluss.



Shit zum zweiten, das Telefon baut keine Verbindung auf!! Die englischsprachige Mittteilung verrät uns “KEIN GUTHABEN“

Was soll der „Scheiss“ denk ich, und kann es kaum glauben. Über 200 Euro weg, abgelaufen, nada, nix mehr mit telefonieren.
Zum Glück waren wir hier ganz alleine so das niemand meine Fluchtriaden mitbekommen konnte.
Das Guthaben hat sich aufgelöst weil ich es versäumt hatte vor der Abreise das Ablaufdatum zu prüfen,
und rechtzeitig wieder neues Guthaben zu laden, und somit das Ablaufdatum des restlichen Guthaben zu verlängern.




Bis weit in die Nacht war das Hoanibtal Zeuge meiner „Shit“ Rufe und weiterer einsilbiger Unmutsbekundungen!!


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zuletzt bearbeitet 11.04.2015 10:02 | nach oben springen

#7

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 14.04.2015 13:46
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Ich bin noch immer leicht säuerlich ob des verfallenen Guthabens unseres Satellitentelefons.

Und ein leicht säuerlicher Kurt ist etwas was der Tag nicht wirklich will.

Wir beschliessen nach dem Frühstück, dass das Prädikat „Früh“ auch wirklich verdiente, nach Seisfontain zurück zu fahren. Dort sollten wir Funkverbindung haben um uns über das Tablett in’s Internet einloggen zu können. Guter Plan, ausser das es Samstag ist und mein Ansprechpartner in Europa die Bude dicht hat. Wir fahren zur Tanke in Seisfontain und lassen die Kraftstoffvorräte auffrischen. Während dieser Zeit, und noch etwas länger, habe ich dem Händler, der mir das Sat verkauft hat, zwei E-Mails gesendet mit der Bitte mir Guthaben aufzuladen. Ja Zwei, sicher ist sicher.

Samstag, hmmm da wird nix gehen vor Montag, im besten Fall Montag. Wir könnten darauf vertrauen dass es am Montag klappt und Richtung Marienflusstal aufbrechen mit dem Ziel Camp Synchro am Cunene, und darauf hoffen das am Montag tatsächlich wieder Brennstoff auf dem Sattelitentelefon ist in Form von Guthaben.

Ich mache eine kurze Risikoanalyse, was wenn nicht und wir in dieser einsamen Gegend in Schwierigkeiten kommen? Ein Panne, eine Verletzung? Dann ohne Satellitentelefon in Bedrängnis kommen? Nein, wir sehen das Risko als zu gross an und beschliessen zwar an den Cunene zu fahren aber an die Epupafälle.



Die Strasse dort hoch ist zwar auch einsam in dieser Jahreszeit, die sich Regenzeit nennt, aber immerhin hat es Dörfer an der Route und ab und an kommt mehr als ein Auto pro Tag.
Östlich von Seisfontain gibt es zwei Varianten hoch zu den Epupafällen. Die erste über eine mir unbekannte D-Strasse die D3705 und die C43 eine Strasse die ich auch nicht kannte. D steht für eher selten genutzte Strassen in dieser Gegend und auf C-Strassen muss immerhin ab und zu mit Gegenverkehr gerechnet werden. Mein Bauchgefühl sagt D-Strasse, da lässt sich der Ärger besser wegrütteln weil die Strassen eher schlechter sind.
Wir tuckern auf der D3705 Richtung Norden wo an der Route dann Opuwo liegen würde.



Opuwo ein wuseliger Ort mitten im Gebiet von Himba-Sidlungen also der Himba-Hauptort so zu sagen.

Himba-Himba tätäraäää wie kommen.

Die Strasse bis hoch nach Opuwo war sehr abwechslungsreich, ein stetiges rauf und runter. Kurve link Kurve rechts, manchmal auch Kurve rechts, rechts und dann links und so weiter. Die Zeit vergeht schnell in dieser durchaus reizvollen Landschaft und wir erreichen Opuwo.



Wir tanken wieder voll, die D3705 hat nach reichlich viel Kraftstoff verlangt, versorgen uns mit frischem Gemüse und suchen einen Platz mit gutem Handyempfang. Vermutlich war der Wunsch Vater des Gedanken, so war ich wenig überrascht das wir immer noch kein Guthaben auf dem Satellitentelefon hatten. Einen Moment überlegten wir in Opuwo zu übernachten. Doch waren wir der Meinung das sich besoffene Himbas nicht in unseren Erinnerungen einprägen sollten.
Wir fahren also sportlich an die Epupafälle hoch da wir nicht in die Dämmerung kommen wollten.



In Epupa beziehungsweise an den gleichnamigen Wasserfällen wollten wir dann eine Campsite aufsuchen und mindestens zwei Tage dort verbringen. Dann wäre Montag und vielleicht wieder Guthaben auf dem Satellitentelefon, und wir könnten die Reisepläne erneut anpassen.


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zuletzt bearbeitet 14.04.2015 18:31 | nach oben springen

#8

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 20.04.2015 10:05
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Nach dem wir uns entschieden haben nicht das Marienfluss Tal anzusteuern und ein Ersatzprogramm starteten sind wir nun bei den Epupafällen angekommen. Wir nisten uns direkt bei den Fällen auf einer Campsite ein. An den Fällen sind Zwei Campsite unmittelbar beieinander gelegen. Wir nehmen den Linken weil wir den rechten auch nicht kennen.



Es hat noch immer nicht geregnet und die Sonne scheint unablässig vom Himmel. Die Campsite wirkt im Moment etwas surreal in ihrem satten Grün. Wir sind Namibia gewohnt in braunen Farbtönen, aber hier: Tropisch schwül, Palmen und Wasser vom Spray der naheliegenden Epupafälle.

Die Campsite ist einfach und sauber. Unser Platz direkt am Ufer lässt den ungestörten Blick auf den Cunene zu der unmittelbar danach in die Tiefe stürzt und diesen Wassernebel erzeugt der je nach Windlage eben diesen Wasserspray zu uns trägt.



Das erhöhte kleine Restaurant das über eine hölzerne Treppe zu erreichen ist verfügt über eine Plattform die eine uneingeschränkte Sicht zur Abrisskante bietet. Wir gönnen uns hier einen Rock-Shandy der sehr erfrischend ist und lassen ihn durch unsere Kehlen strömen.



Für die die dieses Getränk nicht kennen hier das Rezept:
Zitronensaft, Limo und Sodawasser in einen Bierkrug füllen. 5-15 Eiswürfel hinzugeben, und oben auf den "Rock" 10 Tropfen Angostura träufeln und umrühren.


Wir plaudern mit den wenigen Gästen in dieser Jahreszeit. So ein Deutscher der in Namibia Elefantenreiten einführen möchte und einem Österreichischen Pärchen dass das Objektiv der Spiegelreflexkamera bevorzugt bei Wind, Wassernebel und Staub wechselt. Die wichtigsten Person in den kommenden Tagen sollte wir auch auf der Plattform kennen lernen. Hugo und Estelle

Hugo, spricht mich an ob wir den 4x4 Trail fahren würden der am Cunene Richtung Osten bis fast nach Ruacana führt. Der Trail am Grenzfluss zu Angola ist etwa 80Km lang wofür wir ungefähr zwei Tage einplanen. Wir wären wohl diese Strecke alleine gefahren aber zu viert mit zwei Fahrzeugen ist es gemütlicher. Wir verbringen die zwei Tage hier und entspannen nicht ohne die Wasserfälle ausgiebig zu erkunden und zu fotografieren. Am Morgen den dritten Tages verabreden wir uns mit Hugo und auf unserer Campsite, sie haben die rechte gewählt, um pünktlich mit einer Stunde Verspätung den 4x4 Trail unter die Räder zu nehmen.



Dazu mehr in der Fortsetzung

Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 20.04.2015 18:50 | nach oben springen

#9

RE: Namibia in der Regenzeit 2015

in REISEBERICHTE 22.04.2015 10:07
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Cunene 4x4 River Trail,

wir fahren los mit zwei Autos, Hugo und Estelle voraus die Einfahrt zum River Trail suchend.



Der Weg, Strasse ist das falsche Wort, führ durch steinige Gelände und windet sich an Büchen und kleinen Bäumen entlang Richtung Osten.
Wir fahren eine Stunde ohne dass sich daran etwas ändern würde. Den Fluss Cunene sehen wir noch nicht, jedoch das GPS verrät uns das wir ihm parallel folgen
und nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt war.

Die Strasse wechselt von steinig zu Geröll zu sandig und umgekehrt. Ab und zu wenn wir auf einer kleinen Anhöhe sind sehen wir durch die Büsche
und Bäume den blau scheinenden Fluss in der Ferne der etwa 50 Höhenmeter weiter unten im Tal vor sich hin mäandert.



Zunehmend wird das Gelände schwieriger aber ohne anspruchsvoll zu sein. Weine Piste die immer etwas hoch und runter verläuft.
In der Geländesohle erkennt man das die Piste bei Regen als Bachlauf dient. Bei Regen, eben diesem Regen den wir trotz Regenzeit noch nicht gefunden haben.
Die Sonne scheint unablässig vom blauen Himmel herunter und die Luft erwärmt sich zunehmen und sättigt sich mit Schwüle an
die bei Fahrt bei offenem Fenster immer mehr in das Fahrzeug strömt.



Wir kommen rasch voran und denken das wir die Hälfte des Weges in ein paar wenigen Stunden zurückgelegt haben werden.
Wir verlangsamen unsere Reisegeschwindigkeit und nehme Abstand zu Hugos und Estelles Fahrzeug.
Die Strasse ist staubtrocken und wirbelt zum Teil mächtig Staub auf.
Mit etwas Abstand sehen wir zwar die vor uns fahrenden nicht mehr, jedoch die Staubfahne war weit zu sehen und wir wussten das wir auf der gleichen Route
unterwegs waren wie sie. Die Piste die zunehmend ruppiger wird lässt keine Langweile aufkommen .

Kleine Felsbrocken, Auswaschungen und Kurven drängten mich zu immerwährenden Lenkbewegungen.
So sind wir einige Zeit unterwegs, immer wieder treffen wir auf Himbas der Region.
Wie um Gottes willen kann man hier leben denken wir jedes Mal wenn wir an ihnen vorbei fahren.
Wir gelangen immer näher an den Fluss heran und verlieren immer mehr an Höhenmetern bis wir auf einmal direkt neben dem Fluss sind.




Eine durch Palmen bestückte Landschaft säumt den blauen Fluss. Wir sehen auch einige verlassene Himbakrale, so scheint es wenigstens,
und fahren so immer weiter Richtung Osten. Plötzlich lichtet sich die Umgebung, das Gelände wird offener und sandiger.
Zur linken Seite sehen wir den Fluss und zur rechten das hügelige Buschland.

Wir finden eine schöne Stelle wo wir unter schattigen Palmen unsere Fahrzeuge abstellen und machen an der erhöhten Uferböschung eine Rast.
Kaffee, Brot, Käse und Wurst verzehren wir mit Blick auf den Cunene und geniessen die harmonische Stille an diesem Flusslauf.
Wir verweilen eine geraume Zeit, packen unsere Sachen wieder ein und setzen unsere Fahrt fort.
Wie lange wir Heute weiterfahren wissen wir nicht. Wir haben keinen Planen ausser etwa in der Mitte der Strecke zu übernachten.



Die Piste wird zunehmend anspruchsvoller, bei jedem Zulauf des Cunene geht es immer steiler runter in die Talsohle um anschliessend am Gegenhang wieder hochzukraxeln.
Meistens sind die „Abfahrten“ kurz aber steil. Die ausgewaschenen Pisten sind mir losem Geröll übersät und fordern zum Teil meine Fahrkünste.
Zwischenzeitlich schalten wir das Untersetzungsgetriebe ein damit mir diese Passagen nicht mit Schwung anfahren müssen.
In der Geländeuntersetzung lassen wir das Drehmoment für uns arbeiten das uns langsam hinabfahren lässt oder uns hochzieht am Gegenhang.
So können wir uns prima auf die Hindernisse konzentrieren deren Zahl von Kilometer zu Kilometer steigt.

Unser Durchschnittsgeschwindigkeit nimmt immer mehr ab während die Sonne immer näher an den Zenit gelangt.
Irgendwo im Schatten zwischen den vielen Geländeübergängen halten wir wiederholt unter Bäumen und lassen
die Motoren abkühlen und führen unseren Körpern frisches Nass zu. Ich muss zugeben, auf der Landkarte schien der Weg etwas einfacher zu sein.



Gegen vierzehn Uhr beschliessen wir einen Rastplatz für die Nacht zu suchen. Wir hatten rund die Hälfte des Weges hinter uns und wollten unbedingt den Tag am Cunene noch geniessen.
Da plötzlich, in dieser verlassenen Gegend, ein Strassenschild, das aus einem Brett bestand das an einem Baum genagelt war, mit dem Hinweis Campsite.
Wer baut in dieser Gegend eine Campsite, ich vermute der Tag hat mehr Stunden als in einem oder zwei Monaten Autos hier vorbeifahren.
Und ob die dann hier übernachten bleibt mal dahingestellt. Wir fahren rund hundert Meter weg von der der Piste ab
und sehen einen wunderschönen Palmenhain direkt am Cunene.
An Einem Baum hängt ein weiteres Schild das darauf hinwies das dieser Platz zu bezahlen sei und das Feuerholz in diesem Preis inbegriffen ist.



Keine Menschenseele weit und breit zu sehen, gut so, da lassen wir uns für eine Nacht nieder.
Eine kleine Seitenbucht am Fluss bot sogar so etwas wie einen Sandstrand der flach auf das klare Nass des Cunene traf.
OK, er wirkt zwar verführerisch und wir begossen unsere Körper mit Wasser aus Eimern voll Flusswasser, aber Baden?
Wir sehen von weitem ein paar Krokodile die uns darin bestärkten es mit Eimerduschen zu belassen.





Wir nisten uns ein und ich spanne meine Hängematte zwischen die Palmen.
Und wie aus dem Nichts ein junger Himba, er kommt auf uns zu und grüsst uns mir den Worten „Hi, good aftrenoon“
Wir grüssen zurück und fragen ihn ober er für die Campsite zuständig ist. Dies Frage beantwortet er mit einem knappen ja und verschwand wortlos irgendwo im Busch.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit dösen oder uns mit Eimerduschen abzukühlen.
Am Abend so der Plan sollte es ein typisches afrikanisches Buschgericht geben.



Raclette, ja genau Raclette dieses Gericht mit Bodenknollen und Käse das man gern mit einem Glas Weisswein geniesst.

Zuvor unternehmen Hugo und ich noch einen Spaziergang flussabwärts und schauen was es zu schauen gibt.
Wir spazieren unter Palmenhainen und entdecken immer wieder Palmen die oben keine Krone mehr haben.

Kronenkrankheit meine ich lakonisch und nehme nach einer Weile keine Notiz mehr von den Palmen ohne Blätter.
Nach einigen hundert Metern riechen wir Feuer und beschlossen zu schauen was Sache ist.
Das sahen wir es das Feuer, eine kleine Kochstelle und darum drei Männer und eine junge Himbamutter mit Kind.
Wir grüssen freundlich und bekommen auch den Gruss erwiedert. Aus einem klapprigen Radio plärrt so etwas wie Musik.

Hugo beginnt die Menschen um die Kochstelle in ein Gespräch hineinzuziehen was gar nicht so einfach war.
Die Himbamutter und ihr Kind husteten sehr, dieses Husten war auch der einzige Beitrag zur Kommunikation von ihr.
Einer der Jungs war etwas gesprächiger und ansprechbar, die anderen Beiden schienen in einer art Rauch zu sein.

Ob sie wohl kiffen? Im verlaufe des Gesprächs bemerkten wir auch hier Palmen mit der Kronenkrankheit und sprachen einer der Jungs darauf an.
An seinem Blicken zu urteilen mussten wir davon ausgehen das dies wohl die blödeste Frage war die er je gehört hatte.
Wie ungebildet mussten wir den Himbas erscheinen. Mit einem breiten Grinsen ging er auf eine Palme zu und fing an daran hochzuklettern.
Erst jetzt bemerkte ich das in den Stamm kleine Holzpfähle getrieben waren die bis zur Krone reichten.

Geschick erklimmt er mit Hilfe dieser Leiter die Palme bis er zu oberst ankam.
Oben, ganz oben war ein Plastikeimer angebracht, mit der Hilfe eines Plastikbechers der aus einer abgeschnitten PET-Flasche bestand
schöpfte er den Saft ab der aus der abgeschnittenen Krone dort hinein Floss.

AHA, eine Tankstelle ist das, eine Tankstelle für frischen Palmschnaps, nix Kronenkrankheit.
Voller stolz stellte er sich oben auf den Stumpf und genoss sichtlich das Hochprozentige.
Palmschnaps habe ich schon getrunken, aber das ich deswegen auf eine Palme in gut zehn Meter steigen würde?
Wohl kaum, und wenn ja – wie kommt man da besoffen wieder runter??

Wir verweilen noch ein paar wenige Minuten und da die Beteiligten offensichtlich nicht bekifft sondern besoffen waren, war das Gespräch auch nicht sehr ausgiebig.
Zurück zu unserem Lager wo das Nachtessen schon vorbereitet war, der Wein schön kühl und die Kartoffeln im heissen Wasserbad vor sich hin schwitzten.



Also, da sassen wir im Paradies unter Palmen, tranken Weisswein und assen Raclette, was will man mehr?
Eine Kartoffeln und Gläser Weisswein später und lustigen Gesprächen gingen wir Schlafen.
Eine Milde Nacht in der die Sterne durch die Palmen glitzerten lag vor uns und wir träumten uns zum nächsten Tag.



Der Tag bricht an, wir stärken uns reichlich mit Brot, Wurst. Käse und Früchten und nehmen die zweite und letzte Etappe des Cunene Trail unter die Räder.
Also wir los fahren wollten, da kam aus dem Nichts eine ältere Himbadame mit Hund aus dem Busch.
Sie ging zur Feuerstelle und betrachtete ddas Holz das wir verbrannten.
Es war genau ein Bündel Feuerholz das wir nahmen am Vorabend und das feinsäuberlich mit zwei anderen Bündeln an einem Baum gelagert war.

Sie kam auf uns zu und zeigte mit der internationalen Bewegung sich reibender Daumen und Zeigefinger das sie Geld wollte.
Aha, sie ist also der Chef hier. Wir bezahlten den kleinen Beitrag der sich nach Person rechnete und entlockten der Dame ein kleines aber fast zahnloses lächeln.
Nun ich kann diese Campsite jedem empfehlen, obwohl man überall wild campieren könnte, unterstütze ich gerne die Eigeninitiative der Himbas die anstatt zu betteln
etwas taten um ein paar Namibia Dollar zu verdienen.



Landschaftlich glich diese Etappe durchwegs der Ersten. Der Unterschied bestand nur darin das sie noch ausgefahrene Pisten hatte
mit noch mehr Felsbrocken und tieferen Gräben in der Fahrbahn. Eine Gruppe von Motorradfahren kreuzte uns mit ihren geländegängigen Maschinen und guter Ausrüstung.
Ich denke für mich, harte Kerle, und konzentriere mich sofort wieder auf die Piste. Ein unablässiges lenken, schalten, Gas geben und bremsen über Stunden lag vor uns.



Und immer wieder der Blick auf den Cunene. Wir entdeckten unzählige Möglichkeiten wo wir auch übernachten hätten können, einfach schön hier….
Zwei Tage planten wir für die rund 80 Kilometer ein, zwei Tage die durchaus angemessen sind will man auch noch die Landschaft geniessen.

Im Nachgang würde ich auch empfehlen diesen Trail mit zwei Fahrzeugen zu fahren. Es ist einsam hier und ich denke das nicht jeden Tag eine Motorradgruppe den Weg kreuzt.
Wir fahren bis wir zu einer grösseren Schotterpiste gelangen und halten an um uns von Hugo und Estelle zu verabschieden. Hier sollten sich unsere Wege trennen. Sie wollen nach Zimbabwe und wir, ja wohin wollen wir?

Wir schicken den Beiden ein „Gute Reise“ hinterher und die winkenden Arme bestätigen das sie es auch gehört haben durch die offen Autofenster.
Wir werden dieses Paar nie vergessen, nur zwei Tage im Leben teilten wir mit ihnen, aber zwei sehr schöne!

Hmmm…. Soll ich weiterschreibenP?

Angefügte Bilder:
Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

zuletzt bearbeitet 02.05.2015 12:48 | nach oben springen


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