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Reisebericht Namibia - vorsicht! Lang und ausführlich!

in REISEBERICHTE 18.06.2014 13:54
von Fandango • Rock-Dassie | 5 Beiträge

Namibia 2013 04.04. – 26.04.20
Es gibt viele Welten auf dieser Welt, eine der schönsten für uns ist Afrika, wo alles so ganz anders ist als bei uns, eine andere Welt eben. Bisher war es „nur“ Nordafrika, diesmal ging es viel weiter „nach unten“ als sonst – Namibia, Süd-West Afrika war unser Ziel.
Am 04.04. ging es Nachmittag um 15.00 h los in Richtung Frankfurt. Parkplatz war wie immer reserviert, also Auto im Parkhaus geparkt wieder direkt unter dem Gate. Der Schalter der Namibia-Air war schon offen, mal wieder ein schnell check in. Dann, quasi nach alter Tradition (o.k. zum zweiten Mal) zum Mexikaner und Essen. Boarding verlief super pünktlich und auch der Flug ging planmäßig raus. Der Service an Bord war sehr gut, um Längen besser als wir uns das vorgestellt hatten. Die Stewardessen sind dauernd mit Getränken rumgelaufen. Das Einzige war der Sitzabstand, der ist leider mehr als eng. Nach einem gar nicht mal so schlechten Abendessen versuchten wir zu schlafen, ich konnte leider gar nicht, weil das der unruhigste Flug war den ich je erlebt habe. Die Maschine hat gewackelt und geschaukelt. Volker hat aber umso fester geschlafen. Am 05.04 früh sind wir in Windhoek pünktlich angekommen, haben unser Gepäck geholt und waren sehr gespannt, ob die Abholung wohl klappen würde. Tatsächlich am Ausgang stand jemand mit einem Schild auf dem unser Name stand. Leider mussten wir dann doch länger warten weil noch ein Mitfahrer gefehlt hat. Die Zeit wurde aber von uns genutzt und eine Handykarte für Namibia gekauft. Nach ungefähr einer dreiviertel Stunde meinte unser Chauffeur das es keinen Sinn machen würde noch zu warten und auf ging die Fahrt zu Asco. Dort stand er nun: unser Hillux mit seinem Dachzelt! Bevor es los ging bekamen wir noch eine sehr gute Einweisung. Immer wieder die Frage: any questions? Und welche schöne Überraschung, keine so zerbrechlichen Stühle wie gewohnt (sehr zur Freude von Volker!). Nun begann unser Abenteuer Afrika! Wir hätten uns wahrscheinlich noch mehr gefreut, hätten wir damals schon gewusst wie schön es wird. Es ging los über Umwege nach Rehoboth. Das links-fahren war kein Problem, hatten wir wohl noch irgendwie gespeichert. In Rehoboth fanden wir auch gleich einen Sparladen, vor der Tür stand ein junger Mann, der sich anbot auf unser Auto aufzupassen. Das ist in Namibia vor allen Supermärkten so, man wird angeschaut, nickt und schon ist das Fahrzeug wohlbewacht. Die ersten Vorräte hatten wir auch gleich unter „Dach und Fach“, Grillsachen, Kohle, Anzünder, Fleisch nützliche Kleinigkeiten und natürlich Rotwein. So ausgestattet machten wir uns zurück auf die Piste. Unterwegs sahen wir schon die ersten Tiere: viele Paviane und auch Oryx-Antilopen. Das fing ja besser an, als wir uns das jemals hätten träumen lassen. Am Campground Lake Oanop Resort angekommen waren wir einfach sprachlos: ein riesiger Platz, mit eigener Toilette, Grill und riesiger Hütte zum sitzen. Blick auf den See, der leider ziemlich ausgetrocknet war, aber trotzdem wunderschön. Sofort wurde unser Grill aktiviert, die erste Grillung in Afrika mit Rotwein und Kartoffelsalat, der jedoch fast ausgefallen wäre, da der Gaskocher erst vehement überredet werden musste zu funktionieren, was aber relativ schnell zu bewerkstelligen war. Allerdings waren wir beide ziemlich müde und verkrochen uns zur ersten Nacht in unser Dachzelt, das nun für die nächsten Wochen unser Schlafzimmer sein sollte.

Am 06.04 erwachten wir frisch und ausgeruht vom Gezwitscher der Vögel. Aßen in der schönen Sitzhütte unser erstes Frühstück in Namibia und fuhren dann los auf der B1 in Richtung Hardap Damm. Am Damm angekommen teilte man uns mit, wir sollten uns an der Rezeption melden zum Zahlen, nun, das wurde von uns überhört. Am Hardap Damm ist ein sehr schöner Stausee und hier wir unsere ersten Klippschliefer gesehen, außerdem Springböcke und die schönen, von uns so bewunderten Oryx Antilopen. Die für mich schönste Antilopenart. Diese Tiere aus nächster Nähe sind wirklich ein Erlebnis. Nach ausgiebiger Rundfahrt am See entlang ging es weiter Richtung Kalahari Anib Lodge. Dort erwartete uns wieder ein sehr großer Platz mit eigener Toilette, Dusche und Dach zum im Schatten sitzen und allem Drum und Dran. Die Lodge wurde kurz von uns angeschaut natürlich auch der dazugehörigen Laden und das Restaurant. Nachdem wir das gesehen hatten, beschlossen wir, dass wir abends dort essen gehen. Sind dann noch einen langen Trail gelaufen weil wir auf Zebras hofften. Leider keine, aber viele, viele Springböcke, die schnell vor uns geflohen sind. Und es war heiß, sehr heiß. Nach 1,5 Stunden waren wir wieder am Camper und haben uns erst mal erholt. Einen Kaffee getrunken und ein Marmeladenbrot gegessen. Das Dinner war ja erst um 20.00 h und wir hatten von unserer Wanderung schon Hunger. Um 19.30 h gingen wir los in Richtung Lodge. Das Restaurant einfach genial, mit Kerzen auf jedem Tisch und dem wundervollen Sternenhimmel von Afrika. Zuerst gab es gekochten Schinken und Salat, dann Kürbissuppe mit Sahne, dann Oryxroulade und zum Dessert Kuchen mit Vanillesoße. Alles in Allem ein Gedicht. Das schönste Dinner dass ich je erleben durfte. Dann zurück zum Camper, noch ein Rotweinchen genossen und den Sternenhimmel fotografiert, sodann krabbelten wir, rechtschaffen müde, in unser gemütliches Dachzelt.

Am 07.04. erwachten wir morgens ganz früh. Direkt neben unserem Camper fanden wir Spuren von Springböcken, die man schon nachts hören konnte, wie sie an unserem Camper vorbeikamen. Wir sind dann nochmal ins Zelt, und dann tatsächlich ging ein Springbock ganz nah bei uns vorbei. Nach diesem Erlebnis konnten wir natürlich nicht mehr schlafen, zumal nun die Sonne aufging, Sonnenaufgang in Afrika, nicht zu beschreiben. Während des Frühstücks wurde es auch schon ganz warm. Nachdem wir wieder gepackt hatten, ging die Fahrt in Richtung Mariental. Wir mussten unbedingt noch einiges einkaufen. Leider hatten wir übersehen, dass Sonntag ist. Ein Supermarkt machte wohl auf, aber erst um 09.30 h. Wir fuhren dann erst mal weiter zum Köcherbaumwald. Dieser befindet sich rund 13 Kilometer vor Keetmanshoop und ist zum National Monument deklariert. Der Wald befindet sich auf der Farm Gariganus. Sehr, sehr schön. Solch tolle Bäume hatten wir noch nicht gesehen. Die Köcherbäume heißen so, weil aus den Ästen früher Köcher für Pfeile gemacht wurden. Am Ende sahen wir noch ein paar Klippschliefer und einer von Ihnen lies sich ganz ohne Scheu fotografieren. Allerdings hatte er wohl ein kleines Zahnproblem, wie man auf den Fotos erkennen konnte. Die Vorderzähnchen standen ganz schief. Nachdem wir diesen Wald ausgiebig durchwandert hatten, fuhren wir zum Giants Playground. Eine riesige Ansammlung an Granitfelsen, die durch Erosion die urigsten Formen gebildet haben, ganz ähnlich wie die Remarkabel Rocks in Australien, nur waren die Felsbrocken nicht so groß Ein halbstündiger Rundweg führt durch die beeindruckende Felslandschaft. Der Spielplatz der Riesen gehört ebenfalls zur Farm Gariganus. Irrsinnige Felsformationen, eben als hätten Riesen mit Felsen gespielt. Von Gariganus aus ging es dann nach Keetmanshoop und hier wurde ein neuer Versuch gestartet einzukaufen. Zuerst fanden wir eine Tankstelle, hier gab es Brot und Orangensaft. Nach intensiver Suche entdeckten wir dann doch noch so etwas wie einen „Supermarkt“. Ich ging dann hinein, Volker wartet im Auto. Es gab alles, was das Herz begehrt, ABER keine Kassen. Die Damen haben alles aufgeschrieben mit Artikelnummer, Bezeichnung und Preis und dann aufaddiert. Das hat gedauert. Und Volker hat gewartet. Während dessen wurde er von mehreren Einheimischen belabert, hießen irgendwie alle Hans oder Wolfgang oder so (komisch !?). Nachdem ich nach einer halber Stunde noch immer nicht da war, hat Volker sich dann auf die Suche gemacht, er war in Sorge, dass ich verloren gegangen bin. Gerade war ich aber auch schon fertig. Eigentlich wollten wir dann den Naute Damm anschauen, haben aber wohl irgendwie die Abzweigung verpasst, wir sahen ihn nur von weitem. Ziel der heutigen Fahrt war der Fish River Canyon. Unterwegs sahen wir viele Strauße, leider aber weit weg und ein Oryx, genau an der Straße, eines sogar totaaaaaaaaaaaal dekorativ unter einem Baum stehend. Und dann, endlich: das erste Zebra. Allerdings ganz alleine. Aber ein Zebra! Dann zum Campground Hobas, direkt am Fish River Canyon. Nicht so toll wie die Camps vorher, aber o.k. Wir haben dann erstmal an der Rezeption Feuerholz gekauft, lecker gegrillt und dann Feuerle geschürt, ein Gläschen Abendrotwein war natürlich wie immer auch dabei.

Der 08.04. begann wieder sehr früh, wir wollten ja den Fish River Canyon anschauen. Unterwegs sahen wir dann eine Herde mit Zebras. So um die sechs bis acht Stück. Sehr schön und sehr groß. Nach dieser freudigen Überraschung begann der „Canyon-Tag“ Mit seiner Tiefe von bis zu 550 Metern gilt der Fish River Canyon - nach dem Grand Canyon in Amerika - als zweitgrößter Canyon der Welt. Die Schlucht windet sich über eine Distanz von rund 160 Kilometern durch das zerklüftete Koubis-Bergmassiv bis hinunter nach Ai-Ais. Der Canyon beginnt bei Seeheim. Natürlich wurden viele Look outs angefahren. Außer dem Canyon gab es auch ein Streifenhörnchen zu besichtigen, und eine sehr außergewöhnliche Toilette ohne Tür. Von allen Punkten die wir anfuhren, hatten wir eine super Aussicht auf den Fish River, der allerdings so gut wie kein Wasser führte. Als wir mit den Look outs fertig waren, sind wir dann, weil noch Zeit war, nach Ai Ais gefahren wo Volkers Vater 1974 war. Die Fahrt führte durch eine sehr karge, aber auch sehr schöne Gegend. Die Felsen sahen aus wie einzelne Platten übereinandergestapelt. Ai Ais sah dann aber völlig anders aus als auf den Fotos von Vater, mit vielen Bäumen und einem tollen Hotel. Haben dort einen Kaffee getrunken. Das Thermalbad konnten wir leider nicht finden, vermutlich ist es im Hotel. Nachdem Ai Ais nicht so ganz das war was wir dachten, stand recht bald die Rückfahrt auf dem Programm und wir waren ziemlich bald auf unserem Campground. Haben uns dort einen Kaffee gemacht und ein wenig relaxt. Abends war wieder grillen angesagt, diesmal als Stehparty direkt mit Grill in der Mitte. Später wurde wieder Feuer geschürt und es gab natürlich noch ein Gläschen Wein.

Am 09.04. war es früh etwas frisch. Trotzdem Frühstück natürlich draußen, ein „drinnen“ hatten wir ja auch nicht. Unser erster Stopp heute sollte Canyon Road Haus sein, zwecks tanken. Der Tankwart ließ den Diesel in unseren Tank plätschern und noch mehr und noch mehr bis uns einfiel, wir hatten nur noch 1300 N$. Wir konnten gerade so noch Stopp sagen! So, nun hatten wir unser letztes Bargeld für Benzin ausgeben und der Tank war nicht mal ganz voll. Aber, das ist doch kein Problem, dachten wir, in Aus bekommen wir locker mit der Kreditkarte Geld. Nun, in Aus angekommen stellten wir fest, dass es da zwar einen Kreditkartenautomaten gab, leider aber nur mit Visa Card. Volker war schon ein bisschen genervt, was nun, wir hatten ja nichts mehr zu essen. Am Campground Klein Aus Vista angekommen, konnten wir aber dort mit Hilfe der Kreditkarte Brot, Fleisch, Feuerholz und Orangensaft kaufen, alles war wieder gut. Klein Aus bietet verschiedene Trecks zum Laufen an, wir haben uns für den 10 km Treck entschieden. Nicht ganz einfach, über tolle Felsen und zuweilen recht steil. An einem Aussichtspunkt konnten wir in die Namib-Wüste sehen, was für eine Weite. Der Treck führte uns auch durch eine Schlucht. Auf einmal hörten wir einen fürchterlichen Schrei: Affen! die mir mit ihrem Gelärme ein bisschen Angst eingejagt haben. Ich war sehr froh, als wir sie hinter uns gelassen hatten. Wir sahen auch einige Klippspringer, die sehen so ähnlich aus wie unsere Gemsen. Dann ging es in Richtung Geisterschlucht. Dort steht ein Auto von 1934. Die Legende sagt, dass Diebe Diamanten gestohlen haben und in der Geisterschlucht von der Polizei gestellt wurden. Das Auto hat unglaublich viele Einschusslöcher von dem Gefecht welches sich die Diebe und die Polizisten geliefert haben. Die Diebe kamen dabei um. Die Diamanten wurden nie gefunden und in Vollmondnächten sieht man die Diebe nach den Diamanten suchen. Ich schwöre, es war unheimlich – irgendwas ist da – sicher! Direkt hinter dem Auto ist ein riesiges Nest mit Gesellschaftsvögeln. Die sind da ein uns ausgeflogen wie Bienen im Bienenhaus. Wir mussten dann noch durch die Schlucht, am Rande der Berge entlang und da haben wir uns irgendwie verlaufen. Nach einigem Suchen haben wir den Weg aber dann doch wieder gefunden. Ziemlich fertig kamen wir zurück zum Campground, es war auf einmal sehr windig und auch sehr, sehr kalt. Ab hier besuchten uns Gesellschaftsvögel, die uns von jetzt an oft begleiteten. Nachdem wir von dem Treck doch recht hungrig waren, wollten wir gleich losgrillen und merkten, dass ein Füßchen und Deckelchen vom Grill fehlen, nach intensiver Suche ist das Füßchen – Gott sei Dank - wieder im Camper aufgetaucht. Jetzt stand dem Essen nichts mehr im Wege, es gab Fleisch mit Bohnen. Nachdem es nun recht frisch war, versuchten wir Feuer zu schüren, leider war das Holz nicht so toll und hat nicht gut gebrannt, worauf wir uns in unser Schlafgemach, sprich Zelt verkrochen. Nachts wurde es dann noch kälter und extrem windig. Wir haben ganz schön gefroren.

Der 10.04. begann genau so kalt wie der Abend vorher geendet hatte. Zuerst dachten wir, wir könnten nicht frühstücken weil zu viel Wind blies um den Brenner anzuwerfen, mit einigen Barrieren um den Kocher ging es dann doch. Nach dem Frühstück fuhren wir in Richtung Kolmannskuppe, der Geisterstadt. Nun fiel uns ein, wir haben ja noch immer kein Geld, daher zuerst nach Lüderitz auf die Bank, dann wieder Kolmannskuppe. Im Jahre 1908 begann in Kolmannskuppe der Diamanten Rausch. Ein Arbeiter der Eisenbahngesellschaft, hatte einen seltsam funkelnden Stein im Sand gefunden und ihn seinem Vorgesetzten gezeigt. Es handelte sich um einen Diamanten, wie sich herausstellte. Der Reichtum der Bewohner ließ eine Stadt entstehen, in dem aller Luxus vorhanden war der damals für Geld zu bekommen war, Strom, Badezimmer, Toiletten und Wasser in jedem Haus, und das in einer Umgebung, die trostloser wohl kaum sein kann. Trotz der lebensfeindlichen Umgebung lebten hier bis zu 400 Menschen und es entstanden herrschaftliche Steinhäuser nach deutschem Vorbild. Es gab eine Eisfabrik, eine Metzgerei, einen Laden, eine Bowlingbahn, ein Theater und eine Turnhalle. Leider war Kolmannskuppe aber nicht, wie von den Bewohnern erhofft, ein neues Kimberly. 1930 war es vorbei mit den Diamanten und vorbei mit dem Reichtum. Die Bewohner verließen Kolmannskuppe nach und nach und überließen den Ort der Wüste. Erst 1990 wurde damit begonnen die Stadt als Museum wieder aufzubauen. Ein Haus ist jetzt noch komplett eingerichtet und man kann hier noch den Reichtum sehen der einst herrschte. Irgendwie stimmte mich das ein bisschen traurig, so eine schöne Stadt, so schöne Häuser und niemand mehr da, nur Wüste. Nachdem wir Kolmannskuppe ausgiebig angeschaut hatten, ging es wieder zurück in Richtung Lüderitz. Wir sind gleich mal zum Agate Strand gefahren, angeblich kann man da Achate finden. Was wir fanden waren überall Grillplätze, die es wirklich an allen Ecken und Enden sogar an Rastplätzen gibt, aber leider keine Achate. Am Rande des Sperrgebietes entlang steuerten wir nun die Down Town an und erkundeten Lüderitz zu Fuß. Weil wir ja jetzt wieder Geld hatten wurde gleich mal eingekauft, unter anderem einen Jogginganzug für mich und eine Jacke für Volker. So sollten wir für die Kälte der Nacht gerüstet sein. Nachdem auch der Wein aus war, besorgten wir noch schnell 10 Liter, leider hatten wir wohl nicht richtig gelesen, es war Weißwein, der Abendrotwein ist jetzt also weiß! Nachdem wir dann ausgiebig Lüderitz gesehen hatten, ging es zurück in Richtung Klein Aus. Unterweges hielten wir dann am Aussichtspunkt Garup an und hofften, dass wir Wildpferde sehen. Nachdem wir einige Zeit gewartet hatten, kamen auch tatsächlich drei Stück ganz gemächlich angelaufen. Richtig begeistert darüber fuhren wir nach vielen Fotos weiter. Plötzlich links der Straße, ganz viele, sogar mit Fohlen. Das war ja eine Überraschung. Da sitzen wir fast eine Stunde und warten auf drei Stück und hier stehen die Tierchen im Dutzend. Wieder am Campground angekommen wurde gegrillt nicht mit Abendrot- sondern Abendweißwein, auch sehr schmackhaft!

Die Nacht auf den 11.04. war dank des neuen Jogginganzuges nicht so kalt. Morgens war es aber noch immer sehr windig, trotzdem gab es keine Probleme beim Draußenfrühstück. Während des Frühstücks wuselten viele Streifenmäuse um uns herum, die sehen richtig niedlich aus mit Streifen auf dem Rücken. Heute sollte es nach Sesriem gehen. Diese Fahrt führte uns in die älteste Wüste der Welt in den Namib Naukluft Park. Der Namib-Naukluft Park ist mit einer Gesamtfläche von rund 50.000 Quadratkilometern Namibias größtes Naturschutzgebiet. Es umfasst einen rund 100 bis 150 Kilometer breiten Gürtel entlang der namibischen Küstenwüste, der im Norden am Swakop Flusstal beginnt und sich im Süden bis zur B4 Straße nach Lüderitz erstreckt. Der überwiegende Teil dieses riesigen Gebietes ist für Menschen nicht zugänglich. Lediglich den kleinen Abschnitt nördlich des Kuiseb Flusses, das Naukluft Gebirge sowie das Sossusvlei in den Dünenfeldern kann man besuchen. Unterwegs begann sich die herrliche Landschaft zu verändern, tolle Felsen und viel, viel rote Erde. Die Straße war nur noch unseald. Mal roter Sand, mal Schotter. Unterwegs sahen wir wieder viele, viele Springböcke und Oryx. Eine Springbockherde war genau an der Straße und zwei von denen haben nicht kapiert, dass man auch zur Seite weg kann und sind dauernd vor uns her gerannt. Dann, kurz vor dem Ziel, eine riesige Herde von Zebras, wir sind quasi mitten durch gefahren. Da waren auch Zebrafohlen dabei, so süß. Am Campground Sesriem angekommen, bekamen wir einen sehr schönen Platz mit Mauer außenrum und großem Baum in der Mitte. Tisch und Stühle wurden rausgezerrt und nachdem wir den Camper ausgeräumt hatten fanden wir, diese Freude, auch das Deckelchen vom Grill. Es war doch sehr heiß, daher gingen wir erst mal kurz in den Swimmingpool, dann duschen und dann lecker Grillen mit riesen Teil vom Rind. Im Kaufhaus hatten wir vorher ein Steak gesehen mit 2,6 kg – so groß war unseres dann doch nicht, aber fast. Dazu gab es Krautsalat und Paprika vom Grill. Abends war es sehr warm und wir saßen noch lange und schauten auf den herrlichen Sternenhimmel Afrikas.

Für den 12.04. hatten wir uns vorgenommen ganz bald aufzustehen weil wir in die Sousouvlei wollten. Laut Reiseführer sollte man da besser um 11.00 h wieder draußen sein, weil es dann extrem heiß wird. Um 06.00 h saßen wir schon beim Frühstück. Auf einmal, als wir fast schon fertig waren und eigentlich starten wollten sahen wir ca.80 m weiter weg zwei kleine Springböcke die spielten. Sie hüpften und sprangen und mit allen vieren hoch – süüß. Das ging vor. So starteten wir doch mit einiger Verspätung zu den roten Dünen. Zuerst kam die Düne 45. Die mussten wir rauf. Das war doch sehr anstrengend, das Ding ist sehr hoch und die Temperaturen schon sehr heiß. Wir entdeckten kleine Wüsteneidechsen die über den Sand flitzen. Später lernten wir dass das Schaufelnaseneidechsen waren. Wieder runter von der Düne machten wir erst mal Pause und tranken ordentlich Wasser. Nun kam der spannende Teil der Fahrt, durch den Tiefsand mit Allrad weiter ins Death Vlei, wow - sehr skuril, viele tote aber sehr schön aussehende Bäume die mehr als 1000 Jahre alt sind stehen in der ausgetrockneten Pfanne. viel roter Sand und sehr, sehr heiß. Wir bemerkten witzige kleine blaue Käfer die immer zu zweit über den Sand rannten und tolle Spuren hinterlassen. Später erführen wir, dass es sich hierbei um Klopfkäfer handelt von denen es 200 Spezies gibt, in der Sprache der Eingeborenen heißen sie toktokki. Sie laufen so schnell um sich damit zu kühlen. Die Körpertemperatur sinkt dadurch um 10 Grad. Nachdem wir auch nach diesem Treck erst mal eine Pause machten, ging es über eine Tiefsandstrecke zur Sousouvlei und es war heiß, heiß, heiß. Dadurch, dass wir früh den Springböcken zugesehen hatten, waren wir doch spät dran und es ging auf Mittag. Über die Allradstrecke eimerten wir zurück in Richtung Campside. Vorher steuerten wir noch die Elim Dune an. Volker hatte aber gar keine Lust mehr hoch zu klettern. Ich schon. Die Aussicht von oben, einfach grandios. Bevor wir endgültig zum Campground zurück fuhren, wurde noch der Sesriem Canyon angesteuert. Der Sesriem Canyon besteht aus einer engen Schlucht mit einer Länger von ca. 1 km und etwa 30 bis 40m tief und entstand durch jahrhunderlange Erosion. Dieser kleine Canyon hat seinen Namen daher, weil er die Tiefe von sechs aneinander geknotete Riemen hat, die die Eingeborenen zum Wasserholen brauchten Die Steinformation ist wirklich mehr als außergewöhnlich, es sieht aus wie Beton mit vielen Steinen drin. Nicht sehr tief, aber sehr schön. Wir sind dann am Canyon entlang gelaufen und dann endgültig zurück zum Campground. An der Bar, die nach allen Seiten offen war, wurde noch ein Rotwein getrunken, dann zu unserem Platz zurück, eine Erholungspause gemacht, flugs noch mal in den Pool. Jetzt war es schon Zeit für das Abendgrillen, dazu gab es noch immer Weißwein!

Als wir 13.04.erwachten, war es ca. 06.30 h früh und alle anderen schon weg, wir waren tatsächlich die letzten! Egal, erst mal frühstücken! Als wir so gemütlich beim Kaffee saßen, meinte Volker plötzlich: ich glaub es nicht, eine Schlage! Tatsächlich, ca.2 m lang, direkt auf der Mauer zu unserem Kraal. Volker ist natürlich sofort losgestürzt zwecks Foto holen. Als er der Schlange zu nahe kam, hat diese sich aufgestellt und wütend gezischt. Wir haben dann nachgeschaut, es war eine Yellow Cape Cobra. Gar nicht ungefährlich, sie greift an wenn sie sich in Gefahr wähnt. Wir haben dann überlegt, wir sind immer über die Mauer zum Wasserhahn, was wäre wenn die Kobra dann da gewesen wäre? Nicht darüber nachdenken! Gegen 07.40 h waren auch wir für die Abfahrt in Richtung Solitäire bereit. Kaum waren wir richtig auf der Strecke sahen wir zu unserer rechten eine riesige Gnuherde, mit Babies! Die Herde ist dann direkt vor uns über die Straße, ein gigantischer Anblick. Weiter ging es nach Solitäir – hier sollte es laut Reiseführer frischen Apfelkuchen und Brot geben. Angeblich ließ ein niederländischer Regisseur das hektische westliche Leben hinter sich und reiste nach Afrika. Bei dieser Tankstelle bleibt er hängen, baut hier zusammen mit Moose eine Lodge und backt seinen ersten Apfelkuchen. In Solitäir haben wir dann getankt und tatsächlich auch Apfelkuchen gekauft. Um die Tankstelle stehen viele alte Autos die da vor sich hin gammeln, richtige Oldtimer, dazwischen riesige Kakteen und schöne Blumen. Die Tour führte uns nun weiter über den Goisip Pass, hier gab es richtige Kurven und Passstraßen. Außerdem sahen wir drei Motorradfahrer, ich weiß nicht ob das so richtig Spaß macht? Die Landschaft war mehr als schön. Doch je weiter wir Richtung Walvis Bay fuhren, von Kilometer zu Kilometer wurde es nicht mehr so spannend, am Schluss war es nur noch Wüste. In Walvis Bay gibt es die Düne 7. Diese wurde allerdings von Volker verweigert. Wir hielten kurz an, um uns Walvis Bay ein wenig anzusehen. Am Strand sahen wir ein sehr exzentrisches Restaurant, mit Stelzen auf dem Wasser gebaut, die Bauweise schief, aber doch auch irgendwie sehr toll. Beschluss: wir trinken hier Kaffee. Während unserer Kaffeepause wurden wir von einer Journalistin angesprochen, ob wir von der Queen Elisabeth sind, die gerade in Walvis Bay lag. Dies wurde von uns vehement verneint. Sie meinte dann, sie würde sich freuen, wenn wir ihr von daheim aus eine Mail schreiben würden, wie es uns gefallen hat in Afrika, nun, das werden wir tun. Als heutiges Ziel stand Svakopmund an und hier der Campground Alte Brücke. Dieser Platz sieht aus wie eine kleine Vorstadtsiedlung. Jede Campside hat ein einzelnes kleines Häuschen, das die Toilette und Dusche beherbergt. Vorne dran ist ein Grill angemauert und noch eine Rasenfläche für den Camper. Nachdem wir noch Zeit hatten, machten wir einen kleinen Spaziergang in Richtung Strand. Unterwegs wurden wir von einem Namibier angesprochen der aus Makkalania-Nüssen Andenken schnitzt mit Namen drauf und Namibia 2013. Wir haben uns jeder so eine Nuss gekauft, die jetzt an dem jeweiligen Foto hängen. Nun ging es in Richtung Pier mit Blick auf Swakopmund. Dann wieder zurück, so langsam hatten wir Hunger, der Grill wurde angeworfen mit neuer Grillkohle, da muss der Grillanzünder mit dabei sein, die brannte gleich wie verrückt. Es gab mal wieder ein riesen Steak und lecker Wein. Zu späterer Stunde besuchte uns die Camp-Katze, in Form von Schinken und Milch wurde sie herzlich von uns begrüßt. Auch das Feuerle fehlte an diesem Abend nicht und wir saßen sehr relaxt vor unserem Camper. Später wurde es etwas kühl für Volker, weil keine lange Hose hatte. Er hat sich dann kurzerhand einen Stein vom Feuer genommen und seine Füße drauf gestellt, das wärmt auch! In der Nacht hätten wir so einen Wärmstein brauchen können, es wurde nämlich wirklich recht frisch und ich war sehr froh dass ich in meinen Jogginganzug steckte.

Für den 14.04. hatten wir im Voraus die „Living Dessert Tour“ geplant und gebucht. Also war früh aufstehen angesagt. Wir waren sehr erstaunt, als wir aus dem Zelt kamen und es war total neblig und gar nicht sehr warm. Trotzdem wurde erst mal ausgiebig gefrühstückt und los in Richtung Rezeption . Um 08.30 h kam Chris mit seinem Jeep um uns abzuholen. Zuerst erfuhren wir, dass dieser Teil der Wüste der einzige weltweit ist, an dem es immer früh neblig ist, dadurch gibt es doch so etwas wie Wasser – Micro-Tropfen. Er erklärte uns dann die Nahrungskette in der Wüste: In Namibia, wo viel Wasser ist, gibt es große Elefanten. Hier in der Wüste ist nicht viel Wasser, eben nur Mikro-Tropfen. Daher gibt es hier nur Mikro-Elefanten und Bonsai-Krokodile. Die Käfer der Wüste essen das was der Wind in den Ecken der Dünen zusammentreibt, Chris hat es Müseli genannt. Diese Käfer werden wiederum von den Geckos und Eidechsen gefuttert, diese wiederum von den Schlagen und den Raubvögeln die alles essen. Auch wie man den Unterschied zwischen einer Eidechse und einem Gecko herausfindet wurde uns erklärt: Man nimmt das Tier und wirft es gegen eine Scheibe, wenn es kleben bleibt ist es ein Gecko, wenn es runter rutscht eine Eidechse – das war natürlich nicht ernst gemeint. Chris hat uns auch gezeigt wie eine Pflanze Wasser speichert und hat sie ausgedrückt. Da kam so viel Wasser raus, es war unfasslich. Als nächstes haben wir einen Skink ausgegraben, das Tier sieht eigentlich aus wie ein Wurm, aber am Schwanzende ist es so bunt wie ein Regenbogen. Von ihm erfuhren wir auch den Namen der kleinen Eidechsen und der Käfer, die wir in Sesriem so bewundert hatten. Dann hielt Chris den Jeep an einem kleinen Gebüsch an und meinte: „da ist eine Schlange“. Wir konnten beim besten Willen nichts sehen. Er zeigte noch mal drauf, wir sahen nichts. Er hat sich dann einen Foto geben lassen und die Augen fotografiert. Tatsächlich, eine Schlange! Wir haben sie nicht mal gesehen, als wir direkt vor ihr waren und Chris konnte sie vom Auto aus erkennen. Es war eine Hornviper, später hat er uns noch eine Puffotter gezeigt. Wir sind dann auf eine Düne gestiegen und er wies uns auf eine Spur im Sand hin, eine Chamäleon-Spur. Dieses Chamäleon hat er dann auch für uns gefunden. Es war ein Weibchen und nach Aussage von Chris schwanger. Diese Tiere verändern ihre Hautfarbe je nach Streßsituation. Je heller desto besser fühlt es sich. Zuerst war es ganz dunkelgrau. Nachdem es aber ein paar Würmer bekommen hatte, ist es dann doch rosa geworden. Danach sind wir auf Dünen geklettert und haben die Aussicht auf die Wüste bewundert. Chris ist der totale Naturschützer und war wohl an der Gründung des Naturschutzparks beteiligt. Am Schluss machten wir noch eine total coole Fahrt durch die Dünen in Schräglage vom Jeep. Nach dieser wirklich sehr lehrreichen und auch aufregenden Tour fuhr er uns zurück zu unserer Campside. Nachdem Tierlehrtag war, wollten wir das Aquarium anschauen, war aber nicht so toll, trotzdem o.k. Ich hatte mir im Vorfeld überlegt, dass es toll wäre noch Svakopmund anzusehen, ergo gingen wir weiter in Richtung Down Town. Dummerweise war aber Sonntag und somit nichts los. Trotzdem sahen wir uns ein bisschen um. Wir entdeckten dann ein Cafe und wollten eigentlich Kaffee trinken. Die Bedienung kam auch gleich und hat uns einen Zettel gebracht mit dem Angebot des Tages: Currywurst mit Pommes. Volker hat natürlich sofort zugeschlagen. Ich hatte Rösti mit Salmon sehr lecker. Auf der Speisekarte stand alles in deutsch, z.B. Leberkäse oder Wurstsalat und zum Nachtisch Waffeln mit Vanillesoße. Lustig. Bevor wir zurück zu unserem Camper gingen haben wir schnell noch Feuerholz für den Abend gekauft. Dann Holz schleppenderweise wieder zurück. Zuerst tranken wir noch einen Kaffee, im Cafe hatten wir ja was besseres zu tun, später wurde noch gegrillt, mit jetzt wieder Abendrotwein. Zu späterer Stunde wurde Feuerle geschürt, das hatten wir uns verdient, haben schließlich auch geschleppt.

Am 15.04. ging unsere Namibia-Expedition weiter nach Aba Huab. Zuerst nach Henties Bay. Dort versuchten wir Fisch für das Abendgrillen zu kaufen. Henties Bay liegt direkt am Meer, aber es war schwierig Fisch zu bekommen. Wir sind ein paarmal hin und her gefahren bis wir es geschafft hatten. Die Dame in dem Geschäft fragte uns, warum wir nur so wenig Fisch wollten, die von uns ausgesuchten Fische wären doch arg klein. Nun, wir beließen es bei den kleinen. Als wir aus dem Landen kamen, mussten wir unseren Kassenzettel vorweisen und eine Dame hat ihn abgestempelt. Warum ist uns ein Rätsel. In Richtung Uis ging die Reise weiter. Die Landschaft wurde nun sehr, sehr „wüstig“. Kurz vor Uis standen rechts und links der Straße Mineralienhändler. Wir hielten an und kauften ein paar Steinchen auch zwei Sandrosen. Ab da wurde die Landschaft traumhaft schön. Herrliche Berge und kleine grüne Bäume dazwischen. Eselchen am Straßenrand und kleine Hütten. Genauso wie ich mir Afrika vorgestellt habe. Dann kamen wir in Aba Huab an. Wir hatten die „Exklusiv-Campsite“ gebucht – sehr einsame Angelegenheit. Clearance hat uns empfangen mit den Worten: if you need anything, only call Clearance, if you need firewood, only call Clearance. Clearance trug ein Schürzerchen und ein Mützchen auf dem Kopf. Dank ihm war es gleich etwas wärmer. Haben dann noch was an der Bar getrunken und sind dann zu unserer Campside zwecks grillen. Der Platz war wirklich riesig, mit eigener Toilette und Dusche, echt groß. Aber sehr abseits gelegen. Als wir ankamen und auf die Kühlbox schauten, bemerkten wir, dass die nicht mehr geht. Volker hat sich das Ding nochmal angeschaut und versucht zu reparieren, leider erfolglos. Mist, als erstes unser Fleisch und den Henties Bay Fisch in den Kühlschrank des Campgrounds. Das war das Wichtigste. Dann mit Asco telefoniert, wir sollen in Opuwo zu Wesstech, die helfen weiter. Nachdem nun die Kühlbox keine Steckdose mehr brauchte, dachten wir, laden wir doch unseren Akku von der Kamera. Kaum hatte Volker das Ladegerät in den Stecker getan, als es auch schon qualmte und stank. Ladegerät kaputt. Nun war uns klar, warum die Kühlbox nicht mehr ging. Kurz beratschlagt, dann beschlossen morgen nach Khorixas zu fahren und zu versuchen die Kühlbox dort reparieren zu lassen. Noch einiges an Rotwein vernichtet und dann ins Zelt gekrochen zwecks schlafen.
Der 16.04.begann wieder ganz bald weil wir zuerst nach Twyfelfontein wollten und der Reiseführer sagte, dass man das früh machen sollte, sonst wird es zwischen den Felsen zu heiß. Als wir ankamen, bekamen wir auch gleich einen „Guide“ zugeteilt, Jannet, die sich etwas schwer tat, denn sie war schon ein wenig, nun korpulent, aber ganz lieb. Die Felsgravuren, keine Zeichnungen, sind wirklich schön. Die berühmtesten Gravuren sind die "Löwenplatte", der "Große Elefant" und das "Dancing Kudu". Über 2500 Petroglyphen wurden gezählt. Die Gravuren befinden sich auf einer Reihe von glatten Felsplatten aus rötlichem Sandstein und stellen zumeist Tiere oder Tierfährten dar, wobei es sich sowohl um Wild als auch um Rinder, also um domestizierte Tiere, handelt. Die Zeichnungen sind sehr gut erkennbar und werden den San zugeordnet. Über das Alter ist man sich nicht einig. Schätzungen bewegen sich zwischen 2000 und 10000 Jahren. Nachdem wir sie ausgiebig bewundert hatten, sagten wir Jannet Lebewohl und fuhren weiter zu den Orgelpfeifen. Das sind interessante Felsen die aussehen wie Orgelpfeifen sehr geometrisch und auch von den Farben sehr außergewöhnlich. Die Basalt-Säulen sind bis zu 5 Meter hoch und entstanden vor 120 Millionen Jahren. Lava drang unter hohem Druck in das Schiefergestein und wurde später durch fortwährende Erosion weiter freigelegt. Diese Orgelpfeifen sind in einem kleinen Tal zu bewundern und da war es schon recht heiß. Aber den Brandberg wollten wir trotzdem noch sehen, also los. Der ist wirklich total schwarz, wie verkohlt. Wir hatten für den Moment genug besichtigt und wollten ja noch nach Khorixas, zwecks dem Reparieren unserer Kühlbox. Unterwegs sahen wir viele Hütten mit „Andenkenläden“ davor. Das sah sehr Afrikanisch aus. Roh gezimmerte Tische auf denen kleine Steine, Federn oder auch Äste als Mobile gebunden lagen. In Khorixas angekommen sind wir zu dem einzigen Hotel im Ort gefahren. Clearance hatte uns gesagt, dass wir uns dort melden sollen und dass uns da jemand den Weg erklärt. An der Rezeption hat sich auch gleich jemand bereit erklärt uns zu begleiten. Wir sind dann zu einem Elektriker gefahren, der leider vergeblich versucht hat die Kühlbox zu reparieren. Er hat über zwei Stunden daran gearbeitet, gescheitert ist es dann an einer Sicherung. Dafür wollte er aber auch kein Geld, erst nach intensiver Nachfrage von Volker hat er umgerechnet 10 Euro genommen. Wir haben dann Kennedy, den Herrn von der Rezeption wieder zurückfahren, er war die ganze Zeit dabei und wollte auch nicht eher weg – das ist Afrika! Also ging es ohne Erfolg wieder Richtung Aba Huab. Die Strecke war sehr schön und sehr afrikanisch. Für den Heimweg hatten wir uns noch den „versteinerten Wald“ vorgenommen. Wie am Morgen bekamen wir auch hier einen eigenen Guide: Barnarbas, der ganz begeistert war von unseren Kenntnissen über Pflanzen. Versteinertes Holz ist sehr beeindruckend es sieht wirklich aus wie Holz, man sieht die Jahresringe und die Rinde wie bei „frischem Holz“. Wir waren dann doch irgendwie erschöpft von den vielen Dingen die wir gesehen hatten, dass wir gleich zur Campside zurück sind. Hier angekommen, fragten wir einen Mitcamper, ob wir deren Ladegerät für die EOS haben können. Freundlicherweise haben die gleich zugestimmt, sagten uns sie fahren mal kurz weg und dann können wir das Teil haben. Wir hatten ja noch den Fisch von Henties Bay, der wanderte jetzt auf den Grill. Kaum waren wir fertig, kam auch schon Clearance und teilte uns mit, dass die Besitzer des Ladegerätes jetzt da sind, also schnell an die Bar und Ladevorgang einleiten. Nachdem beide Akkus voll waren, gaben wir mit einem dicken Dankeschön das Gerät zurück, gingen zu unserer „Campside der Einsamkeit“, dummerweise barfuß und ohne Taschenlampe – ohne Schuhe im Dunkeln durch Afrika – das passiert nur uns. Heil angekommen, schürten wir noch ein kleines Feuerchen und vernichteten einen Teil des Rotweinvorrates.
Am 17.04. ganz früh weckte uns das Gezeter von Vögeln die aussahen wie Hühner, nur andere Töne machten. Nachdem wir dann sowieso wach waren, frühstückten wir in Ruhe, packten unser Zelt und los ging es. Unterwegs schaute ich auf die Karte, erster Gedanke ach ja der Veterinärzaun kommt gleich, zweiter Gedanke, oh Mist unser Fleisch – das hatten wir auf Aba Huab vergessen. Wäre uns aber am Zaun wohl ohnehin weggenommen worden – also kein Verlust. Plötzlich Volker: da eine Giraffe. Tatsächlich. Wir waren begeistert, die beiden EOS knippsten ohne Unterlass. Dann später sahen wir noch eine und noch viele. Super, was für eine Überraschung. Die Straße wurde zuweilen dann doch sehr kompliziert und sehr kurvig zu fahren, hat aber trotzdem Spaß gemacht. Am Straßenrand standen immer wieder Rinder und noch mehr Ziegen- hunderte, dazwischen Esel, auch hunderte! Wobei die Esel wirklich doof sind, die Rinder und Ziegen gehen zur Seite wenn ein Auto kommt, nicht die Esel, die laufen rüber, bleiben stehen und kratzen sich sogar noch direkt vor dem Auto. Bald kamen die ersten Dörfer mit Lehmbauten und runden Hütten. Die Ankunft in Opuwo war schon ein Erlebnis. Opuwo bedeutet übrigens in der Sprach der Himba „das Ende“. Danach geht es nur noch in Richtung: Angola. Opuwo ist die letzte Möglichkeit auf tanken und einkaufen und ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Weiße, Farbige westlich gekleidet, Himbas, San und Herero in ihrer Tracht. Häuser aus Backsteinen, Häuser aus Wellblech, Frauen die oben ohne Schmuck verkaufen. Wir wussten nicht, wohin zuerst schauen. Erst mal zum Campground. Jaqui erklärte uns den Weg und der hatte es in sich. So etwas schwieriges waren wir vorher noch nicht gefahren. Unglaublich steil, unglaublich viele Schlaglöcher und unglaublich eng. Meine Bedenken wuchsen. Wenn der Weg schon so schlecht ist, wie sieht um Gottes Willen dann die Campside aus? Dann endlich waren wir am Tor angekommen mit Pförtner und riesigem Tor, noch einige gut zu fahrende Meter Feldweg, dann Opuwo Country Hotel. WOW – was für ein Nobelschuppen. Mit toller Terrasse, phänomenalem Blick ins Tal, riesen Pool, vornehmer Rezeption. Das hätten wir nicht erwartet. Sind dann kurz noch mal zu unserem Platz, um mit Wessttech zu telefonieren wo die eigentlich sind – sehr schwierig, es gibt keine Straßennamen in Opuwo. Wir fragten dann noch den „Pförtner“ am Tor und der konnte uns tatsächlich sagen wo der Laden ist. Dafür haben wir ihm einen Kugelschreiber geschenkt. Bei Wesstech angekommen, versuchte Volker zu erklären, dass wir wissen woran es liegt und dass das Ding nicht repariert werden kann. Die Mechaniker wollten sich aber doch noch mal überzeugen. Konnten aber leider auch nicht helfen, trotz intensiver Bemühungen. Wir haben dann nochmal mit Asco telefoniert, die teilten uns dann mit, dass sie die Kühlbox mit einem Kurier nach Opuwo schicken und morgen zwischen 09.00 h und 10.00 h austauschen, klang ja recht gut. Sind dann zurück zu unserer Luxusherberge, holten uns ein Eis und haben uns gleich mal auf der Terrasse niedergelassen. Der Kellner kam, fragte was wir wollen (natürlich Rotwein) und statt der Frage nach der Zimmernummer kam die Aussage: Campside?? Ob man es uns ansah?? O.k. wir waren vielleicht ein bisschen staubig, aber nur ein bisschen. Nach der Eis- und Weinvernichtung gingen wir recht fröhlich gestimmt zu unserem Hilux zurück und tranken gemütlich Kaffee. Die Camp-Katze kam dann auch und zu dritt genossen wir die Zeit. Nachdem das Restaurant so toll aussah, hatten wir beschlossen, dort zu Abend zu essen. Die Tische waren wieder, wie in der Kalahari Anib, mit Kerzen gedeckt und die Aussicht auf die Ebene rundete das Ganze noch ab. Es ab: Tunfischsalat, Beefsteak mit Kartoffeln und Gemüse und Pfeffersoße und zum Nachtisch für Volker einen Black Forrest mit Eis, sowas wie ein Schwarzwaldbecher und für mich Käsekuchen und Litshies. Das war lecker. Wohl genährt ging es nun zurück zum Camper noch ein Abschlußrotweinchen trinken.


zuletzt bearbeitet 18.06.2014 13:58 | nach oben springen

#2

Reisebericht Namibia - vorsicht! Lang und ausführlich! Fortsetzung

in REISEBERICHTE 18.06.2014 14:00
von Fandango • Rock-Dassie | 5 Beiträge

Am 18.04 fuhren wir zuerst tanken gingen dann einkaufen. Auf der Straße waren wieder viele Himbas, Hereros und San. Eine Himba, absolut traditionell aussehend, mit Handy am Ohr, viele mit Babies auf dem Rücken, andere mit Bauchläden. Wir hätten gerne noch weiter geschaut, aber wir mussten doch zu Wessttech, auf die Kühlbox warten. Und wir warteten und warteten und warteten. Um 10.00 h habe ich dann angerufen, was nun ist. Mitteilung: Box kommt dann doch erst am Nachmittag. Ich war dann doch etwas sauer und habe das dem Asco-Menschen auch gesagt. Hätten sie uns ja irgendwie mitteilen können. Die Handynummer war doch bekannt. So, nun wurde vereinbart, dass wir erst nach Epupa fahren und dann auf dem Rückweg die neue Box in Opuwo holen. Also los in Richtung Epupa, der Grenze nach Angola. Das war der Teil der Strecke, der uns im Vorfeld ein wenig Kopfzerbrechen bereitet hat. Das Stück sollte sehr schwierig sein, mit einigen Flussdurchfahrten und nur mit Allrad zu bewältigen. Mit etwas gemischten Gefühlen starteten wir. Nun die Überraschung war: gar nicht schwierig. Es hatte in den letzten zwei Jahren nicht geregnet und von da her waren keine Flüsse zu durchfahren, ergo Pad wie immer! Wenn man allerdings die Riviere ansah, konnte man sich schon vorstellen, mit Wasser drin, nicht einfach. Unterwegs kamen dann viele Dörfer mit Himbas und viele, viele Rinder und noch mehr Esel auf der Straße die absolut der Meinung sind, dass sie hier die Vorfahrt haben, erst die, dann wir. Wir haben auch immer schön nachgegeben. Nach 2,5 Stunden waren wir auch schon am Campground Omarunga. Da war er, der Kuenene-Fluss und auf der anderen Seite Angola. Auf Namibia- wie auch auf Angola - Seite herrliche riesige Makkalania Palmen mit den Nüssen aus denen wir ja die Anhänger haben und eine tolle Campside direkt an dem breiten Fluss. Wenn die Blätter der Palmen vom Wind bewegt werden, klingt das als würden dünne Bleche aufeinander schlagen. Die Dame von der Rezeption meinte, wir sollten aufpassen, wenn die Nüsse oder Blätter runterfallen, das könne weh tun. Später haben wir dann mitbekommen was sie meint. So ein Palmblatt ist runtergefallen auf den Jeep von einigen jungen Holländern (auf die komme ich später noch zurück) das hat einen Schlag getan – unglaublich! Wir sind dann erst mal an die Bar, hier wurde ein Hallo Rotwein getrunken und dann beschlossen, den Krokodil-Treck zu machen. Wir hatten wieder einen persönlichen Guide (Volker nannte ihn Krokodil-Dundee). Die Tour ging direkt am Fluss entlang, die Landschaft war wie aus einer anderen Welt, riesige Palmen und dieser wahnsinnig breite Strom, schon schön. Das alles wurde uns geboten, leider aber keine Krokodile. Der Guide war ganz verzweifelt. Wir trösteten ihn dann, wir hatten kleine Schweinchen, wir hatten Esel und eine schöne Wanderung, was brauchen wir da noch Krokodile. Zurück am Campground gingen wir erst mal duschen, dann in den Pool zwecks Abkühlen. Nachdem uns dann der Hunger übermannte, gingen wir zurück zum Camper und warfen unseren Grill an, grillten mal wieder unglaublich riesige Steaks, tranken Rotwein und verbrachten einen herrlichen Abend am Wasser. Später schien der Mond auf den Fluss, das sah sehr unwirklich aus. "Epupa" bedeutet übrigens in der Sprache der Himba "Fallendes Wasser“.

Am 19.04. wachte ich ziemlich früh auf, schaute aus dem Zelt: ein herrlicher Sonnenaufgang.
Die Sonne schien direkt auf den Fluss. Gleich mal die EOS bemühen und wieder viele Fotos. Während wir frühstückten besuchten uns bunte Vögel, es war wie im Zoo, nein wie in einem Film, so schöne Vögel, direkt am Fluss unter diesen gigantischen Palmen – was konnte faszinierender sein. Für den heutigen Tag hatten wir uns Epupa-total vorgenommen. Von da her sind wir dann losgelaufen zum Epupa Fall Treck, nur Volker und ich, dachten wir. Kurze Zeit später kam ein Junge mit dazu, dann noch einer und dann noch ein kleiner schwarz- weißer Terrier. Zu fünft sind wir dann die Falls abgelaufen. Ein riesiges Delta, unzählige Wasserfälle, alles viel, viel größer als wir es uns vorgestellt hatten, es war ein schäumen und tosen. Die Strecke führte uns immer direkt am Fluss entlang, direkt an den Wasserfällen vorbei. An einigen Stellen konnten wir runtersehen, an anderen Stellen standen wir direkt gegenüber. Am Ende des Weges (sofern man von Weg sprechen kann) kam ein Strand, im Vorfeld hatten wir schon gelesen:: dont swim at the beach, Krokodil – es gab sie also schon. Nach einer längeren Pause mit viel Wasser ging es dann wieder zurück. Alles in allem waren wir über zwei Stunden gelaufen. Immer mit den beiden Jungs und dem kleinen Hund. Am Schluss des Trecks standen einige Hütten wo Himba-Frauen Andenken verkauften. Hier haben wir uns auch ein bisschen was mitgenommen zum Andenken an dieses Erlebnis. Die beiden kleinen Jungs haben natürlich auch einen Obolus bekommen, haben uns dann noch zum Geld wechseln begleitet und sich dann lieb verabschiedet. Nur der kleine Terrier, der war plötzlich einfach weg. Nach dem nicht unanstrengenden Lauf wurde erst mal gefaulenzt und ein bisschen im Pool geplanscht. Nachdem wir uns soweit erholte hatten, gingen wir an die Bar und haben dort was getrunken. Die holländische Truppe kam gerade vom Krokodil-Treck und die hatten Krokodile! Wir haben uns dann noch ein bisschen mit denen unterhalten, eine wirklich lustige und nette Truppe. Um 17.00 h war dann der Start der Sundowner tour. Wir wurden mit einem Jeep und eigenem Chauffeur auf den Hügel genau über die Fälle gebracht. Oben angekommen gab es Gin Tonic und Chips. Der Anblick des Flusses war unbeschreiblich. Wir konnten die Fälle komplett überblicken, so riesig. Wie viele Fotos wir machten, weiß ich nicht mehr, die Perspektive hier oberhalb der Fälle, über diesen traumhaften Palmen, wir fühlten uns wie die Könige der Welt. Das war einer jener Augenblicke den man nie vergisst und der uns antreibt immer neue Reisen zu unternehmen und fremde Länder zu sehen. Wir saßen lange und schauten uns dieses wundervolle Naturschauspiel an. Dann als die Sonne fast ganz weg war, ließen wir uns zurückbringen, setzten uns vor unseren Hillux und auch während wir aßen konnten wir nicht aufhören darüber zu reden wie traumhaft das war.

Für den 20.04.war die Rückfahrt noch Opuwo geplant und natürlich der Tausch der Kühlbox. Ich war an diesem Tag dran mit fahren. Das Wetter war so schön, die Straße so gerade und die Landschaft so unvergleichlich. Allerdings sollte man, wenn man fährt nicht durch die Gegend schauen, das kann blöd ausgehen. Und so war es ja dann auch. Ich übersah einen großen Stein und dieser hatte nichts dämlicheres zu tun als unsere Felge zu verbiegen und dadurch unseren Reifen hinten links zu veranlassen die Luft zu verlieren. Mist! Das Werkzeug befand sich unter der Rückbank. Alles raus. Wagenheber dran, Volker ist dann auf die Ladefläche gekrabbelt und hat den Reservereifen losgemacht. Während er damit beschäftigt war, kamen die Holländer mit ihrem Jeep, hielten sofort an und halfen mit. Eigentlich haben wir gar nichts mehr gemacht. Der eine aus der Truppe ist ein genialer Mechaniker, sagten sie, der macht aus unserem Auto ein Boot wenn es sein muss. Dieser wechselte den Reifen, der andere stoppte die Zeit (it’s not your best time!) und der nächste filmte. Der eine meinte dann, wir sollen den Reifen irgendwo reparieren lassen, „and than give the car back, and run as the devil is behind you“! Ich machte während der Zeit auch einige Fotos, die dann sogar wichtig wurden. Nachdem wir uns dann ausgiebig bei den Jungs bedankt hatten, fuhren wir kaum das 25 Minuten vergangen waren weiter. Diesmal Volker – mir saß der Schrecken zu tief in den Knochen. In Opuwo bei Wesstech angekommen ein kleiner Schock, keiner da, es war ja Samstag. Ich rief dann eine Telefonnummer an die mir die Wesstech-Dame gegeben hatte. Sie war dann auch gleich da und diese Freude, es wartete tatsächliche eine andere Kühlbox auf uns, wer sagt es denn. Volker hat diese dann gegen unsere getauscht. Nachdem Wesstech auch eine Autowerkstatt war und auch ein Schild für Reifenreparatur hatte, fragten wir nach, ob sie uns den Reifen reparieren können. Leider war aber außer der netten Frau keiner da, aber sie zeigte uns den Weg zu einer anderen Werkstatt. Wir fuhren hin, zeigten dem „Mechaniker“ den Reifen und fragten, ob er ihn reparieren kann. Aussage: no problem. Die Felge war wirklich völlig deformiert, in Deutschland würde die mit Sicherheit keiner reparieren. Der „Mechaniker“ nahm sodann einen Vorschlaghammer und drosch auf die Felge ein. Nachdem sie nahezu wieder gut aussah, pumpte er den Reifen auf, tauchte das Ding in ein Wasserbecken – leider nicht dicht. Noch ein paar Schläge drauf, eine Paste dazwischen, wieder ins Wasserbecken, Kommentar: „perfect“. Wir fragten dann was es kostete; Aussage 50 Namibia Dollar, das sind 5 Euro. Wir haben ihm dann 100 Dollar, also 10 Euro gegeben. Weiter ging es zum eigentlichen Höhepunkt der Reise: Etosha. Am Gate mussten wir uns anmelden, dann ging es auch schon los. Viele Zebras, eine Giraffe, Oryx und endlich wieder Springböcke, wir hatten sie ja so vermisst. Die heutige Nacht wollten wir im Dolomiti-Camp verbringen. Diesmal keine Campsite sondern Hotel. Dolomiti ist ganz neu und hat noch keinen Platz für Camper, ist auch nicht eingezäunt und abends darf man nur in Begleitung zu seinem Fahrzeug. Das Hotel liegt toll am Berg, weniger toll wenn man laufen muss. Kaum waren wir angekommen, kam auch schon ein Golfwägelchen mit Anhänger und hat uns abgeholt. Wir stellten unsere Seesäcke auf das Wägelchen und suchten unser Waschtäschchen. Wir suchten, es war weg, einfach weg. Nun fiel es mir wieder ein, wir hatten es beim Reifenwechsel auf das Dach gestellt und vergessen wieder runter zu nehmen. Volker konnte es erst nicht glauben. Aber ich hatte ja Fotos gemacht beim Reifenwechsel und das sah man es ganz deutlich, es stand auf dem Dach. Wir fragten an der Rezeption ob wir Waschzeugs kaufen könnten, dies wurde allerdings verneint. Auf dem Zimmer waren aber erst mal Duschgel und Bodylotion, also konnten wir uns einigermaßen kultivieren. Nur rasieren fiel leider aus. Dolomiti-Camp besteht aus lauter einzelnen großen festen Zelten mit Dach. Ein großer Raum mit Balkon und das Bett steht so, dass man von da aus auf die Ebene sehen kann. Genial. Nachdem wir uns geduscht hatten sind wir dann zum Abendessen was sehr schmackhaft war. Oryxfleisch für mich und Fisch für Volker, Vorspeise Kürbissuppe und zum Nachtisch Kuchen mit Zitronensoße. Dann schnell noch mal an die Bar für einen Gin Tonic und hier die Aussicht genießen, dann auf dem Zimmer nochmal auf den Balkon auch hier zwecks der Aussicht mit einem kleinen Abendrotwein.
Der 21.04.begann ganz früh so gegen 5.30 h. Zuerst mal frühstücken, das war im Preis mit drin. Es gab Kaffee und das aus richtigen Tassen! Dazu Toast, Marmelade, Salami, Eier mit Würstchen, einfach alles. Etwas feudaler als das, was wir die ganze Zeit über hatten. Wobei unsere Frühstücke auch immer sehr gut waren, da kann man nichts sagen. Nachdem wir das Buffet genügend geplündert hatten, packten wir und fuhren in Richtung Okaukuejo. Gleich am ersten Wasserloch, eine Löwin die wohl kurz davor etwas erlegt hatte, Schakale versuchten es ihr abzujagen. Dann unterwegs die Sensation: ein Elefantenbulle ganz allein unterwegs zum Wasserloch. Volker hatte vorher schon ein bisschen Sorge, dass wir keine Elefanten sehen und jetzt das! Wir waren absolut begeistert. Der Bulle war riesig, er lief ganz nah vorbei in Richtung Wasserloch. Also wir auch hin. Er lief wieder nur ungefähr 20 Meter von uns weg. Am Wasserloch hat er aber nicht aus dem Loch an sich getrunken, nein, er doch nicht. Er streckte seinen Rüssel in Richtung Auffangbehälter und trank hier das frische Wasser, nicht das wo schon die Zebras und wer noch alles drinstanden. Wir haben uns dieses mächtige Tier noch lange angeschaut. So etwas Großes und Majestätisches in freier Wildbahn zu sehen ist mehr als ein Erlebnis. Wie klein wir Menschen doch sind. Am nächsten Wasserloch war nicht so viel los, Zebras, Springböcke und Gnus. Am übernächsten der absolute Wahnsinn: nicht nur einer, nein sieben Elefanten. Das war um Längen mehr als wir uns je erträumt hatten. Natürlich wurden sofort Bilder ohne Ende gemacht. Elefanten, Elefanten, Elefanten. Ich habe dann mal kurz zur Seite geschaut und dachte mich trifft der Schlag: ein Löwe. Ganz nahe bei uns. Wir hatten ihn fast übersehen, weil die Elefanten einfach zu groß waren. Weiter ging es durch die Etosha, ganz viele Springböcke, die wir so ins Herz geschlossen hatten, Oryx, Gnus und Zebras. Nicht zu zählen, riesige Herden. An einem Wasserloch war eine Giraffe, die getrunken hat, andere Giraffen standen in der Savanne und aßen von den Sträuchern. Nachmittag kamen wir völlig begeistert und hingerissen in Okaukujeo an und was stellten wir fest: die Holländer waren auch da – wir haben uns sehr gefreut die Truppe zu sehen, sie sagten uns, dass sie nun zwei Tage in Okaukujeo bleiben wollen, dann nach Namutoni weiter! Im Shop versuchten wir dann Zahnbürsten und Zahncreme zu kaufen. Zahnbürste hat ja geklappt, Rest leider nicht. An der Rezeption haben wir dann einen Game-Drive für 22. ganz früh gebucht. Nachdem wir an diesem Tag so viel erlebt hatten, war jetzt erst mal ein Gin Tonic fällig und danach abkühlen im Pool. Wie jedes Camp hat auch Okaukujeo ein Wasserloch, leider war nicht so viel los. Nachdem die Sonne dann weg war, gingen wir zurück zum Camper und beschäftigten uns mit dem vernichten unserer Vorräte. Als wir am Hillux ankamen, sahen wir einen Schakal über den Platz laufen. Kurz danach kam unser Camp-Nachbar total panisch zu uns, ob wir den auch gesehen haben, wir ja, er ist der gefährlich? Oh Mann, so ein Schakal ist kaum größer als ein Fuchs und hat mehr Angst als alles andere. Irgendwie scheint ihm das Tier aber doch einen Schrecken eingeflößt zu haben, es ging die ganze Nacht, Auto auf, Auto zu – ich vermute die haben abwechselnd Wache gehalten. Blöderweise beherrschten sie aber nicht das Schließen ihres Fahrzeugs, die Alarmanlage ging dauern an hub, hub. Nach dem dritten Mal war ich dann doch grantig und habe gemeint, dass es nun reicht. Dann war Ruhe.

Für den 22.04.standen wir ganz früh auf weil wir ja den Game drive gebucht hatten, Start war um 5.30 h und es war total kalt. Wir haben im Fahrzeug alle Ponchos bekommen gegen die Kälte. Der Guide erzählte uns dann, dass wir sehr viel sehen werden, sehr viel. Als Erstes sahen wir eine Hyäne, diese Tiere gewinnen wirklich keinen Schönheitspreis, dann zum ersten Wasserloch, nichts, zweites Wasserloch, nichts, drittes Wasserloch nichts. Unterwegs ein paar Springböcke, Zebras und Gnus, sonst nichts. Irgendwann gab es dann Frühstück und dann fuhren wir schon zurück. Unterwegs, man glaubt es nicht, sahen wir tatsächlich drei Elefanten. Zurück an der Campside wurde uns klar: Wir hatten soeben ein Frühstück in der Wildnis nicht so toll und unbequem, außerdem mussten wir früh raus und haben gefroren und dafür haben wir 100 Euro bezahlt – das machen wir nie mehr! In der Autowerkstatt in Khorixsas stand ein kluger Spruch: was dir heute passiert ist schlimm, in ein paar Monaten ist es aber Erfahrung! So ist es! Wir packten unsere Sachen und brachen auf in Richtung Halali, durch den ganzen unteren Park. Am ersten Wasserloch gleich Löwen, Elefanten unterwegs viele Giraffen – so geht das! Weiter ging die Fahrt auf dem sogenannten Rhinodrive , in der Hoffnung Rhinos zu sehen, leider sahen wir aber nur sehr viele Rhino-Häufchen. Auch der Etosha Aussichtspunkt wurde angefahren, das ist mal absolute leere, aber auch was für eine Weite und sehr interessant. Dann auf nach Halali. Als erstes in den in den Shop und tatsächlich, es gab Zahncreme! Wir liefen los als wir dann Eis essender Weise in Richtung Campside kamen, die Überraschung: die Holländer!! Die hatten ihre Tour geändert, und schon liefen sie uns wieder über den Weg. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen für unseren Camper aus, wenn schon mal freie Auswahl ist. Nachdem wir einen Platz gefunden hatten wurde aufgebaut, dann duschen und – endlich wieder - Zähneputzen! Sodann noch mal Bar Gin Tonic trinken und Brot im Restaurant kaufen, will es im Shop keines mehr gab. Zurück zum Platz und los zum Wasserloch. WAS FÜR EIN ANBLICK!!! Dutzende von Elefanten mit Babies. Ganz viele, bestimmt 30 – 40 Stück, die Babies haben geplantscht, genuckelt, die Mütter getrötete. Plötzlich kam aus dem Busch ein riesiger Bulle. Sofort wurde respektvoll Platz gemacht. Dann von rechts: Tatsächlich ein Rhino. Allerdings wurde dieses von einem Jungbullen gleich wieder verjagt, der sich auch so positionierte, dass das Rhino keine Chance mehr hatte. Nach einiger Zeit sind die Elefanten dann gegangen und die Stunde des Rhinos schlug. Gleich kam ein zweites und auch noch ein drittes. Nun waren noch ca. 6 Elefanten da und die Rhinos die nun zu dritt am Wasserloch standen und tranken. Nach ca. einer halben Stunden eine Frau: Schau mal Nashörner…… Ach nein!!! Nachdem es dann zu dunkel zum fotografieren wurde, gingen wir zurück zum Camper, aßen ein vorzügliches T-Bone Steak und es gab natürlich auch Rotwein. Als es schon dunkel wurde, sahen wir auf einmal Honigdachse auf Nahrungssuche die die Mülltonnen durchstöberten. Auf die Tonnen der Overlander hatten sie es speziell abgesehen. Da half es auch nichts, dass die Kübel von den Leuten hochgestellt wurden, die Dachse schafften es dennoch nach oben und räumten genüsslich alles aus. Wir gingen an diesem Tag bald ins Zelt. Ich war hundemüde nachdem ich der letzten Nacht kaum geschlafen hatte wegen dem doofen Ami mit seiner Angst vor dem Schakal.
Als wir am 23.04. beim Frühstück saßen besuchten uns wieder Hörnchen, die so zutraulich waren, dass sie das Futter aus der Hand nahmen. Die heutige Tour führte uns nach Waterberg. Das Waterberg Plateau östlich von Otjiwarongo erhebt sich rund 200 Meter aus der umgebenden Ebene. Das 20 Kilometer breite und 50 Kilometer lange Tafelbergmassiv besteht aus porösem Sandstein. Niederschläge sickern durch das durchlässige Gestein und treffen unten auf eine wasserundurchlässige Tonschicht. Während es oben auf dem Plateau sehr trocken ist, gibt es am Fuße viel Oberflächenwasser und kräftige permanente Quellen. Die Vegetation ist darum hier vergleichsweise üppig und grün und besonders artenreich. Unterwegs legten wir einen kurzen Stopp in Otjiwarongo ein um dort in einem Spar-Laden Rasierzeug zu kaufen. Jetzt war das Waschzeug wieder komplett! Bei der Weiterfahrt sahen wir am Straßenrand Warnschilder für Warzenschweine. Ich habe mich riesig gefreut, weil ich gerne welche gesehen hätte. Allerdings wollte ich sie nicht so sehen, wie sie dann kamen: sie rannten wie blöde von rechts in Richtung von unserem Auto, Volker konnte gerade so noch bremsen, es war total knapp. Hat aber schon witzig ausgesehen wie die gerannt sind, so mit Schwänzchen in die Höhe gestreckt. Später haben dann noch ganz viele gesehen, allerdings brav am Straßenrand. Auch brav am Straßenrand saßen Paviane, die sich schnell davon machten. Am Waterberg angekommen, wurden wir von einer Dame empfangen, die uns unsere Campside zeigte. Riesig. Wieder mit eigener Toilette und Dusche. Allerding etwas weiter weg. Und sogar Feuerholz lag bereit und nicht zu wenig. Nachdem noch Zeit war, sind wir einen sehr unwegsamen Treck gelaufen, haben an der Haupt-Rezeption einen Orangensaft getrunken und sind dann weiter zum Restaurant. Dieses wurde extra für uns aufgesperrt, außer uns war keiner da. Was für eine herrliche Aussicht auf die Ebene, was für eine Weite. Wir tranken dann noch einen Gin Tonic und sind dann wieder zurück. Diesmal auf der Straße, genug von Stock und Stein. Die Dame von der Rezeption hatte uns bei der Ankunft auch den Pool gezeigt, den wollten wir uns auch gleich ansehen. Außer uns war mal wieder keiner da, der Pool lag ganz versteckt und nicht einsehbar weg vom Weg. Wir uns ausgezogen und rein. Irgendwie toll so nackig allein in der Wildnis im Pool. Nachdem wir uns ausgiebig erfrischt hatten ging es zurück zum Hillux, es gab mal wieder T-Bone Steak mit Salat und natürlich Rotwein. Feuerholz war ja zur Genüge vorhanden, so schürten wie nicht nur ein Feuerchen, sondern ein riesen Feuer.

Am 24.04. stand die Fahrt vom Waterberg zur Düsternbrook Farm an, wo wir unsere letzten beiden Tage verbringen wollen. Die letzten beiden Tage – das konnte doch nicht sein, die Zeit war mal wieder so schnell vergangen, wir waren schon wieder auf dem Weg in Richtung Windhoek! Vor Düsternbrook legten wir einen Stopp in Okahandija auf dem Holzmarkt ein. Das ist ein riesiger Markt mit Hüttchen in denen Holzschnitzereien verkauft werden. Es waren allerdings kaum Besucher da, so dass der Einkauf etwas erschwert wurde durch die Tatsache, dass jeder der Händler uns in seinem Stand haben wollte. Wir haben es dann aber doch geschafft einen kleinen Elefanten für Steffen, einen etwas größeren für uns und eine schöne Holzschale auch für uns zu kaufen. Wir tranken dann noch ein Milchshake gegenüber vom Markt und machten uns dann auf weiter Richtung Düsternbrook. Die Einfahrt zur Düsternbrook geht von der B4 ab. Aber keine Straße, sondern ein großes Tor wurde uns aufgemacht. Dann noch einige Farmdurchfahrten, ebenfalls mit Toren. Dann endlich der große Moment für Volker: eine Wasserdurchfahrt, und noch eine und noch eine. Endlich! Sogar ein bisschen breit und tief. Bei der Ankunft auf Düsternbrook bekamen gleich wir einen Eistee und dann den Weg zum Campground erklärt. Bei der Suche nach dem Campground stellten wir uns aber etwas dumm an. Wir fuhren an der Abzweigung vorbei und standen dann auf einmal am Flussufer mit einer mit sehr seltsamen Toilette und Dusche. Ziemlich im Freien und, nun ja, sehr primitiv. Wir haben uns dann zu Fuß nochmal umgeschaut und auch die richtige Campside gefunden mit Strom und so. Ganz herrlich mit wunderschönen großen Palmen und ein riesiges Areal ganz für uns. Uns war durch das rumlaufen recht heiß, also suchten wir den Pool, zwecks Abkühlen. Nun abkühlen konnten wir uns zweifelsohne, das Wasser hatte nur 17 Grad, sehr erfrischend. Wir waren nun wieder wach und frisch, gingen zurück zur Campside und suchten Feuerholz. Wir hatten gerade das Holz neben die Feuerstelle gelegt, als Volker meinte, sei mal ruhig, ich höre Hufgetrappel. Wir sahen nach und tatsächlich am gegenüber liegenden Ufer des Flusses standen sieben verwilderte Pferde. Der Anblick war grandios. Der Flusslauf so schön grün, das blaue Wasser und die Pferde, ganz allein und für sich. Wir versuchten dann näher zu kommen, aber mehr als fünf, sechs Meter ließen sie uns nicht ran. Das reichte allerdings für viele Fotos. Nachdem wir diesen Anblick genossen auch die Suche nach Feuerholz erfolgreich hinter uns gebracht hatten, ging es an die Bar Gino und Toni besuchen, später wurde wieder gegrillt, Rotwein getrunken und Feuerchen geschürt und lange über den Urlaub geredet, denn das war die letzte Grillung 2013 in Namibia, morgen wollten wir auf Düsternbrook essen gehen.
Am Morgen des 25.04.wurde lange geschlafen, dann fein und ausgiebig gefrühstückt und Bilder gesichert. Uns wurde dann schmerzlich bewusst, das war unser letztes Frühstück vor unserem Camper, morgen früh gab es nochmal Frühstück auf Dünsternbrook. Zum letzten Mal Kaffee kochen, zum letzten Mal Orangensaft aus der Kühlbox holen und zum letzten Mal die Zeit für die Eier stoppen. Unsere Stimmung war irgendwie nicht richtig fröhlich, besserte sich aber sehr auf unserem Treck zum Andreas Damm. Am Andreas Damm hat Herr Veeth dem Düsternbrook gehört, Flußpferde angesiedelt. Leider sahen wir aber nur die Ohren und die Augen von einem, aber dafür eine kleine Schlange die natürlich auch wieder fotografiert wurde. Nachdem wir von dem zwei Stunden Marsch zurück waren und uns recht warm war ging es wieder in den Pool, wieder sehr erfrischend. Um 14.00 h stand der Chitah Game Drive auf dem Programm. Wir stiegen in ein offenes Safari-Fahrzeug und fuhren zuerst in das Geparden Gehege. Die Tiere kommen bis an das Auto und werden da gefüttert. Wenn sie nicht sofort wieder was bekommen, mauzen und betteln sie wie Katzen. Auch das Fressverhalten ist genauso: es wird geschlungen, nicht lange gekaut. Wir waren ungefähr eine Stunde bei den Geparden, dann fuhren wir in das Gehege des Leoparden. Vorher hatte man uns gesagt, bei den Leoparden können wir die Hände mal aus dem Auto nehmen, aber bei dem Geparden auf keinen Fall. Was für ein wunderschönes Tier und gefährlich. Schon sehr toll wie nahe es am offenen Auto stand. Direkt daneben, man könnte sie anfassen, was wohl nicht so gesund wäre. Nach einer weiteren aufregenden Stunde wurden wir zurück zur Campside gefahren, die Fotos runtergeladen, es waren über 400 und dann, ja dann begannen wir schon mal zu packen. Verarbeiteten die restlichen Eier und Schinken und mit dem restlichen Brot wurde eine kleine Vesper gehalten, wir waren dann schon wieder ein bißchen traurig, weil der Urlaub fast vorbei war. Abends war dann das Abendessen um 19.00 h. Es gab Suppe, Oryx und Eis mit dabei war Herr Veeth, der Besitzer von Düsternbrook, der auf uns einen sehr netten Eindruck machte. Nach dem Essen liefen wir zurück zu unserem Camper für einen Abschiedsrotwein von Namibia nochmal mit Feuerchen. Ich musste dann auf die Toilette und sah auf einmal viele, viele kleine Augen in der Dunkelheit. Nachdem ich Volker gerufen hatte, versuchten wir rauszubekommen, was das war: wir sahen die Tierchen dann auch, es waren kleine Springhasen. Viel unheimlicher aber waren die großen Augen die uns ansahen, es sah aus wie in einem schlechten Horrorfilm. Wir merkten aber bald, dass es sich um Kudus handelte, fürchten mussten wir uns also nicht, aber interessant war es schon. Nach diesem, ein klein wenig unheimlichen Erlebnis, begann unsere letzte Nacht im Zelt, die letzte Nacht in Afrika.

Der 26.04.begann mit einem großen Frühstück auf Düsternbrook mit allem was dazu gehört. Dann war es endgültig soweit das Zelt aufräumen, Seesäcke packen und auf in Richtung Windhoek. Volker durfte nochmal durch das Wasser fahren und wir sahen nochmal die von uns so bewunderten Springböcke. Nachdem wir in Windhoek noch viel Zeit hatten, machten wir einen ausgiebigen Stadtbummel, schauten uns den Park, die Feste und das Reiterdenkmal an und gingen dann noch mal durch die Innenstadt zwecks kaufen der schon obligatorischen T-Shirts. Nun war es aber Zeit, wir fuhren zu Asco und gaben den Hillux zurück. Von Asco wurden wir dann zum Flughafen gefahren. Nachdem wir noch Geld und auch Hunger hatten wollten wir unser Restgeld verfuttern. Wir rechneten sorgfältig aus, was wir uns noch leisten können, irgendwie wurde bei der sehr chaotischen Abrechnung aber bei uns beiden die Pommes vergessen, daher war sogar noch ein Milchshake drin. Der Abflug war planmäßig um 20.34 h, der Flug ruhig und diesmal konnte ich auch schlafen. Ankunft Frankfurt war pünktlich am 27.04 um 07.42 es war kalt und es regnete – wir waren wieder in Deutschland. Leider mussten wir dann auch noch sehr lange auf unser Gepäck warten und zu allem Überfluss wollte der deutsche Zoll dann auch noch unsere Habseligkeiten durchsehen. Nachdem wir auch dies hinter uns hatten, ging die Fahrt wieder dahin, wo wir doch eigentlich hin gehören: Nach Hause!
Es war ein perfekter und wunderschöner Urlaub und wir wollen auf jeden Fall wieder nach Afrika, ich vermisse jetzt schon die Pads, den Staub an meinen Füßen, die Springböcke die so lustig sind, die Sonne die so hell und warm scheint und die Menschen an der Straße die winken…
Marc Twain hat gesagt „Kommt man dem Herzen Afrikas zu nahe, so zieht es einen immer mehr in seinen Bann, bis man hilflos gefesselt ist wie in einer unglücklichen Liebe!“ Genauso ist es. Afrika wird immer bei uns sein.


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