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#1

Zwölf Wochen durch das südliche Afrika – (k)ein Urlaub mit dem Landrover (Südafrika – Botswana – Simbabwe - Sambia)

in REISEBERICHTE 03.03.2015 15:25
von Der Reisende • Rock-Dassie | 5 Beiträge

Vorwort

Zwölf Wochen im südlichen Afrika – wie kommt man auf so einen Gedanken?
Am Anfang steht wie bei fast allem ein Fingerzeig, eine Begegnung, ein Tipp. So war das auch bei uns. Wir waren im Juli 2011 für vier Wochen in Südafrika. Dort haben wir ein Schweizer Pärchen kennengelernt, die zu dem damaligen Zeitpunkt fast schon ein Jahr unterwegs waren. Wir unterhielten uns lange und stellten so manche Gemeinsamkeit fest. Aus einer Erzählung wurde ein Gedanke. Aus einem Gedanken wurde ein Wunsch. So wurde ein Samenkorn ausgesät. Das Samenkorn fiel auf fruchtbaren Boden. Ein zartes Pflänzchen gedieh und wurde größer. Zuerst war die fixe Idee, ein halbes Jahr auf die Reise zu gehen. Nach einigen überschlägigen Berechnungen und Recherchen stellte sich schnell heraus, dass dies für uns schwer umsetzbar ist. So haben wir uns für ein Vierteljahr entschieden ...

Nun ging es an die Umsetzung des Vorhabens. Der Arbeitgeber muss mitspielen, die Wohnung gehütet, die Post umgeleitet werden usw.. Eine Vielzahl von Dingen mussten wir beachten, im Voraus erledigen, Urlaub ansparen, Überstunden machen, Vertretungen einplanen und und und. Hätten wir das vorher geahnt, was für ein Wust von „Arbeit“ und Anstrengung auf uns zukommt, vielleicht hätten wir uns anders entschieden. Dann stand die große Frage im Raum, ob wir ein „4x4“ mieten oder kaufen sollen? Vorneweg war es eine Frage der Finanzen und des zeitlichen Aufwandes. So entschieden wir uns dafür, einen „4x4“ zu mieten. Im Namibia Forum tummeln sich verschiedene Anbieter. So wurden wir auf unseren Vermieter aufmerksam gemacht. Im Preis war die gesamte Ausstattung, sogar ein Satellitentelefon war dabei... Drei Jahre waren es vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung, wobei wir die ersten beiden Jahre fast ausschließlich mit Recherchen befasst waren. Im Sommer 2013 ging es dann in die heiße Phase. Die Streckenplanung für die einzelnen Länder sowie das Buchen einiger notwendiger Unterkünfte, wie Campingplätze in den Nationalparks (Botswana) mussten getätigt werden, die Flüge waren zu buchen und ein Landrover wurde gemietet (was sich als sehr zeitraubend herausstellte). Die Zeit verging sehr schnell und plötzlich war es soweit. Es geht los.



08.07.2014 Berlin – Frankfurt - Johannesburg
Heute geht es los, der erste freie Tag. Bis gestern haben wir gearbeitet und wir können noch gar nicht fassen, dass es jetzt wirklich losgeht. Der Kopf ist noch voll mit den Dingen der Vorbereitung. Die nervöse Aufregung, die sich im Laufe der letzten Tage eingestellt hat, steigt und steigt. Die Sachen, die wir mitnehmen wollen sind hergerichtet, gewogen, nur um anschließend wieder einiges auszusortieren ...

Das alles soll in die Rucksäcke passen?

Siehe da, es passt alles.

Ein letzter Blick geht durch die Wohnung, ist auch alles in Ordnung? Wir sind für zwölf Wochen weg, unglaublich. Plötzlich trifft uns mit voller Wucht die Erkenntnis, wir sind ein Vierteljahr nicht zu Hause. Ist denn das auch alles richtig, was wir hier tun? Was ist, wenn ...? Wir schieben die Zweifel beiseite. Es klingelt an der Türe, unser Taxi ist da und es geht zum Flughafen. Das Haupt-Gepäck wiegt fast bis auf das Gramm genau 23 kg. Das Handgepäck wurde zum Glück nicht gewogen… Der Zubringerflug von Berlin nach Frankfurt verläuft problemlos, trotz einer Verspätung, die durch ein Gewitter bedingt ist. Dennoch haben wir keinen Stress, da wir genügend Zeit zwischen den Flügen eingeplant haben. Mit dem A380 ging es dann von Frankfurt nach Johannesburg. Es ist ein sehr ruhiger und angenehmer Flug, wir können später sogar etwas schlafen. Während des Fluges können wir zwar das Halbfinalspiel Brasilien – Deutschland nicht sehen, aber das Bordpersonal hält uns auf dem Laufenden.


unser erster Flug im A380

09.07.2014 Johannesburg
Bei der Ankunft in Johannesburg haben wir 2°C und Sonne satt. Die Einreise wird zum Gedulds-spiel, bedingt durch einen sehr großen Andrang bei der Imigration. Im Auftrag des Vermieters holt uns N. vom Flughafen ab und fährt uns zu sich nach Hause, wo die Übergabe des Landrovers erfolgt.

unser Zuhause für die nächsten Wochen
Bei Kaffee und Gebäck studieren wir die Unterlagen für das Mietfahrzeug. Im Verlauf der Reise sollte sich herausstellen, dass die Fahrzeugpapiere unvollständig waren und uns somit einige Probleme bei den Grenzübergängen bereiteten (später mehr dazu). N. will die Übergabe schnell erledigen und wird ungeduldig, als wir anfingen unsere eigene Checkliste herauszuholen. Der Landrover hat über 265.000 km laut Tacho runter. Später stellte sich heraus, dass davor eine 1 gehörte. Das „Beste“ ist, als er uns den High Lift Jack zeigt, der in Papier und Klebeband eingewickelt ist. Eine Einweisung gibt es nicht, nur den Hinweis auf ein Handbuch im Landrover. Das Fahrzeug hat ein Steinschlag in der Windschutzscheibe. Dazu bemerkt er: „Im Falle eines Schadens müsst ihr nur die Hälfte bezahlen...“. Die Lampe vorne links ist halb blind und wir sollen diese wechseln lassen. Die Rechnung wird uns ersetzt werden. Die Seilwinde können wir aus Zeitgründen auch nicht ausprobieren. Eine Bemerkung von N. soll uns die nächsten Wochen begleiten: „Die Motorleuchte leuchtet ab und zu mal auf. Bei fortwährender Fehlermeldung sollten wir uns mit dem Vermieter in Verbindung setzen und eine Werkstatt aufsuchen.“ Unser Gesicht wird lang und länger. Dabei heißt es im Internet auf der Seite des Vermieters „Unsere Fahrzeuge werden professionell gewartet…“. Die Überlegung steht im Raum, den „4x4“ nicht zu nehmen, aber was dann? Der Traum von zwölf Wochen im südlichen Afrika wäre geplatzt. Also haben wir den Wagen mit der Hoffnung übernommen, es wird schon gutgehen … was sich einige Wochen später als fataler Irrtum herausstellt.
Beim Blocken der Kautionssumme mit der Kreditkarte macht N. einen Fehler, sie wird abgebucht. Wir bemerken dieses erst etwa vier Wochen später, leider...
Nun geht es von Benoni nach Midrand zur gebuchten Unterkunft. Nach kurzem Ausruhen brechen wir zu unserer ersten Einkaufstour auf.

10.07.2014 Johannesburg
Heute ist der Großeinkauf dran. Nach langem Suchen finden wir endlich einen Potje. Der Tag vergeht sehr schnell mit dem Einkaufen und Sortieren der Dinge. Eine Angestellte von unserer Unterkunft, der wir voller Stolz unseren Potje zeigen, sagt uns, der ist was für`s ganze Leben.
Hoffentlich bekommen wir morgen auch alles in unserem Auto untergebracht.

Einkaufsmarathon Johannesburg

11.07.2014 Johannesburg – Mokolodi Nature Reserve
Am frühen Morgen haben wir angefangen, alles in den „4x4“ einzuladen. Wir staunen nicht schlecht, als alle Dinge doch noch ihren Platz finden. Dann geht es los in Richtung Botswana. Die Fahrt geht über Pretoria, Rustenburg und Zerust bis zur Grenze bei Lobatse. Die Strecke können wir schneller als erwartet bewältigen, so dass wir noch die Grenze passieren können.

Pause auf dem Weg nach Botswana

Der Grenzübertritt verläuft problemlos, nur der Geldwechsel in Pula ist nicht möglich, denn der „Wechselcontainer“ hat geschlossen. Die Grenzübertrittgebühren können wir in Rand bezahlen. Weiter geht es in Richtung Gabarone. Unterwegs halten wir Ausschau nach einer Unterkunft. Die eine oder andere, die wir ansteuern, wollen nur Barzahlung in Pula haben. Bei der Suche nach einer Unterkunft werden wir im Reiseführer fündig und fahren zum Mokolodi Nature Reserve. Dort können wir mit Kreditkarte bezahlen. Nach der Rezeption fahren wir noch 3,5 km in Park hinein und erreichen das Chalet „Hartebeest“.
unsere erste Übernachtung in Botswana im Chalet
Wir genießen die Abgeschiedenheit, Ruhe und herannahende Dämmerung.
der Blick vom Chalet in der Abenddämmung über das Wasserloch
In der leicht hügeligen und mit Buschwerk bewachsenen Gegend können wir noch Fischreiher und ein paar Meerkatzen beobachten.

12.07.2014 Mokolodi Nature Reserve – Masama Lodge

Am Morgen begrüßt uns eine Horde Paviane und einige Löffler am gegenüberliegenden Ufer des Sees. Es ist ein sonniger, aber kalter Morgen. Über unsere feste Unterkunft sind wir froh. Wir lassen den Blick schweifen und stellen fest, wir sind in Afrika angekommen!

Paviane und Löffler am Wasserloch

Unsere Fahrt geht weiter in Richtung Khama Rhino Sanctuary. Unterwegs in Gabarone besorgen wir uns erst einmal das Nötigste. Alsbald merken wir, dass die Strecke zu lang ist, um an einem Tag in das Khama Rhino Sanctuary zu kommen und wir suchen uns eine Unterkunft. Die Masame Lodge liegt etwas südlich von Serowe. Als wir dort ankommen, stellen wir fest, dass wir die einzigen Gäste sind. Zuerst schauen wir uns die Chalets an, alles ist niegelnagelneu … aber es riecht extrem nach Holzschutzanstrich. So entscheiden wir uns für den Campingplatz. Es ist die erste Nacht in unserem Dachzelt, wir sind beide sehr gespannt.
Campsite mit Beleuchtung und Steckdose
Der Ablution Block ist in einem sehr rudimentären Zustand und stark vernachlässigt. Für eine Nacht geht das aber. Abends kommen die Hunde der Besitzer und lassen sich am Feuer nieder, während wir den grillen. Als wir die Stühle auspacken stellen wir fest, dass der Zustand der Stühle zu wünschen übrig lässt. Hoffentlich halten diese bis zum Ende der Reise.
praktische Feuerstelle auf einer ausgedienten Motorhaube
Heute haben wir zum ersten Mal auf der Reise Gegenstände suchen müssen, die wir verlegt haben. Das Suchen wird zu einem ständigen Begleiter während der zwölf Wochen. Auf so engen Raum und mit so vielen Dingen muss man schon seine Ordnung halten, sonst findet man nichts mehr.

13.07.2014 Masama Lodge – Khama Rhino Sanctuary
Die erste Dachzeltnacht ist etwas ungewohnt. Die beengten Verhältnisse und die vielen Laute bei Nacht haben uns dann und wann aufgeweckt. Das Frühstück in der Sonne tut gut. Der Sohn des Besitzer kommt vorbei, um Smalltalk zu halten. Als wir zur Abreise bereit sind, zeigt er uns eine Alternative-Route durch den Busch. Sie führt über ein Felsplateau und steile Passagen, um in Richtung der A14 zu gelangen. So können wir die Geländegängigkeit des Landrovers das erste Mal antesten.
In der kleinen Stadt Serowe angelangt, biegen wir in Richtung Makgadikgadi Pan ab. Kurz bevor wir die Stadtgrenze passieren, sehen wir zur Linken eine Kirche, wo schon einiges los ist. Kurz entschlossen fahren wir auf den Parkplatz der Kirche und werden auch schon begrüßt.
Der Gottesdienst verläuft wie immer in Afrika mit viel und lauter Musik sowie großem Enthusiasmus. Der Pastor hält seine Predigt in Englisch, ein Anderer übersetzt sie in die Stammessprache. Danach werden wir mit viel Herzlichkeit und unter vielen Fragen zu unserem Aufenthalt und unserer Herkunft verabschiedet. Der Pastor betet zum Abschluss für uns, dass wir eine sichere Fahrt haben.
bei der Verabschiedung vor der Kirche
Nach ca. 1 ½ Stunden geht es weiter in Richtung Khama Rhino Sanctuary. Das Schild zum Abzweig verpassen wir und so müssen wir ca. 20 km zurückfahren. An der Rezeption angekommen, ist eine Campsite schnell gebucht und bezahlt. Die Leute sind hier wie immer sehr freundlich. Auf dem Weg zur Campsite haben wir viele Tiersichtungen, wie Springböcke, Kudus, Zebras, Gnus, Strauße, Warzenschweine und immer wieder Nashörner.

Die Campsite ist schön gelegen und der Ablution Block ist ein ganzes Stück entfernt, was uns aber nicht stört. Zuerst sind wir ganz alleine auf weiter Flur, aber am Abend kommen einige Südafrikaner mit Ihren Geländewagen und Anhängern auf die benachbarte Campsite. Später erhalten wir Besuch und man tauscht sich über die Tiersichtungen aus.

14.07.2014 Khama Rhino Sanctuary – Kubu Island
Am Morgen stehen wir früh auf, denn wir haben eine weite Strecke vor uns und wissen nicht, wie wir durchkommen. Nach kurzem Frühstück heißt es einpacken und los geht es. Die Fahrt verläuft auf der A14 zügig. In Letlhakane angekommen, suchen wir für den Abzweig vergeblich eine Beschilderung. Gut, dass wir ein Navigationsgerät haben. Ohne dieses wären wir manchmal hilflos. Endlich finden wir den Abzweig...
Nach kurzer Mittagspause geht es weiter in Richtung Makgadikgadi Pan. Ein sehr sandiger, zum Teil sehr steiniger bzw. ausgefahrener Weg erwartet uns.

Das Buschwerk lässt allmählich nach, es geht in savannenähnliche Landschaft über und dann ist die Salzpfanne da …

Es ist einzigartig, ja ein wundervoller Ausblick, der sich uns hier eröffnet. An der „Einfahrt“ zur Makgadikgadi Pan sind wir zunächst alleine, nach einiger Zeit kommen noch andere hinzu. So lernen wir Mark aus Bern kennen. Auch er ist ein Vierteljahr unterwegs und will im weiteren Verlauf seiner Reise nach Sambia … Unser Ziel heute ist die Felseninsel Kubu Island inmitten der Pan.

Endlose Weite, einfach nur gigantisch … dann der beeindruckend blaue Himmel … Freiheit pur

Kubu Island ist eine Felseninsel mit vielen Baobabs inmitten der Pan. Unser Campingplatz ist herrlich gelegen.
Wir werden von den Rangern erst als „International“ eingestuft, aber nach einigem Verhandeln bezahlen wir als „SADC“ die Campsite...
Abends kommt Mark, der Schweitzer noch zu Besuch. Spät am Abend präparieren (mit Sand und Gemüseresten) wir den Potje noch im Lagerfeuer.


Viele Grüße

Der Reisende
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Wer nie reist,
sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus
zuletzt bearbeitet 03.03.2015 15:53 | nach oben springen

#2

RE: Zwölf Wochen durch das südliche Afrika – (k)ein Urlaub mit dem Landrover (Südafrika – Botswana – Simbabwe - Sambia)

in REISEBERICHTE 04.03.2015 06:34
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Hallo @Der Reisende

bin ja mal gespannt wie es weitergeht mit dem Auto und den Grenzübertritten.

Danke für die Mühe uns einen spannenden Reisebericht zukommen zu lassen.

Gruss Kurt


Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

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#3

Zwölf Wochen durch das südliche Afrika – (k)ein Urlaub mit dem Landrover (Südafrika – Botswana – Simbabwe - Sambia)

in REISEBERICHTE 05.03.2015 17:48
von Der Reisende • Rock-Dassie | 5 Beiträge

15.07.2014 Kubu Island – Nata Lodge[u]
Wir stehen wieder früh auf und ein neuer Tag liegt vor uns.
in der „Telefonzelle“
Die richtige Piste nach Gweta ist etwas schwierig zu finden, aber das Navigationsgerät erweist sich wieder als nützlich. Es geht zuerst durch die Salzpfanne, später dann durch eine Grassavanne entlang an einem Veterinärzaun. Das Navi verliert uns für einige Zeit, so dass wir auf die Beschreibung im Reiseführer und das Kartenmaterial angewiesen sind. Oft gehen die Fahrspuren auseinander, um später wieder aufeinander zu treffen.

Über die Ntwetwe Pan können wir zum Teil bis zu 60 km/h fahren. Dann geht es wieder langsamer auf tiefsandigen Pisten durch die Grassavanne oder über Wellblechpisten. Die Pfanne hat etwas Faszinierendes mit ihrer endlosen Weite. Man fühlt sich wie im Nichts, auf dem Mond oder in einem Meer. In der Ferne sind Luftspiegelungen zu entdecken.
endlich mal ein „Wegweiser“ ….

Wir erreichen schließlich Gweta und biegen dort auf die A3 in Richtung Nata ab. Unterwegs kommt es das erste Mal zum Aufleuchten der Motorleuchte. Nach ein- bis zweimal Starten des Wagens ist alles wieder in Ordnung. Der Campingplatz auf der Nata Lodge ist schön angelegt und der Ablution Block überrascht angenehm. Abends gibt es das erste Potje-Essen, einen Gemüseeintopf mit Reis. Und es schmeckt sehr gut.


16.07.2014 Nata Lodge – Senyati

Nach dem Frühstück kommen wir mit einem deutschen Ehepaar ins Gespräch. Die beiden sind schon seit drei Jahren unterwegs in einem MAN 5t mit Kofferaufbau mit „De Luxe“-Ausstattung.
Er war früher Hubschrauberpilot in Botwana, Sambia, Simbabwe und Mosambik usw. zur Tse-Tse Fliegen-Bekämpfung eingesetzt. Wir bekommen noch einige Tipps von ihnen. Als wir die Nata Lodge verlassen, kommen wir unweit danach in eine Polizeikontrolle. Wir erhalten eine Sicherheitsbelehrung in einem Zelt, dass neben der Straße aufgebaut ist. Kurz danach ist eine Veterinär-Kontrolle, wir werden jedoch durchgewunken. Weiter geht es in Richtung Kasane.
In Senyati angekommen, überrascht uns der Anblick einer Elefantenherde (21 Tiere) am Wasserloch neben der Rezeption.

Nach einer Fotosession beziehen wir unsere Campsite. Am Abend sitzen wir noch an der Bar, beobachten die Elefanten und lassen den Abend bei einem Bier ausklingen.
Zur näheren Beobachtung dient ein Bunker, der sich nur wenige Meter vom Wasserloch entfernt befindet. Der Einstieg in den Tunnel, der zum Bunker führt, liegt unterhalb der Bar.
Es ist schon beeindruckend, wenn man so nah bei den Elefanten ist.

17.07.2014 Senyati - Ihaha
Am Morgen ist das Dachzelt feucht vom Morgentau. Die Sonne trocknet es relativ zügig.
Mit der kleinen Getriebeuntersetzung haben wir so unsere Schwierigkeiten (die Untersetzung lässt sich oft nur sehr schwer bedienen). So dauert das Befahren der tiefsandigen Ausfahrt zur A3 etwas länger. Kaum auf der A3 angekommen, werden wir in einer Polizeikontrolle wieder mal belehrt zur vorsichtigen Fahrweise … Weiter geht es in Richtung Kasane. Dort stehen diverse Besorgungen auf der To-Do Liste wie Briefmarken besorgen, Lebensmittel kaufen, Bargeld vom Geldautomaten abholen etc. Nach dem Einkaufen brechen wir in Richtung Chobe NP auf. Am Sidudu Gate können wir die Eintritte für den Chobe NP und den Moremi NP bezahlen. Die Zeltplätze hatten wir ja bereits im September 2013 gebucht. Während der Fahrt an der Chobe River Front sehen wir viele Tiere.

Unser Zeltplatz liegt direkt am Chobe River.

In der zunehmenden Dämmerung auf unserer Campsite hören wir immer öfter ein Knacken, Rascheln und Stampfen. Wir bekommen ein mulmiges Gefühl. Als wir mit der Taschenlampe schließlich leuchten, funkeln uns unzählige Augenpaare an. Es sind Büffel, die am Flussufer entlang gehen. Ein schön-schauriges Erlebnis, aber für uns noch sehr ungewohnt. Wir sind dann bald in unserem Zelt verschwunden.


Viele Grüße

Der Reisende
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Aurelius Augustinus
zuletzt bearbeitet 05.03.2015 17:54 | nach oben springen

#4

RE: Zwölf Wochen durch das südliche Afrika – (k)ein Urlaub mit dem Landrover (Südafrika – Botswana – Simbabwe - Sambia)

in REISEBERICHTE 11.03.2015 16:27
von Der Reisende • Rock-Dassie | 5 Beiträge

18.07.2014 Ihaha - Lynianti
Wir stehen früh gegen 05:30 Uhr auf. Es ist fast noch dunkel und ziemlich kalt.

Die Strecke nach Lynianti soll lang und tiefsandig sein, deshalb wollen wir früh los. Nach dem Frühstück kommt Lesley, unser Nachbar auf der Campsite (ein Weißer aus Harare) vorbei und will wissen, ob wir nachts etwas bemerkt haben. An seinem Auto soll jemand versucht haben, die Türen zu öffnen. Wir haben nichts dergleichen bemerkt und an unserem Auto sind auch keine Spuren zu entdecken. Wir sind froh, dass nichts passiert ist. Es geht dann am Chobe River entlang, bevor die Piste vom Fluß wegführt. Viele Tiersichtungen haben wir unterwegs – Antilopen aller Art, Affen, Zebras usw.

Wir verlassen den Chobe NP und es geht auf Asphalt weiter. Später, als wir wieder auf eine Piste wechseln, müssen wir den Luftdruck in den Reifen senken, was sehr zeitaufwendig ist.
Die Strecke ist zum Teil sehr tiefsandig. Gut, dass wir einen Landrover haben.

Plötzlich sehen wir in einiger Entfernung eine Elefantenherde, die mitten auf der Piste sich vergnügt. Sie nehmen ein Sandbad. Wir warten in einigem Abstand und schauen uns das Schauspiel an. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Irgendwann dauert es uns doch zu lange und wir fahren einfach ganz langsam auf sie zu. Die Elefanten haben uns schon lange bemerkt. Als wir etwas näher kommen, verschwinden sie im Busch. Der tiefe Sand wird immer mehr, aber für den Landrover kein Problem. Die Untersetzung tut ihren Dienst. Schließlich kommen wir am Gate an. Kurz danach sind wir auf der gebuchten Campsite. Von weitem hören wir schon die Flußpferde brüllen und überall liegt der Elefantendung herum. Unter hohen Bäumen liegt unser Platz, ein herrliches Fleckchen Erde.
Nach einer wohltuenden Dusche wird es Zeit, das Abendessen vorzubereiten. Die Sonne geht wieder viel zu schnell unter.


19.07.2014 Lynianti - Savuti
In der Nacht sind die Flusspferde gut zu hören und am Morgen entdecken wir ihre Spuren unweit von unserem Landrover. Nach dem Frühstück geht es los in Richtung Savuti. Die Strecke ist auch hier sehr tiefsandig. Da kommt mal wieder die kleine Untersetzung zum Einsatz. Das Wetter ist wie immer sehr schön und wir genießen die Landschaft, als wir von zwei Fahrzeugen in hoher Geschwindigkeit überholt werden.

Wenig später erreichen wir eines der beiden Fahrzeuge, die uns überholt haben. Es steckt fest im Tiefsand - festgefahren. Der Toyota liegt mit dem Unterboden vollflächig auf. Das kommt davon, wenn man die Spur wechseln will. Es sind drei junge Männer aus Österreich, die es ein bisschen zu eilig hatten. Mit vereinten Kräften und den Klappspaten bzw. mit bloßen Händen haben wir den Toyota bald freigeschaufelt. Nach gut einer halben Stunde können wir unseren Weg fortsetzen. An der Rezeption in Savuti treffen wir die drei wieder. Dort erfahren wir auch, dass in ca. 40 km Entfernung – Jackal Island – ein Löwenrudel einen Büffel gerissen hat. Also, nichts wie los und auf die Suche nach den Löwen. Gut, das wir Detailkarten haben und ohne T4A hätten wir Jackal Island wohl nicht gefunden. Unterwegs treffen wir auf die Büffelherde und etwas weiter weg sind schon die ersten Geier zu sehen.

Kurz danach entdecken wir den Riss …

Es ist ein Fahrspur zu entdecken, die kreisförmig um den gerissenen Büffel im großem Abstand herum verläuft. Nach dreimaligem Abfahren auf dieser Spur können wir das Löwenrudel nicht entdecken. Wir beschließen zum Campingplatz wieder zurückzufahren. Doch plötzlich sehen wir unter einem Busch im Schatten etwas liegen. Das könnte einer sein. Wir fahren etwas näher ran und siehe da, ein kleines Rudel – Männchen, Weibchen und zwei Jungtiere, die alle mit vollem Bauch im Schatten der Büsche schlafen.

Auf dem Rückweg sehen wir dann noch Wasserböcke, Gnu´s ...

Als wir uns auf der Campsite gerade häuslich einrichten wollen, bekommen wir Besuch. Der „Herr des Platzes“, ein Elefant stattet uns einen Besuch ab.

Erstaunt nimmt er zur Kenntnis, dass sein Platz durch uns belegt ist, stutzt kurz und trollt sich bogenförmig am Platzrand entlang in den Busch, um ca. zehn Minuten später wieder einen Blick zu riskieren: „Sind die denn immer noch da???“
Einige andere Besucher stellten sich auch noch ein, wie Fuchsmangusten und einige Buschhörnchen nebst den hier immer gegenwärtigen Rotschnabeltoko`s. Ein Buschhörnchen legt sich mit einem Rotschnabeltoko an, der ihm zu nahe kam …

So haben wir noch einen geselligen Abend. Als wir schlussendlich ins Zelt wollen, leuchten wir den Platz nochmals ab. Da ist doch was – Hyänen inspizieren noch unseren Platz ...

20.07.2014 Savuti – Khwai River Gate
Nach einer weiteren sehr kalten Nacht ziehen wir alles an, was uns warm hält.
Gegen 08:30 Uhr brechen wir auf. Auf dem Pad in Richtung Khwai River sehen wir sehr viele Elefanten, Giraffen, Gnus, Geier, Zebras und Antilopen der verschiedensten Arten.

Für die ca. 30 km lange Strecke bis zum Moremi NP brauchen wir ca. 1 ½ Stunden. Am Gate wollen wir ein Picknick machen, doch die Ranger weisen uns darauf hin, zum Essen doch im Auto zu bleiben.

Nach einer langen Fahrt auf einer Gravelroad sind es „nur“ noch etwa sieben km bis zum Camp am Khwai River. Plötzlich stehen wir vor einem Fluss. Wir steigen aus und beratschlagen, wie wir ans andere Ufer kommen. Der Seitenarm sieht erst mal nicht sehr tief aus, doch in der Mitte kann man den Grund nicht erkennen – alles ist dunkel. In dem durch eine Sandbank vom Fluss getrennten Seitenarm können wir keine Tiere entdecken, im Fluss schon – Flußpferde … Wir drehen um und versuchen unser Glück an einer anderen Stelle. Alsbald kommt uns ein Fahrzeug entgegen, dass in Richtung Fluss weiterfährt. Kurz danach stellen wir fest, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als den Fluss zu durchqueren, also zurück zum Fluss. Dort treffen wir auf das andere Fahrzeug. Es ist eine Familie aus Deutschland. Während wir uns unterhalten, kommt noch ein 4x4 an, ebenfalls Deutsche. Nun sind wir zu „dritt“. Plötzlich kommt noch ein 4x4, diesmal mit Einheimischen und am anderen Ufer tauchen zwei Fahrzeuge auf, vermutlich sind es Südafrikaner. Dann geht es schnell, einer der Schwarzen und ein Südafrikaner waten durch den Seitenarm und „lotsen“ die Tiefe aus. Kurz danach steht fest, welchen Weg wir nehmen können. Wir legen die Reihenfolge fest. Am Landrover befestigen wir die Schleppleine und packen diese danach aufs Dach. Als letzte fahren wir los, Anspannung pur. Wir versuchen nicht in der Spur des Vorausfahrenden zu kommen. Es gelingt uns ganz gut und wir kommen ohne „abzusaufen“ ans andere Ufer.

Die Freude bei allen Beteiligten über das Gelingen ist groß. Kurze Zeit später erreichen wir das Khwai Camp. Dort versorgen wir uns mit Feuerholz, ehe wir unsere Campsite beziehen. Für die ca. 110 km haben wir ungefähr 6 ½ Stunden gebraucht. Die Tage sind hier sind wie immer zu kurz, der Abend kommt sehr schnell, dann duschen, Tagebuch schreiben und das Kochen mit dem Potje dauert eben seine Zeit. Wir „fallen“ müde in unsere Schlafsäcke.


Viele Grüße

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Aurelius Augustinus
zuletzt bearbeitet 11.03.2015 16:35 | nach oben springen



     
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