X

#1

Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 10:30
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo,

das Thema Jagd löst in vielen Fällen eine kontroverse und häufig auch nicht immer sachliche Diskussion aus.
Deshalb hier ein kurzer Hinweis.
Jagd speziell im südlichen Afrika muss sein. In vielen Fällen fehlen die Raubtiere, die kranke Säugetiere reißen und somit zum gesunden Tierbestand beitragen. Weiterhin ist die Jagd zum Eigenbedarf (zum Verzehr) meines Erachtens statthaft und auch wünschenswert.
Was man aber ablehnen kann, ist die Trophäenjagd. Dies Thema wird in dem nachfolgenden Artikel behandelt.
Sachliche Beiträge erwünscht. Diskussion heißt Argumente austauschen aber nicht überzeugen wollen.



Deutsche Jäger töten Eisbären für 40 000 Euro
Donnerstag, 09.02.2012

Mehr hier:
http://www.focus.de/reisen/urlaubstipps/...aid_712078.html


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


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#2

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 10:37
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Ein interessanter Artikel zu einem heissen Thema!

Ich denke das dieses Forum die Grösse hat solche
Themen kontrovers und fair zu diskutieren.

Danke für den Link und Gruss
Kurt


Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

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#3

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 13:15
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Hallo Xy

zu deinem Posting vielleicht dies - selbstverständlich auch nur subjektive Meinung, die sich absolut nicht mit derjenigen von Kurt oder sonst jemandem zu decken braucht:

Zitat von xy
welche Größe dafür nötig ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Wie wir ja aus anderen Foren wissen, arten Diskussionen zu bestimmten, heiklen Themen schnell mal aus. Um beim Thema zu bleiben: da wird dann schnell mal scharf geschossen.

Es soll Foren geben, wo schon beim geringsten Verdacht die Notbremse gezogen wird. Hier ist das nicht so und Kurt hat das (u.a. mir!) eindeutig klargemacht: Diskutiert werden darf grundsätzlich über alles, solange die Diskussion zur Sache geht und sachlich bleibt. Ob es zu einem solchen Entscheid "Grösse" braucht, muss jeder selber beurteilen. Am besten kann er es wohl, wenn er selber ein Forum betreibt...

Zitat
Was ich nicht so verstehe ist diese Unterscheidung in "normale Jagd" und Trophäenjagd, so lange es nicht um seltene oder gefährdete Tiere geht. Ob ich mir jetzt ein Oryxschädel oder einen Kudu daheim an die Wand hängen will oder lieber einen Kerzenhalter aus dem Horn kaufe - so what.

Da sind wir wohl genau in dem Grenzbereich, der die Jagdgegner und Jagdbefürworter nicht à priori in zwei eindeutige Lager teilt. Ich kann hier nur für mich sprechen: Eine Trophäenjagd mag dort vertretbar sein, wo das erlegte Tier dann auch dem grösstmöglichen Nutzen zugeführt wird. In dieser Situation werden wohl nur unbelehrbare Dogmatiker - eben unbelehrbar bleiben. Anders sieht es für mich aus, wenn - Achtung, jetzt wird's plakativ - ein europäischer Manager mit seiner Hochleistungsflinte (selbstverständlich mit Nachtsuchgerät und Zielfernrohr) nach Namibia oder wohin auch immer reist, sich dort für viel Geld eine Lizenz beschafft, von einem Hochsitz aus oder auf andere "ungefährliche" Weise ein gefährdetes Tier erlegt und sich dann mit aufgestützter Flinte und stollzgeschwellter Brust fotografieren lässt. Und das Tier bleibt nachher liegen und wird im besten Fall durch Hyänen, Schakalen und Geiern entsorgt. Und irgendwo zwischen diesen beiden Extremen bewegen wir uns.

Zitat
Und wer schon mal an einer Fleischjagd teilgenommen hat, evtl bei Nacht mit großen Scheinwerfer...
der soll mir dann erklären warum das ok ist, aber nicht wenn ein Jäger mit Tracker morgens an einem Wasserloch die Fährte eines starken Bullen aufnimmt, dieser stundenlang durch den Busch folgt, bis er das Tier sehen kann und entscheidet, ob es alt genug ist etc.

Zusammen mit dem obigen Absatz wird's jetzt wohl zweidimensional: (Klugscheisser-Modus an) eine Art Kompetenzportfolio, in welchem sich jeder an einer bestimmten Position befindet, aber das ist wohl für eine Diskussion in diesem Rahmen zu abgehoben (Klugscheisser-Modus aus). Hier stehen wir zwischen den zwei Extremen: Jagd seriös betrieben und Jagd unseriös betrieben; vergleichbar mit dem Angebot in Europa, wo du auch in den seltensten Fällen weisst, wie das Tier aufgewachsen ist, und wie es um's Leben gekommen ist. Ich muss ganz ehrlich zugeben: Wenn ich hierzulande vor dem Kauf immer genau nachprüfen würde, unter welchen Umständen dasjenige hergestellt wurde, das ich in meinen Einkaufskorb lege, dann wäre ich wohl schon längst verhungert. Und das beschränkt sich ja - leider - nicht nur auf's Fleisch oder auch nur auf Lebensmittel.

Und damit sind wir wohl bei dem Punkt, den Mike so prägnant formuliert hat: "Diskussion heißt Argumente austauschen aber nicht überzeugen wollen". Ich möchte das für mich allerdings etwas anders formulieren: "Diskussion heisst, das Gegenüber mit fundierten Argumenten zu einer Revision seiner Einstellung zu bringen versuchen". Dass es dann auch umgekehrt gehen kann, ist mein Risiko

Allem anderen in deinem Beitrag kann ich uneingeschränkt zustimmen

Sehen wir uns evtl. in Kronau? Ich würde mich freuen - auch wenn ich in einer mündlichen Diskussion in hochdeutscher Sprache als Schweizer regelmässig den Kürzeren ziehe

Gruss
Thomas


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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zuletzt bearbeitet 09.04.2012 00:00 | nach oben springen

#4

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 14:24
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Hi,

die Grösse heikle Themen zu diskutieren
die Grösse Argumente des Anderen zu respektieren
die Grösse auch mal ein Votum stehen zu lassen
die Grösse sich von anderen Foren zu unterscheiden (bezüglich zugelassener Themen)

***

Die grösse zu haben seinen Mitgliedern das Vertrauen zu schenken erwachsen
genug zu sein um sich vernüftig solchen heiklen Themen anzunähern.
***

oder ein 08:15 Forum zu werden mit Themen wie "hat es in der Lodge XY einen Haarfön"
Wobei ich nix gegen Haarföns habe

***

Ich hoffe es kommt rüber was ich meine, gruss Kurt


Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

zuletzt bearbeitet 08.04.2012 19:56 | nach oben springen

#5

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 15:44
von Afrika Sonne (gelöscht)
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Hallo,

Zitat von Crazy Zebra
Ich denke das dieses Forum die Grösse hat solche Themen kontrovers und fair zu diskutieren.


Ich denke, es ist allen klar, was damit gemeint ist. Und die Absichten dahinter, die eggitom aufführt, sprechen auch definitiv für sich. Ich persönlich finde es aber nicht schön, wenn das bei jeder Gelegenheit angebracht und bei neuen Threads vorangestellt wird.

Aber zum Thema: gibt es überhaupt eine einheitliche Meinung / Definition darüber, wann man von Trophäenjagd spricht? Auch ein Tier, was zum Verzehr dient, kann gleichzeitig als Trophäe dienen.

Auch wird oft angesprochen, dass Jagd für Verzehr in Ordnung ist - aber wenn es dem Jäger gleichzeitig Spaß macht, auf Jagd/Pirsch zu gehen und er dann ggf. durch den Schuss auch eine Trophäe hat, dann nicht? Dann wären wir bei einer Art "Schlächtermentalität" - aber das ist sicher etwas, weshalb niemand zum Jäger wird.

Normalerweise ist Jagd - und damit Trophäenjagd gleichermaßen - streng reglementiert. D. h. im Prinzip ist ausgeschlossen, dass bestimmte Tiere / Tierarten / zu bestimmten Zeiten usw. geschossen werden. Anders bei Wilderei.

Soweit meine Gedanken dazu.

lG
Afrika Sonne


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#6

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 18:37
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo,

ich kenne keine genaue Definition für den Begriff Trophäenjagd. Im Sinne des Artikels ist unter Trophäenjagd Folgendes zu verstehen:

"...Für viele Jäger ein erhabenes Gefühl, wenn die Trophäe dann ausgestopft über dem heimischen Kamin hängt oder als Bettvorleger dient. ...
"
Also das Tier wegen der Trophäe und nicht des Fleisches wegen getötet wird. Dies wird besonders deutlich bei der Jagd auf Raubkatzen, Nashörnern etc. .


Gruß Mike


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


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#7

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 22:09
von Afrika Sonne (gelöscht)
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Danke!

Habe auch nochmal etwas gestöbert und eine interessante Seite der WWF gefunden
--> zum Artikel

Dann gibt es noch ein Skript vom Bundesamt für Naturschutz (zwar von 2001, aber inhaltlich trotzdem gut denke ich) zum Thema
"Trophäenjagd im Ausland auf gefährdete Arten"
--> zum Artikel

Hier werden u. a. Mindestanforderungen an solche Jagden benannt.

Mindestanforderungen an die jeweilige jagdliche Nutzung:
• Die Entnahme erfolgt auf der Grundlage eines anpassbaren, d.h. jederzeit veränderbaren, Wildtier-Managementplans (“adaptive wildlife management”).
• Die Trophäenjagd bringt direkte Vorteile für den Naturschutz vor Ort, z. B. indem sie eine geplante landwirtschaftliche Nutzung oder Besiedlung im Jagdgebiet verhindert.
• Die Bevölkerung vor Ort profitiert finanziell von der Trophäenjagd.
• Es findet keine Bekämpfung von Prädatoren statt, um die Populationen von Zielarten zu vergrößern.
• Es werden keine nicht-heimischen Arten/Populationen/Exemplare zum Zweck der Trophäenjagd angesiedelt.

Und für Namibia habe ich an Vorgaben für die Jagd (Jagdgesetze) das hier gefunden:
Jagdzeit
Die Trophäenjagdzeit läuft vom 1. Februar bis zum 30. November. Im Dezember und Januar ist die Trophäenjagd geschlossen.

Jagdführer
Gejagt werden darf nur in Begleitung eines registrierten Jagdführers, Meister Jagdführers, oder Berufsjägers.

Jagdscheine
Eine Jagd kann nur mit einem entsprechenden Jagdschein(Trophäenjagdschein) durchgeführt werden. Zwecks Jagen von Geparden und Leoparden ist eine zusätzliche Genehmigung zu erwirken, bevor die Jagd beginnen kann.

Trophäen
Ein Jagdgast kann nur zwei Tiere einer Art pro Jahr erlegen.

Die Jagd
Der Jäger sollte seine Beute nur auf faire Weise verfolgen. Eine faire Jagd wird als eine Jagd auf ein frei-bewegliches Wild bzw. Wild, das in der Lage ist, seinem verhaltensbedingten Drang zur Flucht vor dem Jäger zu folgen. Besagtes Wild soll gejagt werden ohne künstliche Lichtquellen oder von motorisierten Transportmitteln. Kein ethisch gesinnter Jäger sollte weibliche Tiere mit abhängigen Jungen erlegen. Ein jagdbares Wild sollte ein Teil eines natürlichen, interaktiven, bleibenden Wildbestandes sein, auf einem Gelände wo es sich frei vermehren und frei äsen, bzw. jagen kann. Das gejagte Wild sollte in einem natürlichem Gleichgewicht zwischen Äse, Raubzeug und Beute erhalten sein.
Quelle

Trophäenjagd ist u. a. bei Nacht und/oder künstlichem Licht illegal.
Quelle

Pro aus den Artikeln:
- Jagd käme der Population zugute
- lokale Bevölkerung schütze bewusst Tierbestände und trage somit zu deren Erhalt und Verbreitung bei
- Gebiete profitieren idealerweise von den Einkünften
- Jagdtourismus sei im Vergleich zum Massentourismus wesentlich "naturfreundlicher"
- Tierschutzgebiete (National Parks, Game Reserves) seien durch Projekte zur (Trophäen)Nutzung von Wildtieren ausgeweitet und vernetzt worden

Kontra:
bei illegaler (!) Trophäenjagd Überjagung / Förderung von Schmuggel

liebe Grüße
Afrika Sonne


zuletzt bearbeitet 11.02.2012 22:28 | nach oben springen

#8

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 11.02.2012 22:17
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Saubere Arbeit, aber ehrlich
Hoffentlich erwartest du nicht von uns, dass wir das noch heute Abend durchlesen und einen Essay darüber schreiben

Noch einmal und
Thomas


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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#9

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 14.02.2012 11:18
von Afrika Sonne (gelöscht)
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#10

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 14.02.2012 11:39
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Afrika Sonne



Nun, ich trau mich nicht mehr. Steh eh schon auf der Abschussliste der namibischen Jäger, Jagdfarmer, Jadtouristen, Forenbetreiber etc. . Hoffentlich erwischen sie mich nicht zwischen Lunch und Dinner.


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#11

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 14.02.2012 12:38
von Afrika Sonne (gelöscht)
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Zitat von Serengeti
Nun, ich trau mich nicht mehr. Steh eh schon auf der Abschussliste der namibischen Jäger, Jagdfarmer, Jadtouristen, Forenbetreiber etc. . Hoffentlich erwischen sie mich nicht zwischen Lunch und Dinner.


Werde bei den Admins/Mods Schutz für Dich beantragen
Meinst Du, wir gehen in unseren Meinungen soweit auseinander?


lG
Afrika Sonne


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#12

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 09:23
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo,

"so gefährlich kann Elefantenjagd sein"



Auf Elefanten-Jagd Der König stürzt: Juan Carlos bricht sich die Hüfte
15.04.2012

"... Heimlich, still und leise reiste der spanische König vergangene Woche nach Botswana - zur Elefanten-Jagd.
Die Spanier erfuhren von der Safari, weil sich Juan Carlos die Hüfte brach. Nicht nur Tierschützer kritisieren den gestürzten Großwildjäger nun heftig. ..."


Mehr hier:
FAZ

Gruß Mike


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


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#13

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 09:30
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Hallo Mike

ich möchte es mal so ausdrücken: Mein ganzes Mitgefühl haben in dieser Geschichte der Elefant und der Bär - und ganz am Rande noch die Königin.

Und das meine ich ausnahmsweise absolut ernst.

Gruss
Thomas


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#14

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 10:31
von McCandless (gelöscht)
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Nun wollen wir mal loslegen....

zu Beginn ein Aufreger:
Jeder der in den (eingezäunten) Etosha fährt, darf sich nicht über die Elefantenjagd echauffieren!

also als Förster werde ich jetzt mal meine ganz subjektive Meinung über die Jagd und die Elefantendiskussion verbreiten. Ich möchte zunächst mal klarstellen, dass ich Förster und nicht Jäger bin, aber die Jagd in diesem Beruf zwangsläufig oft einen hohen Stellenwert hat. Außerdem kann man natürlich die Verhältnisse in Deutschland nicht 1:1 mit denen in anderen Ländern vergleichen aber durchaus parallelen auch ins südliche Afrika ziehen.

Grundsätzlich gilt: jeder der Fleisch (oder Gummibärchen) verzehrt sollte wissen, dass die richtig durchgeführte Jagd dem Tier einen plötzlichen, schnellen und schmerzfreien Tod beschert. Das Tier ist im Gegensatz zum Schlachthof absolut keinem Stress ausgesetzt (Ansitzjagd; bei der Drückjagd kurzzeitig schon, aber der Wolf würde es ja auch ähnlich durchführen). Es ist weder mit Wachstumshormonen gefüttert worden, noch wurde im Antibiotika gespritzt. Also meine Meinung: wer Wiesenhof verzehrt und Jagd anprangert ist einfach.....ich sag es jetzt nicht.

Die Jagd ist notwendig! Warum? In Europa leben wir in einer Kulturlandschaft. Dies führt zu Überpopulationen unter gewissen Tierarten. Besonders aufällig und für jeden Laien sichtbar ist z.B. die Wildschweindichte in Gebieten mit Biomaisanbau. Es fehlen die natürlichen Feinde, die wir nicht wollten und noch immer nicht wollen (siehe Luchs und Wolfdiskussionen). Auch in Namibia oder anderen NP im südlichen Afrika gibt es Gebiete in denen die Populationen zur Begeisterung der Touristen künstlich hochgehalten werden (Wasserlöcher!) Die führt zu einem extremen Druck auf die Tier- und Pflanzenwelt.

Der Wald als Lunge der Menscheit braucht die Jagd. Jeder der im Wald spazieren geht wird feststellen, dass Verjüngungen heutzutage meist nur in eingezäunten Flächen möglich sind. Das liegt allein an falschen Jägern (Trophäenzüchtern die nur auf die Enden des Hirsches achten!), Jagdformen (ja tut mir leid, aber ein Kitz zu schiessen ist natürlicher und für den Wald nachhaltiger als ein Bock!) der angesprochenen Kulturlandschaft und schlechten Försten.

Wenn ein Jäger ein Tier erlegt und dieses Tier fachmännisch für den Verzehr zubereitet (ich verzichte jetzt mal auf die ganzen Fachausdrücke) ist das eine zeitraubende, anstrengende Arbeit. Eine Trophäe hat nicht allein den Zweck über dem Kamin zu hängen. Sie kann uns Akademikern viel Aufschluss über Wilddichte, Nahrungsangebot, Krankheiten usw. geben (auch beim Wild in Namibia). Ich bin auch nicht der Typ der sich die Trophäe übers Bett hängt. Aber ich habe die Trophäe meines ersten Rehbockes sehr wohl präpariert. Dies dient für mich in erster Linie dem erlernen der Technik, aber auch meinem Stolz.

Wir tragen ohne darüber Nachzudenken Schuhe aus Leder, essen Fleisch (meist nicht Bio und Bio ist sowieso nicht Bio), nutzen Gelatine (wissen eigentlich die Vegetarier wo alles Gelatine drin ist?) aber gehen bei der Jagd, besonders auf die süßen Elefanten auf die Barrikaden. Tut mir leid, aber das ist billigste Polemik.

Ich kann mich auch gut an eine "Diskussion" vor längerer Zeit mit, (sag ich jetzt nicht, aber wenn er sich erinnert kann er sich ja zu erkennen geben) über die Elefantenjagd erinnern (die kontrovers, aber durchaus trotz unterschiedlicher Auffassung recht sachlich verlief) Ein kurzer Auszug:

.........also um es nochmal etwas anders auszudrücken. Ich denke doch du stimmst mit mir in der Tatsache überein, dass so ziemlich jedes „Nutztier“ auf Muttern Erde durch den Menschen domestiziert wurde. Einzig der „ Urhund“ soll mal zum Menschen gekommen sein.
Also müsste es doch grundsätzlich verwerflich sein z.B. zu reiten, da das Pferd ja eigentlich als wildes Pferd durch seinen ursprünglichen Lebensraum hüpfen müsste. Über ein kleines Kind auf dem Pony regt sich aber keiner auf.
Die Elefanten wurden in bestimmten Teilen der Welt auch domestiziert. Ob „Artgerecht“ oder nicht gehalten, ist dabei erstmal nicht die Frage.
Ich kann nur nicht verstehen warum sich beim Elefanten die Gemüter erhitzen, bei anderen Tierarten aber nicht. Sind die es nicht wert? In meinen Augen schon und vielleicht sogar mehr als der Elefant.
Warum? Also ich habe mein Studium mit dem Füttern von tropischen Laufkäfern verdient (war toll und ich durfte sogar in den tropischen Regenwald nach Australien). Die Studie ging der Frage nach, ob diese Käfer Spezialisten oder Generalisten sind (Erwin und Novotny). Dies ist insofern von Interesse, weil bis heute niemand auch nur annähernd sagen kann, wieviele Arten auf unserem Planeten heimisch sind. Sind Tiere eher Nahrungspezialisten, findest Du sie nur in kleinen Patches und es gibt mehr Arten, als wenn es Generalisten wären. Wenn dich das mehr interessiert kann ich dir auch gerne meine Diplomarbeit dazu schicken.
Der Elefant was ist der? Generalist, der isst ziemlich viele verschiedene Pflanzenarten. Und dazu noch in der Nahrungskette total unbedeutend (bis auf ein Jungtier was vielleicht mal einem Löwen zum Opfer fällt). Folglich würde das Aussterben des Elefanten auf die Biodiversität wahrscheinlich einen geringeren Einfluss nehmen (auch wenn die Veränderung der Umwelt durch das Fressen von Grass stark beeinflusst wird) als die eines Tieres in der Mitte der Nahrungskette.
Für diese Tiere interessiert sich aber keiner. Alle spenden Geld für den Pandabären, dessen Aussterben zwar für uns äußerst bedauernswert wäre, der Natur aber im globalen Kontext so ziemlich egal. Und das finde ich schlichtweg zum erbrechen.
Wenn ihr mal soviel Energie in den Schutz von Arthropoden stecken würdet wie in den Schutz der Elefanten ginge es der Umwelt (vielleicht nicht dem Menschen) doch viel viel besser.
Aber natürlich finde ich Pelze, Elefantenledertschen usw. auch nicht gerade geschmackvoll, aber das ist einfach unsere Sichtweise und wir müssen auch lernen die Sichtweisen anderer Kulturen zu verstehen, auch wenn wir sie dabei nicht für gut heißen müssen. (obwohl so mit der Frau auf einem Eisbärenfell vor dem Kamin)??...............

So zu guter letzt solltet ihr noch wissen, das das Fleisch der Elefanten in Namibia bei der Conservancy bleibt. Eine wichtige Nahungsquelle für die mangelernährten Menschen dort. Und Elefantenfleisch soll schmackhaft, nahrhaft und gesund sein (nicht umsonst haben wir ja das Mammut ausgerottet). Habe es noch nicht gegessen, aber hätte absolut keine Gewissensbisse wenn ich wüßte woher es kommt und warum es gejagt wurde (ist für mich nichts anderes als Kudu, Impala, Oryx oder Giraffe).

und wenn da so ein dummdenkender König stolpert, hat er pech gehabt und ich hoffe doch am meisten, dass die jagd nicht auf lasten der steuerzahler im onehin schon gebeutelten spanien verlaufen ist.

Viele Grüße aus Windhoek
Kowo


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#15

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 11:30
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Hallo Kowo

eine wirklich fundierte Zusammenstellung; man kann dir dafür nur gratulieren.

Ich möchte hier mein Posting folgendermassen präzisieren: Ich habe nichts gegen die Jagd zur Fleischbeschaffung, durchgeführt durch dazu ausgebildete Profis, die damit evtl. sogar ihren Lebensunterhalt verdienen. Und ich würde es z.B. auch begrüssen, wenn die San und andere ursprüngliche Jagdvölker auf diese Weise ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihre Völker ernähren könnten. Dies nur schon, weil ich überzeugter Carnivore bin (ich liebe Game!). Und das auch die Elefantenjagd unter gewissen Prämissen sein muss, ist mir auch klar - im Krüger z.B. hat es ja zu viele.

Womit ich überhaupt nichts anfangen kann, sind Hobbyjäger, die sich eine teure Flinte kaufen und einfach um des Nervenkitzels und/oder der Trophäe willen ein geschütztes Tier abknallen müssen - und dann noch stolz davor posieren, wie wenn sie weiss was für eine Heldentat begangen hätten. Und nach dem, was man zu dieser Geschichte so liest, haben wir hier genau so eine Spezies Mensch. Kommt erschwerend hinzu, dass er Ehrenpräsident der spanischen Sektion des WWF ist. Dass er offenbar kurz zuvor über die grosse Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen in Spanien gejammert hat, und dann geschätzte 20'000 Euro für so etwas ausgibt, spricht auch nicht unbedingt für ihn.

Dass er sich der Zwiespältigkeit seines Vorhabens bewusst war, zeigt sich doch schon daran, dass er klammheimlich nach Botswana gereist ist. Wobei das alles "Facts" sind, die ich aus der Presse und dem Internet habe; ich war ja schliesslich nicht dabei.

Blöd nur, dass ihm die Treppenstufe dazwischengeraten ist!

Gruss
Thomas


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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#16

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 11:40
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo Kowo,

grundsätzlich geht es meiner Meinung nach nicht um die Tatsache,
dass die Jagd zur Gesunderhaltung des Bestandes beitragen soll weil die entsprechenden Raubtiere nicht vor Ort sind oder die Jagd der "Fleischgewinnung" dient.
Es geht um die „pure Lust“ der Trophäenjagd.

Gruß Mike

Zitat: FAZ
"...Seine Leidenschaft hat den König schon öfter in die Bredouille gebracht. So war Juan Carlos, der Ehrenvorsitzender der spanischen Sektion der Umweltorganisation WWF ist, auch im Jahr 2005 in Botswana, als in Afghanistan 17 spanische Soldaten bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kamen. Mit knapper Not schaffte er es noch zur Trauerfeier. Im Jahr darauf passierte in Russland die noch immer nicht ganz geklärte Geschichte mit dem zahmen Bären Mitrofan, den der König erlegte. Er soll im Auftrag Wladimir Putins mit Honigwodka in eine heiter-ungefährliche Stimmung versetzt worden sein. Der König versicherte glaubwürdig, dass er, wenn es denn so gewesen sein sollte, davon nichts gewusst habe. Die Königin wiederum, die natürlich nicht dabei war, fühlte sich in ihrem Vorsatz bestärkt, Vegetarierin zu bleiben. ..."


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


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#17

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 11:43
von steffi • Leopard | 403 Beiträge

Zitat von McCandless
ups alles doppelt:

P.S. ich habe übrigens die ganzen links nur überflogen, weiss also nicht ob sich was doppelt oder so......



Hallo Kowo,

das macht nichts. Das ist ein Text, den muß ich sowieso drei mal lesen!
Du magst Recht haben, daß es für das Ökosystem besser ist, wenn bestimmte Tierarten in Fach gehalten werden. Du regst mich gerade ganz schön zu nachdenken an.
Ich weiß nicht, wen Du mit "er" meinst, ist ja auch egal, aber mich interessiert deine Dipl-Arbeit wirklich!

Und zu guter letzt.... ich lehne die Massentierhaltung ab, esse hauptsächlich deswegen kein Fleisch mehr und weiß was in so Gummibärchen drin ist aber ich gebe gern zu, daß das eine kleine Wissenschaft für sich ist.

Liebe Grüße
Steffi


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#18

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 11:45
von McCandless (gelöscht)
avatar

Hallo Thomas,

da sind wir grundsätzlich einer Meinung. Ich kann damit auch nichts anfangen und von dem Geld kann man ne Menge anderer netter Sachen machen.

Aber die Jungs müssen eben so ihre Männlichkeit beweisen; andere fahren im AudiBMWMercedes mit 180 über dich dichte Autobahn und drängeln mich, der gerade einen LKW überholen will mit Lichthupe von der Straße. Diese Typen gefährden mich und meine Familie, die finde ich ehrlich gesagt noch schlimmer.

Abgesehen davon geht mir die Elefantendiskussion (und Eisbär und Panda) einfach auf die Nerven weil es immer so emotional und nicht sachlich läuft. Aber das liegt wohl in der Natur der Tiere und der Menschen. Bei Lady Di wird auch geheult als obs die eigene Schwester war, bei Kindern im Bus aus Belgien ist man noch ein paar Tage geschockt und Blähbäuche aus der Sahelzone will man ja eigentlich nicht mehr sehen..........

Gruß aus Windhoek
Kowo


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#19

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 12:04
von McCandless (gelöscht)
avatar

@Mike und Steffi,

na das finde ich an diesem Forum so toll. Hier hat man das Gefühl, noch sachlich Argumentieren dürfen zu können, ohne das im Hintergrund sowieso nur Massenantworter, Lodgebesitzer, Namibia-Lobbyisten oder "ich bin gegen alles" Leute sitzen, hoffentlich bleibts noch ein bisschen so.

....aber das der König gerade auf Jagd war als ein Hubschrauber abstürzte ist ja nun nicht seine Schuld. Soll er denn 365 Tage im Palast hocken? Wenn ich gerade Kinder zeuge während meine Oma stirbt, oder im Urlaub in der Hängematte liege, darf ich doch auch kein schlechtes Gewissen haben.

Aber wie gesagt. Rein aus Spaß Jagden, tja finde ich auch doof, aber das findet ja in so ziemlich jedem Forstamt in Norddeutschland mit den Jagdtouristen aus Skandinavien die mal ein Wildschwein erlegen wollen in kleinerem Stil auch statt.

Und Jagden die auf eine gefährdete Tierart zielen (dazu zähle ich den Elefanten nicht überall) sind sowieso nicht zu akzeptieren (außer aus ganz besonderen Gründen wie z.B. Problemtiger die schon Menschen getötet haben und sich einfach nicht umsiedeln lassen können).

Gruß aus Windhoek
Kowo


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#20

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 13:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Silberadler
Hallo Kowo,

grundsätzlich geht es meiner Meinung nach nicht um die Tatsache,
dass die Jagd zur Gesunderhaltung des Bestandes beitragen soll weil die entsprechenden Raubtiere nicht vor Ort sind oder die Jagd der "Fleischgewinnung" dient.
Es geht um die „pure Lust“ der Trophäenjagd.

Gruß Mike

. ..."[/i]



Hallo Mike,

gratuliere, dies ist m.E. der springende Punkte!
Nur würde ich nicht auf Trophäenjagd einschränken, sondern auf Jagd insgesamt. Denn auch wenn es der Population dienlich ist, sollte man sich nicht , ich sag immer dazu perverser Werkzeuge in Form von einfliegenden Europäern bedienen (sieht und hört man immer am Flughafen beim Waffen einchecken). Es kann m.E. nicht angehen, dass man die "Jagdgeilheit" diverser Menschen immer nur mit dem Hinweis auf "notwendiger Populationsregulierung" zu rechtfertigen versucht.

Augenscheinlich gibt es ja viel zu viele Elefanten !
Komisch, ich freue mich immer, sie zu entdecken. Ich nehm die Kamera, andere die Flinte. Letzteres tut die Menschheit dann solange, bis sie sich selbst abgeschafft hat. Ich hab da keine Sorge, dass es mal soweit kommt.

Aber jetzt hab ich mich schon wieder hinreissen lassen. Leider konnte mich meine Frau nicht zurück halten, sie ist nämlich aktuell nicht zugegen. Aber ich bin stolz auf mich, denn so moderat habe ich mich bei dieser Thematik noch nie ausgedrückt !

Gruß Serengeti


zuletzt bearbeitet 17.04.2012 13:15 | nach oben springen

#21

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 15:18
von McCandless (gelöscht)
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Serengeti schrieb:
Nur würde ich nicht auf Trophäenjagd einschränken, sondern auf Jagd insgesamt. Denn auch wenn es der Population dienlich ist, sollte man sich nicht , ich sag immer dazu perverser Werkzeuge in Form von einfliegenden Europäern bedienen (sieht und hört man immer am Flughafen beim Waffen einchecken). Es kann m.E. nicht angehen, dass man die "Jagdgeilheit" diverser Menschen immer nur mit dem Hinweis auf "notwendiger Populationsregulierung" zu rechtfertigen versucht.

hmmm, genau dies ist für mich das Problem welches die Leute mit der Jagd haben. Es wird vorrausgesetzt, das alle Jäger jagdgeil sind. Das ist Pauschalisieren, Polemisieren und Unkenntniss verbreiten. Futter für die Lobbyisten. Leider auch oft genug durch ziemlich viele Vertreter dieser Spezies im grünen Rock unterstützt (ganz speziell finanzkräftige Jagdtouristen). Und da gebe ich Serengeti natürlich vollkommen Recht. Zwischen zwei Poolgängen einen Eli zu schiessen ist pervers. Aber es ist aus Wildökologischer Sicht total egal wer den Elefanten schießt!

Und der wirtschaftliche Aspekt darf bitte auch nicht angeführt werden. Warum wird diese Diskussion eigentlich im Wohlfahrtswohlfühleuropa geführt, hier aber nicht!? Es ist bestimmt nicht allen Urlaubern klar, dass so ziemlich jede Farm/Lodge auf der die Ihren Urlaub verbringen entweder Trophäenjagd anbietet, diese weiterverkauft oder aber solche Dinge wie Schakalschießen aus dem Hubschrauber durchführt!

Ist jeder Autofahrer, Autofahrgeil? Wohl nicht. Es soll Menschen geben die wollen Strom, aber kein Kraftwerk vor der Haustür. Es soll auch Menschen geben die wollen nach Afrika fliegen, aber der Kerosinverbrauch ist dann eben das notwendige Übel. Ablaßhandel kann ja in vielen Form betrieben werden (da ist denen selbst die Kirche 500 Jahre vorraus). Viele wollen Alt werden, aber ja nicht ins Pflegeheim. Es soll auch im urbanen Europa Menschen geben die wollen Wild im Wald, aber ja nicht die Wildschweine im Grunewald im Garten. Und wenn der Fuchs erstmal in der Sandkiste derer Kinder war..........., ja dann soll doch bitte der Jäger kommen.

Dieses ewige schwarz/weiß denken ist oh oh oh.........von Vorgestern.

Leider sind diese Menschen dann diejenigen die schön die Kamera nehmen, Elefanten fotografieren aber nicht die Mangelernährten und Kranken denen der Elefant gestern in Oshana oder Oshikoto wieder das Feld zertrampelt hat und die bei solchen Diskussionen ja nicht mitmachen dürfen/können.

Gruß aus Windhoek
Kowo

P.S. Es gibt auch gute Tofuartikel bei Superspar.


zuletzt bearbeitet 17.04.2012 16:44 | nach oben springen

#22

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 15:38
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Zitat von McCandless


hmmm, genau dies ist für mich das Problem welches die Leute mit der Jagd haben.[b] Es wird vorrausgesetzt, das alle Jäger jagdgeil sind.
Das ist Pauschalisieren, Polemisieren und Unkenntniss verbreiten. Futter für die Lobbyisten. Leider auch oft genug durch ziemlich viele Vertreter dieser Spezies im grünen Rock unterstützt (ganz speziell finanzkräftige Jagdtouristen). ..."

Gruß aus Windhoek
Kowo

P.S. ist das Kotelett schon in der Pfanne?



Hallo Kowo,

wenn ich alles richtig gelesen und verstanden habe,
dann wird nicht darauf abgehoben,
dass alle Jäger "jagdgeil" sind.
Sondern im Allgemeinen sauber unterschieden wird, weshalb die Jagd durchgeführt wird.

Gruß Mike


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


zuletzt bearbeitet 17.04.2012 15:43 | nach oben springen

#23

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 17.04.2012 16:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Silberadler
[quote="McCandless"]

wenn ich alles richtig gelesen und verstanden habe,
dann wird [b]nicht
darauf abgehoben,
dass alle Jäger "jagdgeil" sind.
Gruß Mike



Danke Mike für die Klarstellung. So wars von mir gemeint. Ich wiederhole mich zu diesem Thema zum 1000. Mal. Einige fahren zur Erholung ans Meer, gehen Golfen machen Wanderungen Ausflüge etc. Wer zur Erholung zwischen zwei Badegängen im Pool zum Tiere totschiessen fährt, gehört für mich nicht zu den Jägern bzw. Wildhütern.
Und diesen, Entschuldigung für den Ausdruck, dämlichen Hinweis auf Kotelett kann ich schon nicht mehr hören. Immer kommt dieser abgedroschene Hinweis, wenn man den Leuten zu Nahe tritt, die mit toten Tieren im Arm auf den Fotos posieren. Man mag es nicht glauben, aber mir schmeckt Fleisch!

Ich ziehe mich jetzt aus dem Thread wieder raus. Möchte hier keinen Ärger anzetteln und "überlasse" das Feld.

Gruß Serengeti


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#24

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 18.04.2012 20:45
von McCandless (gelöscht)
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habe gerade gelesen, dass der WWF nun doch auch (vielleicht Aufgrund des öffenlichen Drucks?) den Rücktritt Ihres "Ehrenpräsidenten" fordert. Können die den nicht einfach rausschmeissen? In gleichem Artikel gibt es auch eine Positionierung zur Trophäenjagd. Etwas schwammig aber verständlich formuliert.

alles unter www.wwf.de

Gruß aus Windhoek
Kowo


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#25

RE: Perverse Jagdreisen?

in REISEPLANUNG VON A-Z ROUTEN / UNTERKÜNFTE / REISETIPPS u.v.a. 19.04.2012 07:31
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Und Juan Carlos hat doch immerhin die Grösse, sich zu entschuldigen.

Gruss
Thomas


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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