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#1

Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 09:16
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo,


20.01.2012



Reiseziel Danakil in Äthiopien
Abenteuerlust und Naivität

"...Mondlandschaften und spektakuläre Vulkane: Die Danakil-Wüste im Norden Äthiopiens zieht Abenteuerurlauber wegen ihrer Naturwunder an. Nun kam es dort zu einem tödlichen Überfall auf Touristen - die hohen Risiken von Reisen in die Region waren jedoch schon vorher bekannt. ..."

mehr:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,810216,00.html

Gruß Mike


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


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#2

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 10:02
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Hallo Mike,

als ich die Bilder zu diesem Artikel sah dacht ich

Wow ... das möchte ich auch mal sehen/fortografieren .....

aber eine Reise dorthin ist wohl wie ein Sprung mit dem Bungee-Seil ab der

Verzasca-Staumauer im Tessin 220m

Wenn es gut geht eine Abenteuer - wenn das Seil reisst ....

Ich finde ich muss nicht alles gemacht haben oder gesehen haben.

Grüsse Kurt


Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

zuletzt bearbeitet 01.02.2012 10:04 | nach oben springen

#3

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 10:25
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Hallo Mike

Es ist eben doch so, wie ich kürzlich in Casimodo's Begrüssungsthread geschrieben habe: "Realität ist doch, dass jeder das macht, was er sich zutraut".

Es wird immer Leute geben, die die Situation falsch oder sich selber zu gut einschätzen. Oder auf falsche Berater setzen: Solange es Reisebüros gibt, die offensichtliche Gefahren einfach negieren resp. herunterspielen oder sogar verschweigen, wie z.B. dieses hier, wird es immer wieder zu solchen Geschichten kommen.

Mal ganz abgesehen davon, dass es auch jetzt noch viele Leute geben wird, die sagen: "Das war nicht unvorsichtig; die haben einfach Pech gehabt".

Gruss
Thomas

PS: Zu Kurt's Bemerkung wäre vielleicht noch zu ergänzen: ...oder von der Brücke bei Victoria Falls ...


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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#4

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 11:50
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo Thomas, hallo Kurt,

ich denke, dass in einem Forum, das vorwiegend mit Reisen in Afrika beschäftigt ist, auch solche Hinweise gehören, um böses Erwachen zu vermeiden (wenn das überhaupt geht).
Thomas schreibt richtig: "... Realität ist doch, dass jeder das macht, was er sich zutraut". ..." aber aus unserer Lebenserfahrung wissen wir,
dass auch Selbstüberschätzung und Ignoranz bei dieser Art von Reisen eine Rolle spielt.
Das Auswärtige Amt in Deutschland hat aktuell für folgende elf afrikanische Staaten Sicherheitswarnungen ausgegeben:



1. Nigeria: Reise- und Sicherheitshinweise
2. Niger: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
3. Eritrea: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
4. Syrien: Reisewarnung
5. Demokratische Republik Kongo: Reisewarnung
6. Jemen: Reisewarnung
7. Algerien: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
8. Libanon: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
9. Mali: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)Libyen: Reisewarnung
10. Mauretanien: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
11. Somalia: Reisewarnung

Wie heit es so schön:
„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“

Gruß Mike


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


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#5

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 12:03
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Zitat von Silberadler
Hallo Thomas, hallo Kurt,

ich denke, dass in einem Forum, das vorwiegend mit Reisen in Afrika beschäftigt ist, auch solche Hinweise gehören, um böses Erwachen zu vermeiden Gruß Mike




Richtig, man soll auch auf eine mögliche Gefahr hinweisen & diskutieren dürfen.
Was ein jeder daraus für sich mit nimmt ist dann ihm überlassen.

Wenn jemand findet es sei das Risko wert so eine Gegend zu bereisen
ist dies sein Entschluss als (hoffentlich) mündiger Mensch.

Jedenfalls Danke für den Link, Kurt


Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

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#6

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 12:20
von Guido (gelöscht)
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Hallo Thomas,

Zitat von eggitom
Es wird immer Leute geben, die die Situation falsch oder sich selber zu gut einschätzen. Oder auf falsche Berater setzen: Solange es Reisebüros gibt, die offensichtliche Gefahren einfach negieren resp. herunterspielen oder sogar verschweigen, wie z.B. dieses hier, wird es immer wieder zu solchen Geschichten kommen.

Mal ganz abgesehen davon, dass es auch jetzt noch viele Leute geben wird, die sagen: "Das war nicht unvorsichtig; die haben einfach Pech gehabt".



Ganz so eindeutig ist es nicht. Fakt ist, dass das Auswärtige Amt (AA) seit Jahren vor erhöhten Gefahren in dieser Region Äthiopiens gewarnt hat. Fakt ist auch, dass nun Leute für das Ignorieren dieser Warnung den maximalen Preis gezahlt haben.

Fakt ist auf der anderen Seite aber auch, dass es damals und selbst heute keine Reisewarnung des AA für Äthiopien gab und gibt - nicht einmal eine Teilreisewarnung (zwischen "vor einer Reise warnen" und einer offiziellen Reisewarnung des AA gibt es einen großen juristischen Unterschied). Und Fakt ist auch, das seit den letzten Vorkommnissen in 2007 tausende Touristen in der Region unterwegs waren, denen nichts passiert ist.

Wenn das in den Medien nun so dargestellt wird, als wären die Reisenden in der Region völlig verantwortungslos und haben bewusst die Gefahr und den Kick gesucht, dann finde ich das problematisch. Aber das schreiben häufig Journalisten, deren persönlicher Reise-Horizont bei Malle oder der Türkei endet. Ich kenne den Erta Ale nur aus Bildbänden von Michael Poliza und Michael Martin. Da gibt es abgefahren schöne Aufnahmen. Ich kann verstehen, dass Leute das sehen wollen. Und bisher hätte ich gesagt: Kann man machen. Nachher ist man immer schlauer.

Für die, die den Kick suchen, gibt es übrigens einen Schweizer Reiseveranstalter, der Reisen in den Irak, Afghanistan usw. anbietet.

Beste Grüße

Guido


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#7

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 13:09
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Zitat von Guido


Für die, die den Kick suchen, gibt es übrigens einen Schweizer Reiseveranstalter, der Reisen in den Irak, Afghanistan usw. anbietet.

Beste Grüße

Guido




Die spinnen die.....


Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

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#8

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 13:37
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Hallo Guido

grundsätzlich hast du natürlich genau so recht, wie ich; manchmal ist es nur eine Frage der Formulierung oder der Gewichtung der einzelnen Punkte.

Zitat von Guido
Fakt ist auf der anderen Seite aber auch, dass es damals und selbst heute keine Reisewarnung des AA für Äthiopien gab und gibt - nicht einmal eine Teilreisewarnung (zwischen "vor einer Reise warnen" und einer offiziellen Reisewarnung des AA gibt es einen großen juristischen Unterschied). Und Fakt ist auch, das seit den letzten Vorkommnissen in 2007 tausende Touristen in der Region unterwegs waren, denen nichts passiert ist.


Das hindert niemanden daran, seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen, wobei ich offen zugebe, dass auch "gesunder Menschenverstand" bis zu einem gewissen (recht hohen) Grad subjektiv ist und je nach Person zu einem komplett anderen Resultat führen kann. Man beachte dazu die Diskussionen in Casimodo's Begrüssungsthread.

Zitat
Wenn das in den Medien nun so dargestellt wird, als wären die Reisenden in der Region völlig verantwortungslos und haben bewusst die Gefahr und den Kick gesucht, dann finde ich das problematisch. Aber das schreiben häufig Journalisten, deren persönlicher Reise-Horizont bei Malle oder der Türkei endet. Ich kenne den Erta Ale nur aus Bildbänden von Michael Poliza und Michael Martin. Da gibt es abgefahren schöne Aufnahmen. Ich kann verstehen, dass Leute das sehen wollen. Und bisher hätte ich gesagt: Kann man machen. Nachher ist man immer schlauer.


Da gebe ich dir recht, mit einer Präzisierung; ich würde sagen: "Wenn das in GEWISSEN Medien...". Ich habe eigentlich einen Artikel gesucht, den ich letzte Woche gelesen habe und der sowohl den Ablauf wie auch die Hintergründe des Vorfalls etwas genauer beleuchtet hat, habe ihn leider aber nicht gefunden.

Zitat
Für die, die den Kick suchen, gibt es übrigens einen Schweizer Reiseveranstalter, der Reisen in den Irak, Afghanistan usw. anbietet.


Die gibt es wohl überall und nicht nur in der Schweiz.

Das Fazit ist wohl einmal mehr: jeder sieht die Situation anders - vorher und nachher. Und gewisse Ereignisse kann man beim besten Willen nicht voraussehen; s. Fall Breivik.

Gruss
Thomas

PS: Und der alles entscheidende Punkt: Was immer hier oder anderswo geschrieben wird, kommt bei jedem Leser anders an - und kaum jemals so, wie es gedacht war...


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

EGGI'S REISESEITEN - Zahlreiche Panorama-Bilder von unseren Reisen rund um die Welt
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#9

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 14:03
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo Thomas,

hier noch drei Artikel zu den Ereignissen:


19.01.2012

Entführte Touristen
Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweis für Äthiopien


Mit einem verschärften Reisehinweis hat das Auswärtige Amt auf den Überfall auf Touristen in Äthiopien reagiert. Von Reisen in die betroffene Region an der Grenze zu Eritrea wird nun dringend abgeraten.

mehr:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,810154,00.html

20.01.2012
Überfall auf Reisegruppe
Entführte Deutsche in Eritrea vermutet

"... Die in Äthiopien verschleppten Mitglieder einer Reisegruppe - darunter zwei Deutsche - werden in Eritrea vermutet. Gesandte der äthiopischen Regierung bemühen sich um die Freilassung der beiden Touristen und ihrer einheimischen Begleiter. ..."


mehr:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,810282,00.html

23.01.2012[/i]
Rebellen bekennen sich zu Entführung von Deutschen


[i]"...Äthiopische Rebellen haben sich zu der Entführung zweier deutscher Touristen bekannt. Die Geiseln seien bei guter Gesundheit, teilte die Gruppe auf ihrer Web-Seite mit. Die Schuld an dem Überfall, bei dem auch mehrere Touristen getötet wurden, gibt die Gruppe dem äthiopischen Militär. ..."


mehr:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,810781,00.html

Gruß Mike


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


zuletzt bearbeitet 01.02.2012 14:07 | nach oben springen

#10

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 17:03
von Guido (gelöscht)
avatar

Hallo Thomas,

Zitat von eggitom
Das hindert niemanden daran, seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen, wobei ich offen zugebe, dass auch "gesunder Menschenverstand" bis zu einem gewissen (recht hohen) Grad subjektiv ist und je nach Person zu einem komplett anderen Resultat führen kann.



Vor allem ist unsere Risikowahrnehmnung sehr selektiv und völlig irrational. Pro Jahr sind schätzungsweise 40.000 bis 100.000 selbstfahrende Touristen in Namibia unterwegs. Durchschnittlich 55 davon sterben pro Jahr bei Autounfällen. In der Regel, weil sie mit den Schotterpisten nicht klar kommen. D.h. rational betrachtet ist eine allseits als unkritisch angesehene 0815-Selbstfahrertour durch Namibia wohl mindestens genauso lebensgefährlich wie ein Besuch von Danakil-Ebene und Erta Ale in Äthiopien (Schätzungsweise 500 bis 5.000 Touristen pro Jahr in der Region).

Mir ist klar, dass der Vergleich aus diversen Gründen etwas hinkt. U.a. kann man selbst den Verkehr mehr beeinflussen als die Kugel aus dem vorgehaltenen Gewehrlauf. Aber an Risiken wie den Straßenverkehr sind wir durch den Alltag gewöhnt. Das zählt nicht und wird ignoriert. Stattdessen zerbrechen wir uns lieber den Kopf über Gefahren durch Schlangenbisse, Löwen etc, woran zumindest nach offiziellen Angaben nur alle paar Jahre mal jemand in Namibia stirbt.

Beste Grüße

Guido


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#11

RE: Abenteuerlust und Naivität

in INTERNET MEDIENWELT 01.02.2012 18:18
von Silberadler • Rhino | 1.027 Beiträge

Hallo Guido,

grundsätzlich stimme ich Dir zu. Warum das so ist, hängt wohl mit unseren Gewohnheiten zusammen.
Denn Tod ist nicht gleich Tod. An das Sterben auf unseren Straßen haben wir uns im Laufe der Zeit gewöhnt und ist eine Begleiterscheinung der immer stärk werdenden Motorisierung, mit der wir täglich mehr oder weniger konfrontiert werden. Es hat etwas Schicksalhaftes an sich. Ein Tod der durch ein nicht alltägliches Risiko hervorgerufen wird, findet nicht nur in der Presse ein erhöhte Aufmerksamkeit sondern auch bei uns.

Gruß Mike


Aus einem Grashalm wird ein Vogelnest.
(Weisheit der Ovambo)


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