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#26

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 03.11.2016 19:47
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 6: Chillen im Paradies!

Schon um sechs bin ich wach und da Sven und ich erst um 08:00 zum Frühstück abgemacht haben geh ich schon mal mit der Kamera in den Garten, denn es bieten sich schon zwei, drei Motive!



Oben: Nach einer Nacht auf dem See kehren die Fischer zurück in ihr Dorf!



Oben: Die Fischer, die nachts nicht auf dem See waren haben wie dieser Kingfisher noch was zu tun...



Oben: Der Spectacled Weaver - Brillenweber (Ploceus ocularis) hat sich sein Frühstück auch schon gekrallt!
Ist übrigens eine nicht nur bei ihm sondern auch bei den Milanen beliebte Frucht!




Oben: Und auch der Reed Cormorant - Riedscharbe (Microcarbo africanus (Synonym.: Phalacrocorax africanus))ist schon auf den Beinen, den roten Augen nach zu schliessen hatte er eine anstrengende Nacht!



Oben: Wo man hinknippst fliegen Kingfischer rum, tststs...beinahe eine Plage!



Oben: Und schon kommt der erste und wichtigste Teil des Frühstückes...der Kaffee!!!
...und ein Fruchtsalat dazu...




Oben: Offenbar will der Schwarzmilan auch was von meinem Frühstück...



Oben: ...zumindest schaut er ziemlich unverfrohren und auffordernd zu mir rüber!!!



Oben: Frühstück mit House Gecko - Hausgecko...zum Glück neben dem und nicht im Teller...



Oben: Unser Frühstücks-Gecko, der kurz mal Sven angesprungen hat bevor er zum Schirmständer ging...
...er scheitert erstaunlicherweise an diesem Schirmständer und rutscht immer wieder runter...
...aber er gibt nicht auf! :-D


Nach dem leckeren Frühstück chillen Sven und ich etwas, es ist ja auch unser Ruhetag hier im Paradies!
Dabei dürfen wir den Fischern zuschauen wie sie sich rudernd abschuften, herrlich zu wissen dass wir nur zuschauen und nicht mitpaddeln werden...
Aber nur rumhängen geht dann doch nicht, etwas fotografieren muss sein...
...wobei Sven 'etwas' wohl etwas anders definiert als ich, denn nur so kann ich seine Angst um den Platz auf meinen Speicherkarten nachvollziehen... ;-)


Gruss

Picco

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zuletzt bearbeitet 03.11.2016 19:48 | nach oben springen

#27

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 04.11.2016 16:13
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

OK, vieleicht übertreib ich's ja auch ein wenig, aber mein neues 100-400mm-Objektiv fasziniert mich halt!
Und deshalb müsst Ihr nun weitere Bilder anschauen! ;-)



Oben: Kingfisher hats hier wie Sand am Meer, mal sitzend...



Oben: ...und mal fliegend, aber immer ist einer irgendwo!



Oben: Der fehlende Taktvorgeber an der Pauke wird durch Gesang ersetzt, den Typen mit der Peitsche hab ich auch nirgends
gesehen...hat sich bei den Ruderbooten so einiges getan seit den römischen Galeeren... ;-)




Oben: Leider im Gegenlicht: Fliegender Hammerkopf...



Oben: Blick vom Frühstückstisch zum Marktplatz der Ortschaft...

Kurz vor zehn Uhr beschliessen wir etwas spazieren zu gehen, also noch kurz ins Zimmer um 12-50mm-Objektiv zu holen und das 100-400er dazulassen und schon gehts los, raus aus der Lodge!
Wären da auf dem Weg zum Zimmer nur nicht so viele Tiere...



Oben: Noch ganz scheu schauen sich Herr und Frau Eidechse erstmals tief in die Augen...



Oben: ...aber da ich die schöne Zweisamkeit störe wirft er mir heldenhaft einen bösen Blick zu...also gehts endlich ins Zimmer und darauf raus aus der Lodge!

Sven hat zur Sicherheit nur die kleine Kamera dabei, ich meine Älteste und ein Objektiv das ich auf Safari nicht benötige...
...sicher ist sicher!
Ok, wir beide ziehen auch die Schultern zurück und setzen den grimmigen Blick auf... ;-)
...auch hier: sicher ist sicher! :-D
Für Sven ist es das erste Mal dass er so durch ein Dorf geht, aber er strahlt auch eine ziemliche Gelassenheit aus.
Nur beim Abbiegen auf den Markt merkt man ihm etwas an dass er das nicht täglich macht.
Auffallend ist dass nebst Fisch vor allem Bananen verkauft werden...in rauhen Mengen, aber kaum was Anderes!
Natürlich werden wir von allen Seiten angegafft, Weisse hier auf dem Markt gibts nicht alle Tage.
Aber alles ist recht friedlich, sogar etwas ängstlich kommen mir einige Einheimische vor, weshalb auch immer!
Lang dauerts nicht bis wir von jemandem angesprochen werden, der uns nach einigen Fragen was wir hier denn tun schnell mal erklärt wann und wie die Fischer rausfahren und die Fische fangen und dabei geschickt einflechtet dass man doch auch mit dem Boot zu den heissen Quellen und zur Talapia-Zucht fahren kann, für 'nur' 40'000.- ruandischer Franc oder 40 Dollar...
Wir lehnen dankend ab, was den Preis sofort auf 30$ sinken lässt.
Trotz der immer näher kommenden interessierten Menschentraube um uns herum lassen wir ihn wissen dass wir nicht interessiert sind, da er uns aber wirklich viel Spannendes erzählt hat geben wir ihm ein kleines Trinkgeld.
Dabei hab ich den Eindruck dass sehr genau geschaut wird wo wir unser Geld aufbewahren...Vorsicht ist angesagt!
Wir verlassen den Markt wieder und gehen an der Brauerei vorbei, der Typ vom Markt folgt uns in einigem Abstand...
...und noch zwei Männer die ich am Markt gesehen habe nehmen denselben Weg...
Wir schauen etwas rum, dabei gehen die Zwei an uns vorbei ohne von uns Notiz zu nehmen, also wohl nur Zufall dass die auch hier entlang gingen.
Aber unser Typ vom Markt quatscht uns an und preist sich als Guide an, was wir dankend ablehnen.
Wir gehen weiter, aber er hängt an unseren Fersen und quatscht uns nochmals an, wir lehnen wieder dankend ab.



Oben: Abzweig zum Congo-Nile-Trail

Bei der Wegegabelung von welcher man entweder zum Congo-Nile-Trail oder zu den heissen Quellen gehen kann quatscht er mich nochmals an, aber nun werd ich sehr deutlich, was wirklich hilft!
Ok, wir wollten zwar ursprünglich zu den heissen Quellen, aber nur schon um ihn nicht mehr bei uns zu haben gehen wir den 'Main Trail' des Congo-Nile-Trails statt zu den Quellen...
Ist doch wahr, wir wollen nur etwas spazieren, und das ohne Guide!
;-)
Die Strecke ist breit genug dass zwei Lastwagen kreuzen können, aber uns kommen hauptsächlich FussgängerInnen und Velofahrer entgegen.
Immer wieder haben wir Aussicht auf den wunderschönen Lake Kivu, trotz schon recht grosser Hitze geniessen wir den Spaziergang!
Zumal vom See her immer wieder mal ein schön kühler Wind blässt.


Oben: Einer der vielen Ausblicke auf den Lake Kivu...



Oben: Nur aus der Hüfte fotografiert, deshalb nicht ganz getroffen: Farbenfroh gekleidete Frauen auf dem Weg zum Markt!

Aber so langsam werden wir durstig und sehnen uns nach einem Restaurant, von denen es hier aber nicht alle paar Meter eines hat...
...aber...
...was sehen meine alten Äuglein?


Gruss

Picco

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#28

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 06.11.2016 11:00
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Ein Haus mit grossem, ummauertem Garten auf der anderen Seite der Bucht!
Sven und ich sind uns sofort einig, das MUSS eine Lodge oder so was sein!
Also latschen wir weiter, noch immer von der auf dieser Höhe von knapp 1500müM. besonders starken afrikanischen Sonne in gleissendes Licht gehüllt, schwitzend und das Japsen nur mit Mühe zurückhaltend...odrr so...
;-)
Bei einer Strassenbaustelle erreichen wir endlich das besagte Haus, das sich aber aufgrund der Beschriftung und der Kleidung der dort zu sehenden Menschen nicht als Lodge sondern als Mission zu erkennen gibt...
...Kruzifix!!! :-O



Oben: Mission, nicht Lodge! Frechheit!

Also alles wieder durstig zurück!
Trotzdem nehmen wir uns die Zeit dies und das zu fotografieren, von glitzernden Felswänden über Blumen, Vögel bis zu Fischzuchten!
OK, Sven fotografiert zusätzlich noch jeden Holzpfahl, der auch nur im geringsten an ein Baugerüst erinnert...
...da ist der Beruf definitiv auch im Urlaub dabei... ;-)



Oben: Talapia-Fischzucht im Lake Kivu



Oben: Nektarvogel auf Jacarana Baum...er wollte definitiv nicht posieren... :-(



Oben: wohl eine zentralamerikanische Einwandererpflanze...aber mehr weiss ich darüber nicht, ausser dass sie sehr gut gefällt...



Oben: Einsam und verzweifelt daliegendes Boot... :-(



Oben: Wellen wie am Meer, wunderschön! :-)

Wieder bei der Abzweigung zu den heissen Quellen angekommen ist unser Möchtegern-Guide verschwunden, also gehen wir jenen Weg!
Wollten wir ja ursprünglich schon machen...
Zwischen den Häusern durch geht die schlechte Strasse runter, die Kinder winken uns zum Teil scheu zu, zum Teil hören wir auch 'Money' aus ihren Mündern, was wir natürlich sofort und ohne mit der Wimper zu zucken ignorieren!
Unten angekommen sehen wir die heissen Quellen...
...
...nicht!!! :-O
Denn irgend ein Heini hat einen Bretterzaun drum herum gebastelt und verlangt Eintritt!
Aber da sie nun wirklich nicht soooooooo spektakulär sind verzichten wir...
...als Trost hier ein Bild von der 2013er Ruanda-Tour:



Oben: Die heissen Quellen im 2013...definitiv nicht spektakulär genug um Eintritt zu bezahlen!

Also wieder den Berg rauf und zurück zur Lodge!
Auf dem Weg werden wir von einigen Kindern regelrecht verfolgt, natürlich mit dem 'give me money'-Spruch auf deren Lippen...
...wirklich durchs halbe Dorf!
Kaum sind wir die los fällt mir, während ich über meine rechte Schulter schaue, im linken Augenwinkel auf dass ein Typ so etwas
wie einen Ausfallschrit in meine Richtung macht!!!
Ich bin selbst erschrocken wie schnell ich die um die Kamera geballte Faust oben hatte...
...und wie schnell er wieder verschwand!
Keine Ahnung worauf er es abgesehen hatte, wohl auf mein Portemonaie oder mein Handy...
Und da ich über meine rechte Schulter schaute und er links von mir war dachte er wohl ich wäre ein leichtes Opfer...
So was hab ich selbst noch nie erlebt!
:-O
Aber wir sind ja schon bald bei der Lodge!



Oben: Schon das Schild vermittelt paradiesische Erwartungen!

Kaum zurück chillen wir wieder etwas im Garten rum, trinken dort ein Sprite (Sven) und zwei Fanta Orange (ich) und fotografieren wieder etwas vor uns hin.



Oben: Aussicht vom Garten der Lodge in Richtung Dorf



Oben: Aussicht von meinem Zimmerzugang in Grösse einer Terrasse...


Gruss

Picco

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#29

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 07.11.2016 19:42
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

https://www.youtube.com/embed/TUpdnLszASs?rel=0
Klick mich fals das Video oben nicht erscheint!



Oben und Unten: Keine Ahnung was für eine Pflanze diese und die Nächste sind, aber es sind Pflanzen und sie sehen gut aus!





Oben: Blick von der Lodge über den Landzugang zur Halbinsel wo sich die heissen Quellen befinden.

Nach einem Abstecher in mein Zimmer um für die morgige Reise nach Kigali mit Zwischenstop bei Dian Fossey's ehemaliger Forschungsstation zu packen geh ich wieder in Richtung Rezeption und treffe auf dem Weg auf Jean.
Gemeinsam gehen wir zu Sven und besprechen Gott und die Welt (NP mit Flachlandgorillas, NP mit Bonobos, Schnellboot das den Lake Kivu in 3 Stunden auf der ganzen Länge befährt, Rebellen usw.) und den morgigen Tag während die zwei je ein Bier und ich eine Coke trinken.
Jean eröffnet uns dass es schon sehr früh, nämlich um 05:00 Uhr losgeht!
Und dass wir das Frühstück als Lunchbox mitnehmen sollen!
Gute Idee!



Oben und Unten: Das Rezeptionsgebäude





Oben: Schwarzmilan als Vegetarier...

Nachdem er uns verlassen hat geniessen wir das Abendessen, bei Sven aus Thonsalat und Carlic-Steak und bei mir aus Avocado, Gemüsesuppe und vegetarischem Curry besteht.



Oben: Meine Vorspeise: Avocado...



Oben: Svens Vorspeise: Thonsalat...



Oben: Unsere Hauptspeisen: Oben Sven's Carlic-Steak, unten mein vegetarisches Curry.

Nach dem Essen und einigem Quasseln bestellen wir unser Frühstück, das wir schon bald perfekt eingepackt in Händen halten nachdem wir das Essen und Trinken bezahlt haben.
Kurz darauf geht Sven ins Bett und ich für's Facebook in die Lobby, wo's W-Lan gibt.
Aber auch schon um 22:00 Uhr hau ich mich ins Bett, gute Nacht!


Gruss

Picco

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#30

RE: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 07.11.2016 23:12
von MariaW • Rock-Dassie | 1 Beitrag

Ich bin einfach begeistert von Ihren Fotos und Bericht!!

Edit durch Moderator: Werbelink entfernt
Solltest Du nochmals einen Werbelink einsetzen fliegst Du ohne weitere Warnungen aus dem Forum!


Kommt Zeit kommt Rat
zuletzt bearbeitet 08.11.2016 20:08 | nach oben springen

#31

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 08.11.2016 20:10
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 7: Über Dian Fossey nach Kigali!



Oben: Unsere heutige Strecke

02:20 Uhr zeigt das Handy!
Damit selbst hab ich ja keine Probleme, aber dass ich um die Zeit schon fertig sein soll mit schlafen find ich eine Frechheit!
Echt, das Sandmännchen ist auch nicht mehr das was es mal war! Grmpfl!!!
Natürlich bleib ich demonstrativ liegen bi 04:30 Uhr, denn dann muss ich aufstehen, da Jean um 05:00 Uhr kommt und wir losfahren.
Schnell noch alles Anstehende erledigt und den letzten Rest in die Tasche beziehungsweise den Rucksack gepackt und schon geh ich raus in die dunkle, kühle Nacht!
Kurzer Blick zu Sven's Appartement und schon weiss ich dass er Licht an hat, also offenbar auch wach ist.
Gut so, braver Sven! ;-)
Um so früh da zu sein hat Jean ja schon hier in Gisenyi, aber in einer anderen Lodge, übernachtet.
Vom Kongo her wärs kaum möglich und sicher nicht sinnvoll!
Ich schleppe also mein Zeugs am mir nicht helfenden Wachmann vorbei zum Parkplatz und treffe da schon Jean!
Nach kurzer Zeit kommt auch Sven daher und nachdem wir dem Wachmann erklärt haben dass die Schlüssel in den Zimmerschlössern stecken fahren wir schon los, es ist 05:10 Uhr!
Jean fährt auffallend gemütlich, aber das ist wohl auch besser so, denn viele Menschen sind schon auf der Strasse.
Die Meisten zu Fuss, viele mit dem Fahrrad und nur wenige mit dem Auto, aber offenbar alle auf dem Weg zur Arbeit!
Um die Zeit sieht man bei uns kaum jemanden auf den Strassen...
Kurz nachdem wir Gisenyi hinter uns haben sehen wir im Dunst links von uns den Nyiragongo mit kaum wahrnehmbarem roten Leuchten über dem Kraterrand...
...aber schon bald ist der Vulkan vom Dunst wieder vollkommen verhüllt und nicht mehr zu sehen...



Oben: Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt ist auch ans Fotografieren zu denken, wenn auch von der Rückbank durch die Frontscheibe:
Frauen auf dem Weg zum Markt!




Oben: Halb Ruanda war schon kurz nach 05:00 auf den Beinen, die andere Hälfte ist es wohl jetzt um 06:45 Uhr...

Kaum in Ruhengeri angekommen kommt mir Jeans unsicheres Suchen des Kinigi Park Headquarters vor als wäre er erstmals hier...
Na ja, egal, er gehört nicht zu denen die so was verstecken und er fragt nach, was uns auch sehr schnell zum Ziel bringt!
Schon der zweite oder dritte Operator der auf einer meiner Reisen Neuland entdeckt, auch gut!
Kaum auf dem vollen Parkplatz ausgestiegen gehen wir dahin wo offensichtlich die meisten Touroperators hingehen, dort fragt sich Jean auch wieder durch.
Bald verlangt er unsere Pässe und geht damit ins Büro während wir der Tanzvorführung für uns Touristen zuschauen.
Ich hol mir einen Tee, der dort gratis bereitsteht und esse mein Lunchpaket, das wir gestern Abend in der Paradise Malahide Lodge bekommen haben.
Es ist recht kühl und beim Blick um uns herum frag ich mich schon bei einigen Leuten wie die ein Gorillatrecking hinter sich bringen wollen...zumal ich zwei Touristen mit Krücken und Rucksack sehe...
Es ist erstaunlich wie schlecht einige schon hier auf der kaum abfallenden Wiese zu Fuss sind...hoffentlich schaffen die's ohne jemand Anderem oder den Gorillas zur Last zu fallen!
Nach einiger Zeit ruft uns Jean zu sich, er steht mit einer kleinen Rangerin bei einem kleinen Schild auf einer Wiese.
Die Rangerin stellt sich uns als 'Odile' vor und erklärt uns dass sie unser Guide ist und wir zwei die Einzigen sind die zu Dian Fossey's
ehemaliger Forschungsstation rauf gehen werden.
Oha, übersichtliche Gruppe heute!
Odile beginnt mit dem Erzählen von Dian's Lebensgeschichte, und sie erzählt es wirklich sehr, sehr gewissenhaft und ausführlich!
Von Geburt bis zum Tod, inklusive diverser Schulen und Freunden usw...
Kenn ich so gar nicht vom letzten Mal!
Sie ist zwar nicht so einfach zu verstehen aber so im grossen Ganzen bekomm ich doch mit dass Dian nicht wirklich eine einfache und sympatische Person war...
Zumindest Menschen gegenüber hatte sie wohl so ihre Probleme...
Na ja, das hatten ja offenbar einige mit ihr auch, sonst wäre sie wohl kaum am 27. Dezember 1985 im Karisoke Research Center, wo wir nun hingehen, abgeschlachtet worden.
Bald gehts los, wir besteigen nun mit Odile Jean's Wagen und fahren zum Startpunkt des Treckings.
Ich hatte den letzten Teil der Piste in schlechter Erinnerung, aber dass mich die Erinnerung so täuschen kann hätt ich nicht erwartet!!!
Die Piste ist nicht schlecht, die ist grauenvoll!!!
Am Startpunkt angekommen gehen wir gleich los, das Tempo ist von Anfang an etwas hoch, vieleicht etwas zu hoch für den Anfang!
Auf dem Weg zwischen den Feldern hindurch treffen wir Soldaten, von denen uns drei begleiten werden.
Im Gegensatz zu meiner Tour im 2013 sind diese Soldaten freundlich und lächeln uns an, damals warens wirklich Typen denen man nicht nachts begegnen will...
Aber Kalaschnikovs haben auch die Drei hier dabei!
Odile erklärt uns dass wir eventuell auf dem Weg nicht nur Gorillas, andere Affen oder Antilopen sehen würden sondern unter Umständen auch mies gelaunte Büffel uns zertrampeln könnten, was sie nicht so gerne sehen würde.
;-)
Die Nähe zur DR Congo und die immer wieder vorkommenden Grenzüberschreitungen (meist von ruandischer Seite...) haben natürlich nichts damit zu tun...nur die Büffel...logo...
Mit den Soldaten zusammen gehts weiter, es wird steiler und steiler, das Tempo bleibt hoch, was meine Beine nicht wirklich freut!
Denn da steckt noch immer der Nyiragongo drin, ja, der ganze Vulkan!!!
Das macht meine Beine richtig schwer...und bringt meine Lunge dazu durch den Mund atmen zu müssen, was ein untrügliches Zeichen für mich ist langsamer gehen zu müssen!
Schon sind wir am Waldrand und Odile schlägt die erste Pause vor, was ich nutze um ein japsend geringeres Tempo zu fordern!
Sven hat offenbar keine Vulkane in seinen Beinen...
Nach kurzer Rast gehts nun über eine Mauer rein in den Wald, in dem die Gorillas leben!
Nach einem steilen Anstieg wirds bald flacher und ich seh einige hörnchenähnliche Tiere in den Bäumen rumtoben, aber krieg kein einziges brauchbares Foto davon hin...
...immer ist ein Ast oder ein Blatt im Weg...
Es geht weiter bis zu einer Weggabelung von wo man eine Bergtour zu einem Kratersee beginnen kann, und machen die nächste kurze Rast.
Mir fiel auch schon auf dass es jetzt im Gegensatz zu 2013 keine gefüllten Säcke mehr am Boden hat und man nun wie es ja zu erwarten wäre auf den nakten Boden geht.
Odile erklärt mir dazu dass diese Säcke jeweils da sind wenn's zu matschig wird, damit die Gegend überhaupt bewandert werden kann.
Macht Sinn...
Wir gehen weiter, Büffel- und Gorillakot liegt faul auf dem Weg rum, beides recht frisch, Odile meint dass beide Haufen keine Stunde alt wären...
...einige Minuten später bleiben wir stehen weil wir ein Blöken hören das wir nach dem ersten Wunschgedanken ‘Gorilla’ einer Antilope zuordnen.
Aber egal was es ist, irgendetwas ist hier im Busch!
Und das mein ich wortwörtlich!
Ich sehe eine Pflanze rechts von mir sich bewegen und schau genauer, da seh ich schwarze Haare...



Oben: Was sehen denn da meine scharf belinsten Äuglein?
Ein Busch mit schwarzem Fell?
Ab in die Knie, damit ich unter den Blättern der Büsche durchschauen kann und dann...tatataaaaaa...


Und tatsächlich seh ich zwei Gorillas als Erster!
Halleluja!!!



Oben: Hallo Frau Gorilla!!! Du bist entdeckt! :-D

Ich glaubs ja kaum!
Wir treffen auf dem Weg zu Dian Fossey's Camp eine Gorillatruppe!
Auch wenn wir nur zwei Tiere sehen ein absolutes Ausnameerlebniss!!!
plötzlich höre ich Stimmen anderer Menschen...
Hmmm...
Odile und einer der Militärs beginnen mit denen zu sprechen ohne etwas von meiner Entdeckung mitbekommen zu haben!
Noch hat nebst mir niemand die Gorillas bemerkt, so winke ich Sven leise zu mir ran und zeige ihm was ich gefunden habe!
Wir schauen und fotografieren nur kurz bis Odile auffällt was wir tun...und sie sofort 'No Fotos' ruft!
Denn das lässt sich Ruanda normalerweise fürstlich belohnen mit 750$ für eine Stunde Gorillas beobachten...
OK, wir hören sofort auf zu fotografieren, zumal die Gorillas im dichten Gebüsch auch kaum zu sehen geschweige denn zu fotografieren sind...
Odile schreibt sich währenddem den Namen der Gruppe in ihr Notizbuch: 'Ghiranesa-Group'!
Zumindest liest sie mir das später so vor...
Auch wenn ich beim nachträglichen Googeln weder bei den Touristengruppen noch bei den Forschungsgruppen eine mit so einem Namen
finden kann freu ich mich enorm über die Sichtung!
Und erst recht darüber dass ICH die Gorillas gesichtet habe!
Welcher Tourist kann schon von sich behaupten Berggorillas gespottet zu haben?
Stolz-Modus 'on'!!!
Pha, was ist schon eine Serval-Spottung...tststs...nun kann mich nichts mehr beeindrucken! ;-)
Ohne weitere Pausen gehts nun rauf zur ehemaligen Forschungsstation.



Oben: Grün, grüner, am grünsten!!! Halt Bergregenwald!



Oben: Übersichtsschild mit Aufzählung aller Gebäude der Station.



Oben: Überreste der 'Bottom Cabin', die auch nach Dian's Tod von etlichen Forschern als Kabine genutzt wurde.



Oben: Die Überreste von Dian Fossey's Kabine, die sie selbst offenbar scherzhaft als 'das Mausoleum' bezeichnete...
...was angesichts der Tatsache dass sie in dieser Kabine abgeschlachtet wurde doch etwas speziell ist...




Oben und unten: Das Grabfeld der Gorillas und Dian Fossey's Grab, direkt neben ihrem geliebten 'Digit'.
Es gibt Leute die sagen sie hätte den Silberrücken 'Digit' so geliebt wie andere Frauen ihren Lebenspartner lieben...



Gruss

Picco

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#32

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 09.11.2016 20:06
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: Links das Grabstein von Digit, rechts der von Dian.
Dian wurde von den Einheimischen übrigens 'Nyiramachabelli' genannt, was sinngemäss etwa 'die Einsiedlerin im Wald' bedeutet.




Oben und Unten: Das Haus der Arbeiter, weit weg von Dian's eigenem Haus...und klein für die bis zu 30 Menschen die hier auf engstem Raum schliefen.





Oben, unten und doppelunten: Der Bergregenwald mit seinen Pflanzen ist einfach der Hammer!!! Ich könnt stundenlang hier rumlatschen!!!





Odile erklärt uns auch hier oben alles ganz genau und um ein mehrfaches ausführlicher als der Guide, den wir letztes Mal dabei hatten!
Wir sehen auch etliche Haus-Überreste die wir damals nicht gesehen haben!
Echt, ich kann diese Frau als Guide echt empfehlen!
Toll!
Und erst nachdem sie Sven und mich gefragt hat ob wir noch was wissen wollen und wir ihr versicherten dass wir vollends zufrieden sind gehts wieder auf den Weg runter!



Oben: Was sehen wir denn da auf dem Weg?
Jawohl, Gorilla-Kacke, frisch!




Oben: ...und Ameisen...die einem zum Tanzen bringen können!
Selbst mich Tanzmuffel!!! :-O


Plötzlich bleibt Odile und die zwei vorausgehenden Soldaten stehen und weisen uns an dasselbe zu tun...
Irgendwoher höre ich das Wort 'Buffalo'...ob wir nun auch noch Büffeln begegnen?



Oben: Hmmm...was lässt und da nicht passieren???

Und plötzlich winkt mich einer der Soldaten zu sich und zeigt nach vorne...
und was seh ich da?
Na was wohl:



Oben: Gorillas!!! Mitten auf dem Weg!!!



Oben: Und ich hab nur das 7-14mm-Objektiv griffbereit!!! Zum Glück sind wir so nahe!!!


Gruss

Picco

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#33

RE: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 10.11.2016 18:07
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: Von Sven (mit seiner Einwilligung) geklautes Foto das mich beim Filmen zeigt...



Oben: Ja, Video! Mit dem 7-14mm-Objektiv...dafür ohne Bildstabilisator, da ich nur die kleine Kamera vorne hatte...

Es sind ein Weibchen und ein halbstarkes Männchen, und ich hab keine Zeit die gute Kamera und das geeignete Objektiv aus dem Rucksack zu nehmen!!!
Nach kurzer Zeit kommt das Männchen noch etwas näher, setzt sich etwa einen Meter vor mich hin...
Nicht nur Odile hatte Befürchtungen dass er Ärger sucht, nein, auch die Gorilladame hält ihn kurz zurück...
Na ja, ich bin es ja so langsam gewohnt dass mir Gorilla-Männer zu nahe kommen...schluck...
Nach einigen Minuten, in denen klar wird dass sie uns keinen Platz machen, gehen wir durchs Gebüsch...
...und natürlich muss hier das Gebüsch in erster Linie aus Brennnesseln bestehen...danke Gorillas, nett von Euch!!!
Was tut man nicht alles damit es diesen Tieren gut geht...
Von der anderen Seite filme ich noch etwas weiter, dabei versuche ich auch die anderen Gorillas dieser Gruppe (es ist die Umubano-Gruppe) zu filmen, was mit dem 7-14mm- Objektiv auch dann unmöglich wäre wenn man mehr sehen würde als sich bewegende Büsche und Pflanzen!
Aber es ist schon faszinierend: Wir sind wieder umzingelt von einer Gorillagruppe, der dritten innerhalb von fünf Tagen!
Und dabei fällt mir auf dass ich in allen Ländern, in denen Berggorillas leben, welche in der freien Natur gesehen habe!!! :-D
Aber wir werden gedrängt weiter zu gehen...verständlich!
Kurz hinter den Gorillas verlassen wir den bekannten Weg und gehen auf neuen Pfaden runter bis wir wieder den Eingang zum Wald antreffen, durch den wir gekommen sind.
Danach gibts wieder eine kleine Pause, in der Odile eine Ansprache betreffend Gorillas, der Menschen hier um den Nationalpark herum und die Arbeit der Ranger und des Militärs sowie der Besonderheit Gorillas auf dem Weg zu entdecken hält während wir die Aussicht geniessen.



Oben: Aussicht direkt unterhalb des Waldeinganges

Nach ihrer Ansprache gehen wir wieder zwischen den Feldern durch weiter runter, bald schon verabschieden sich die drei Soldaten, natürlich mit einem Trinkgeld in der Hand!
Weiter gehts an Schafen vorbei zum Auto, während Odile uns bestätigt dass sie auch kaum mal Gorillas zu sehen bekommt und heute wirklich ein Sonderfall war, da wir zwei unterschiedliche Gruppen zu sehen bekamen.
So etwas habe sie selbst noch nicht erlebt!
Schon bald sind wir beim Auto wo Jean schon auf uns wartet...
...natürlich nicht nur er sondern auch Souvenierverkäufer, die wir erst mal abwimmeln müssen...
Kaum sind wir im Auto gehts wieder über die Holperstrecke, wenn auch dank einer Einbahnregelung nicht über die welche wir auf dem Herweg befahren haben.
Um die Strassenqualität mal aufzuzeigen hab ich versucht zu filmen...



Oben: Schüttel-Schüttel...
Wohlgemerkt: Das ist die offizielle Strasse vom bedeutensten Touristenort in Ruanda zurück in die Zivilisation und keine Offroad-Strecke!


Durch eine Umleitung fahren wir wieder in Richtung Hauptstrasse, Odile fährt solange mit bis wir sie in ihrem Heimatdorf abladen können. Auf dem Weg sagt sie mir nochmals die Namen unserer Gorillagruppen, die sie sich extra notiert hat und gibt ihr Walkie-Talkie an einem Rangerposten am Strassenrand ab.
Nachdem wir uns von dieser als Guide echt empfehlenswerten und sympatischen Frau verabschiedet haben gehts los in Richtung Kigali!
Auf dem Weg kauft uns Jean noch je eine grosse Flasche Wasser, dann gehts weiter durch hügelige und grüne Landschaften, vorbei an Tälern, Flüssen, Dörfern, LKW-Unfällen usw über Top-Strassen in Richtung Hauptstadt!



Oben: So sehen die Strassen Ruandas in den meisten Fällen aus...

Jean fragt uns wo wir in Kigali genau hin müssen, was wir mit 'Hotel Okapi' (klick mich) beantworten können.
Und zum Glück kennt er das Hotel!
Aber er warnt uns schon mal wegen einem Nachtclub, denn er hat früher seine Gäste ebenfalls da untergebracht, da das Hotel sehr gut zwischen dem Banken- und Hotelviertel sowie dem Genocid-Center liegt. Als dann jedoch in unmittelbarer Nähe ein Nachtclub eröffnete wars vorbei mit der Nachtruhe...
Seither bringt er seine Kunden im Gloria-Hotel unter, wo wir ja auch die erste Nacht verbracht haben.
Kurz nach 16:00 Uhr seh ich das Hotel erstmals...
...aber das mit dem parkieren und ausladen gestaltet sich etwas schwirig, da alle Parkplätze besetzt sind und auch der fliessende Verkehr keinerlei Rücksicht nimmt sondern sich lieber durchquetscht wo's nur möglich ist.
Irgendwann haben wir aber auch das hinter uns und schon gehts rein in die gute Stube!
Ziemlich gespannt ob die Buchung mit booking.com auch geklappt hat stehen wir da und...
...werden schon erwartet!
Top!
OK, die Konversation ist nicht ganz so einfach, da die beiden Damen von der Rezeption zwar gut französisch aber nur eine davon so halbwegs englisch sprechen.
Aber mit viel Hand und Gestikeinsatz schaffen wir auch das. ;-)
Während Jean sich mal in den Warteraum setzt checken wir ein, Sven bekommt Zimmer 21, ich gleich daneben Zimmer 22.
Ein Sicherheitsmann packt unsere Taschen und versucht erst beide, danach nur Sven's Tasche hochzustemmen...
...und obwohl er offensichtlich Hilfe gebrauchen könnte will er die nicht...
So führt er uns laut schnaubend rauf in den zweiten Stock, öffnet Svens Zimmer und lädt die Tasche dort ab.
Danach gibt er mir den Schlüssel zu Zimmer 22 und geht wieder runter um meine Tasche zu holen.
Ich nehm den Schlüssel, schieb ihn ins Schloss, öffne die Türe und staune!
Haben die mir nun Socken auf den Boden gelegt und eine Wechselunterhose an den Schrankknauf gehängt?
Im Ernst jetzt???
Boa!
Meine Meinung vom Hotel weiss im Moment nicht was sie meinen soll...
Völlig verdattert geh ich rüber zu Sven und frag ob er auch Unterhose und Socken im Zimmer gefunden habe, was mir nur einen ungläubigen Blick beschert...
Also gehen wir zu zweit ins andere Zimmer und schauen uns das an...
Sven und ich staunen ruhig ins Zimmer rein, wortlos und mit grossen Augen!
Denn offenbar ist das Zimmer besetzt!
Kaum schliessen wir die Türe wieder kommt auch schon der Mann mit meiner Tasche rauf und will damit ins Zimmer.
Ich erkläre es ihm und bemerke dass er nicht gut englisch spricht, also öffne ich die Türe und zeige es ihm...
Auch seine Augen kullern beinahe aus den dafür vorgesehenen Höhlen und er stammelt was von 'wait here'...
Kurz darauf erscheint er wieder mit dem Schlüssel des gegenüberliegenden Zimmers 207, das offensichtlich nicht schon besetzt ist.
Gut so!
Schnell alles im Zimmer abgeladen und dann so gut die vermuskelkaterten Beine mich tragen runter zu Jean, denn dem wollen wir noch ein Trinkgeld geben und uns von dem liebenswürdigen tollen Kerl verabschieden.
Zumal er heute noch in den Kongo zurück muss.
Die Verabschiedung ist recht herzlich, die Entschuldigung der Dame an der Rezeption für die Herausgabe des falschen Schlüssels ist dem Gesichtsausdruck zu folge auch ernst gemeint, die sah ziemlich schockiert aus!
Und das liegt nicht an meinem Äusseren...hoff ich mal!
Anschliessend geht rauf ins Zimmer, duschen, relaxen, Fotos sichern usw...



Oben: Mein Zimmer



Oben: Immer noch mein Zimmer...



Oben: Auch das und...



Oben: ...das gehört zu meinem Zimmer...schaut hier dreckiger aus als es war, denn auch wenn die Fugen verfärbt waren wars sauber!



Oben: Aussicht vom Zimmer bei Tag

Um 18:00 Uhr treffen sich Sven und ich (wer sonst?) an der Rezeption und versuchen zusammen mit der gar nicht englisch sprechenden Rezeptionistin unsere Geräte mit dem Internet zu verbinden.
Aber irgendwas klappt da nicht, die verbinden sich zwar mit dem W-Lan, aber wir kommen trotzdem nicht ins Internet obwohl sie selbst über dasselbe W-Lan zugriff aufs Internet hat!
Aber, wie schon vorher aufgefallen ist, die Angestellten tun alles was in ihrer Macht steht um dem Gästen was zu bieten!
Und so bietet sie uns Tethering über ihr privates Smartphone an, was wir gerne annehmen!
Schon toll dass die Smartphones in Afrika nicht nur verbreitet sind sondern die Leute damit auch wirklich umzugehen wissen!
Anschliessend gehts ins hoteleigene Restaurant und wir setzen uns hin.
Dummerweise genau unter den Fernseher, der kurz darauf seine Stille unterbricht und in einer afrikatypischen Lautstärke vor sich hindröhnt.
Schnell suchen wir das Weite beziehungsweise einen anderen Platz!!!
Die armen Trommelfelle mussten mal wieder was erleben... :-O
Zum Essen bestellen wir Poulet Stroganov mit Reis, wobei das Fleisch wohl von einem 100jährigen Huhn stammt...
Ernährung ist's, aber 'gut' ist anders...
Um etwa 21:00 Uhr gehts rauf ins Zimmer und schon bald ins Bett.
Gute Nacht!



Oben: Aussicht vom Zimmer bei Nacht!


Gruss

Picco

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zuletzt bearbeitet 10.11.2016 21:42 | nach oben springen

#34

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 11.11.2016 15:22
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 8: Am 'Umuganda Day' ins 'Hotel Ruanda'



Oben: Unsere heutige Etappe

Singende Männer!
Wie in einem amerikanischen Soldatenfilm wenn die zum Training in Formation rumrennen und 'singen'...
Genau so!
Und es wird immer lauter!
Wo bin ich hier gelandet?
Ich grabsche nach Brille und Handy und sehe dass es 05:30 Uhr ist, draussen beginnt der Morgen die Nacht zu vertreiben...
Ich geh auf den Balkon, eine frische Brise weht mir entgegen und direkt vor mir seh ich die singenden und dabei in Reih und Glied rennenden Männer mitten auf der Hauptstrasse raufrennen...
...und sonst seh ich niemanden auf der Strasse!
Oha!
Bin ich wirklich in Afrika?
Na ja, ich geh wieder rein, sichere meine Fotos, dusche und mach mich mittels Kamm, Rasierer, Deo, Zahnpaste und -Bürste wieder zu einem Menschen...
Um 08:00 wollen sich Sven und ich zum Frühstück treffen.
Und genau darum geh ich um 08:00 Uhr ins Restaurant!
Schlau, gelle? ;-)
Aber seh ich einen Sven?
Nein, nicht mal einen Klizekleinen!
Ja pennt der denn noch?
Na ja, ich setz mich mal hin und versuch mich zu orientieren als meine Ohren den Satz 'Du sitzt am falschen Tisch’ wahrnehmen...
...und das noch mit Sven's Stimme!
Und Tatsächlich: Sven sitzt einen Tisch neben mir, aber, zu meiner Ehrrettung, er war am Buffet!
Das Buffet ist nicht riesig, aber es bietet genug, natürlich auch frische Früchte!
Wer mag kann auch Fischsuppe haben... :-O
Na ja, am Morgen ist das zumindest für meinen Geschmack nicht das Richtige! ;-)
Da bleib ich lieber bei Kaffee, Passionsfruchtsaft, weissen Bohnen, Ananas und Bananen...
Brot hätte es auch, aber das vertrag ich aktuell nicht, weshalb auch immer!
Sven bestellt uns noch je ein spanish Omelette, was das Frühstück perfekt abrundet!
Nach dem Frühstück lade ich mir vom nun wieder auch ohne Tethering funktionierenden Internet die Offline-Karten für Ruanda und Tansania aufs Handy und wir bemerken auch jetzt wieder dass wir niemanden auf der Strasse sehen...
Um 10:00 Uhr machen wir uns auf den Weg, raus aus dem Hotel und rauf auf die völlig leere Strasse!
Denn heute ist der letzte Samstag im Monat und an eben diesem letzten Samstag im Monat ist in Ruanda 'Umuganda Day'!
Da ja jeder ganz genau weiss was 'Umuganda Day' bedeutet schreib ich hier nicht dass an diesem Tag die ruandische Bevölkerung von der Regierung dazu angehalten ist das Land zu säubern. ;-)



Oben: Das Okapi-Hotel von aussen

Schon sehr speziell...
Ohne grossartig links oder rechts zu schauen treten wir aus dem Hotel und überleben das ohne umgefahren zu werden...
Und das in einer afrikanischen Hauptstadt!
Die Strasse vor dem Hotel, die dem armen Sven mit ihrem Lärm den Schlaf geraubt hat (er hat sein Zimmer auf diese Seite, ich mein Neues zur anderen Seite hin...), ist menschenleer!
Und noch besser: Sie ist auch Fahrzeugleer!
Nur Stehzeuge stehen rum, aber nix was fährt, nix!
Da unsere Portemonaies lautstark einen Geldautomaten verlangen gehen wir mal los und schon bald finden wir einen!
Und gleich auch die ersten Menschen, nämlich Wachpersonal!
Sonst ist nirgends jemand zu sehen, nur Wachpersonal und vereinzelte Touristen.
Selbst die Geschäfte sind alle geschlossen!



Oben: Geschäftskomplex unweit unseres Hotels, mitsammt funktionierendem Geldautomaten, Tageslimit 400'000RWF.



Oben: Es wird geputzt bis die Strassen blitzen!



Oben: ...oder die Besen aufgeben...



Oben: Es ist beinahe unheimlich, man kommt sich vor wie in einer Geisterstadt!!!



Oben: Wohin man schaut, keine Autos, nichts!







Oben: Es ist unglaublich: Ich steh mitten auf einer Kreuzung und fotografiere gemütlich in alle Richtungen und nirgends ist ein fahrendes Fahrzeug zu sehen, höchstens stehende Stehzeuge!



Oben: Sven auf der (ansonsten) vielbefahrenen Hauptstrasse!



Oben: Hier an einem anderen Tag stehend wäre meine Lebenserwartung wohl in Minuten zu berechnen...


Gruss

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zuletzt bearbeitet 11.11.2016 15:22 | nach oben springen

#35

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 14.11.2016 17:41
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: Natürlich müssen die Gorillas auch in der Hauptstadt präsent sein, so wie auch die ruandischen Farben auf den Dächern der Strassenlampen sein müssen...



Oben: Alle paar hundert Meter finden wir solche Trenn-Abfall-Behälter, sogar mit eigenem Batterieeinwurf!!!
So etwas hab ich in Europa noch nicht gesehen...


Eines der Ziele die ich mir für diesen Besuch von Kigali vorgenommen habe ist der Besuch im 'Hotel des Milles Colines', besser
als 'Hotel Ruanda' aus dem gleichnamigen, absolut empfehlenswerten Film von Terry George aus dem Jahr 2004 bekannt.
Und schon stehen wir davor, mehr zufällig als absichtlich, obwohl ich mich mittels Handy immer etwas über unseren Standort und den des Hotels informiert habe. Denn plötzlich sagt Sven so was wie 'Ist das nicht das Hotel das Du besuchen willst?'...
Und ja, es ist!
Wir befinden uns oberhalb des Hotels und umrunden das Gelände zur Hälfte bis wir die Einfahrt zum Parkplatz endlich finden.



Oben: Hier ist es also, komplet anders aussehend als im Film...aber hier hat sich jene Geschichte zugetragen!

Wir gehen also rein, vorbei am Wachhäuschen des Parkplatzes, aus dem uns der Wachmann freundlich grüsst, weiter zum überdeckten Eingang, wo wir wie im Flughafen durchsucht werden, inklusive Metalldetektor zum Durchgehen und Gepäckscanner.
Aber nun sind wir drin!



Oben: Dieser Pool hat damals als Trinkwasserreservoir hergehalten...heute baden wieder reiche Touristen und Geschäftsleute drin...



Oben: Mitten in einem geschichtsträchtigen Ort...wenn man die Geschichte kennt wirkt das alles etwas sureal...zumindest auf mich!



Oben: Schöne Maurerarbeiten im Treppenhaus



Oben: Der gedeckte Sitzplatz des Gartenrestaurants.



Oben: Blick aus dem Gartenrestaurant zu den Zimmern...



Oben: ...und zur Bar, dahinter der Pool und die Massagehütte.

Wir trinken Coke beziehungsweise Fanta orange und geniessen die schöne Atmosphäre hier im Gartenrestaurant.
Es gefällt uns hier echt gut, sogar etwas heimisch fühlen können wir uns nachdem ich bemerkt habe dass der Kellner 'Jean Bosco' heisst...exact wie unser Touroperator aus der DR Congo! ;-)
Wobei 'Jean Bosco' hie rwohl etwa dasselbe ist wie bei uns 'Sepp Meier' odrr so...
Nach einem leckeren Bananen-Juice und noch je einem Fanta orange zahlen wir 14'000RWF und gehen ins Okapi zurück.
Auch wenn noch immer extrem wenig Fahrzeuge unterwegs sind so hat der Verkehr doch merklich zugenommen, man kann nicht mehr blind über die Strasse gehen ohne dass Gefahr besteht überfahren zu werden.
Wobei mich wohl niemand freiwillig überfahren würde, denn ich muss riesig wirken mit meinem heute extrem aufgeblähten Bauch...
Irgendwas hier bekommt mir nicht, irgendwas...



Oben: Am Wegesrand...die meinen es ernst mit der Sauberkeit!

Nachdem Sven und ich etwas relaxt haben treffen wir uns um 16:00Uhr wieder im Hotelrestaurant.
Er lernt für seine Ausbildung zum Brandschutzfachmann, ich surfe etwas im Internet und sichere Fotos.
Um etwa 17:30 machen wir uns auf den Weg um ein Restaurant für heute Abend zu suchen, absichtlich so früh, damit wir noch Tageslicht haben für die Suche.
Wir sehen dabei wieder den üblichen Verkehr, aber auch auffallend viele behinderte Bettler und Polizisten mit Maschinengewehren...
Überall!
Warum auch immer...
Auch werde ich von mehreren Leuten angesprochen, meist etwa so: 'Hello my friend, let me show You this or that!', was ich natürlich immer anständig, aber bestimmt ablehne.
Einer ist aber ganz hartnäckig und hält sich für was weiss ich nicht was, will wissen ob ich Frau und Kinder habe, macht meiner
Sonnenbrille Komplimente, fragt nach unserem Hotel usw...und das alles in nur schwer verständlichem Englisch, das er nicht wirklich beherscht...
Nachdem ich ihm zum wiederholten Mal anständig und deutlich gesagt habe dass ich seine Begleitung und seine Hilfe nicht will muss ich etwas lauter und deutlicher werden, was er beleidigt mit 'Why don’t you are Ruanda-Style?’ komentiert...
Depp!
Wir gehen weiter auf unserer Suche nach einem Restaurant, finden aber keines in der Nähe unseres Hotels, was uns dazu bringt wieder im Hotel zu essen.
Beide nehmen Beefburger mit Pommes Frites und Gemüse, und auch wenns besser ist als das klapprige Huhn von gestern, wirklich lecker ist es nicht.
Um etwa 21:30 gehen wir in unsere Zimmer und nach einiger Zeit auf meinem Balkon geh ich um etwa 22:30 Uhr ins Bett.
Gute Nacht!
Ja, das wünscht man sich...denn der Nachtclub, vor dem uns Jean gewarnt hat, ist heute im Gegensatz zu gestern sehr gut zu hören!
Aber er ist auch nicht viel lauter als der Verkehr und so schlafe ich dann doch noch ein...


Gruss

Picco

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zuletzt bearbeitet 14.11.2016 17:47 | nach oben springen

#36

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 15.11.2016 18:09
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 9: Ab ins Kigali Genocide Memorial Centre



Oben: Unsere heutige Etappe

Lärm!
Um 03:30 Uhr!
Nachts!
Grmpfl!
Alles wälzen und umdrehen nützt nichts, der Lärm bleibt trotzdem!
Ab etwa 05:45 hör ich wieder die singenden Soldaten die Strasse raufrennen, diesmal zwischen stinkenden Lastwagen und tuckernden Motorrädern, von den Fussgängern ganz zu schweigen!
Es ist zwar Sonntag, aber offenbar arbeiten die Ruander auch heute!
Und auch ich arbeite, denn in meinem Toilettenspühlkasten klemmt das Einlassventil...also wird da mal was rumgeschraubt bis es wieder brav seine Pflicht erfüllt!
Um 08:00 Uhr treten Sven und ich gleichzeitig aus unseren Zimmern und machen uns auf den Weg zum Frühstück!
Heute ist eine andere Bedienung dran, dafür sind die hilfreichen Zettel von gestern nicht mehr da!
Nun müssen wir bei allen Speisen und Getränken raten was es sein könnte...
Bei den Früchten ist's ja noch einfach, bei der Suppe wirds schon schwiriger, deshalb lassen wir die auch links liegen!
Die Thermoskannen mit Milch, Wasser und Kaffee müssen per Nase erforscht werden um das richtige Getränk zu bekommen, schaade!
Irgendwann kommen immerhin bei den Speisen wieder Zettel ran, es gibt heute Bananen, Mango, Spanish Omelette, Fleischeintopf, Pasta mit Tomatensauce, Fischsuppe, Erbsen, Bohnen, hartgekochte Eier und Knusperkekse...halt ein ausgewogenes Frühstück!
Odrr so...
Um 10:00 gehts zu Fuss in Richtung des Kigali Genocide Memorial Centre!
Sven macht einen auf 'archaischer Afrikabezwinger' indem er seinen etwa 1,5m langen Wanderstock, den er am Nyiragongo gekauft hat, mit sich rumträgt.
Wir verlassen das Hotel mit Wanderstock bei Sven und Rucksack inkl. Wasserflasche bei mir und latschen die KN-1-Road runter bis zur Kreuzung wo die KN-8-Avenue nach recht unten abzweigt...
Namen haben die für ihre Strasse, tststs...
Von dort gehts den Hügel runter, unten im Tal über die Brücke und dann bei der Abzweigung der KG-14-Avenue (auch wieder so ein toller und fantasievoller Name...tststs...) rechts wieder einen Hügel hoch...und ich merke schon dass erstmals meine Beine wieder ohne Muskelkater funktionieren!
Es ist aber recht warm und so sind die Schweissdrüsen am Pumpen was nur zu pumpen geht!
Zum Glück hab ich Wasser dabei!
Auch wenn es nur 3,1 Kilometer vom Hotel zum Genocide Memorial Centre sind, in der Wärme ist das nicht zu unterschätzen!
Das ist eine ganz andere Nummer als die gestrigen 800 Meter vom Milles Colines zum Okapi.
Aber nach etwa 40 Minuten sind wir auch dank für afrikanische Verhältnisse sehr rücksichtsvollen Autofahrern schon da und können den Hügel auf dem wir wohnen auch mal fotografieren!



Oben: Der Hügel mit unserem Hotel Okapi (ungefähr über dem 't' des Wortes 'Hotel' direkt rechts neben dem obersten orangen Gebäude unterhalb des aus der Siluette ganz rechts hochragenden blau-weissen Gebäudes) und dem Bankenviertel Kigalis.
Oder, ums einfacher zu machen, schau auf dem nächsten Bild das ich von Sven geklaut habe... (Danke Sven)




Oben: Unter dem roten Pfeil ist das Hotel Okapi

Und nun gehts rein ins Genocide Memorial Centre, vorbei an Wachtleuten und dem Kassierer, die sich sehr für Svens Wanderstock interessieren.
Könnt ja sein dass er damit alle anderen Besucher in Kampfsportmanier verdrischt...odrr so...
Natürlich wird auch mein Rucksack untersucht und wir werden auch noch mittels Metalldetektoren unter die Lupe genommen, sind aber glücklicherweise clean.
Also gehts weiter rein zum Bürogebäude, dort erklärt uns der Mann hinter dem Tresen auf englisch dass der Eintritt 11’500RWF oder 15$ kosten soll und dass wir entweder einen lebendigen Guide auf französisch oder englisch oder einen Elektroguide zum um den Hals hängen (was beim lebendigen Guide etwas schwer fallen würde) auch auf deutsch...
Sven 'darf' seinen Wanderstab abgeben und wir werden belehrt dass das fotografieren in den Gebäuden strengstens verboten ist.
Dann gehts in den Nebenraum, einem kleinen Kino!
Aber nicht so ein Kino in das zwei Männer im Urlaub gehen, nein, eines in dem nur immer wieder ein und derselbe Film gezeigt wird!
Nämlich eine Reportage über den ruandischen Genozid von 1994 und die Verarbeitung des Geschehenen!
Und das in französisch und mit einer kompletten Hochschulklasse neben uns...
Anschliessend gehts wieder raus, wo wir fotografieren dürfen und es natürlich auch tun:



Oben: In jenem Gebäude befindet sich der grösste Teil der Ausstellung...da gehts bald für einige Stunden rein!
Vorsicht: Harte Kost!!!




Oben: Das ist das Gebäude mit dem Kinosaal und dem Empfang, wo man die Guides (elektronisch und in Bio-Ausführung) bekommt.



Oben: Und das ist die Karte die man zum elektronischen Tourguide bekommt, darauf finden sich alle Ausstellungen.

Und nun gehts rein in die Ausstellung zum Denkmal des Genozides von 1994!
Nachdem wir bei der ersten Ruanda-Tour absichtlich den Genozid links liegen gelassen haben bin ich etwas nervös wegen dem das mich da wohl erwartet!
Es wird sicher keine einfache Kost sein!
Aber es gehört zu diesem wunderschönen Land leider dazu...
Als erstes wird die Geschichte Ruandas bis 1994 erzählt und mit Bildern und Ausstellungsstücken untermauert, dann folgt der Genozid mit Bildern und Ausstellungsstücken die nicht jeder ansehen sollte da auch Fotos von schlimm zugerichteten, teilweise zerhackten Leichen und verletzten Menschen, auch Kindern, zu sehen sind.
Anschliessend folgt eine Erklärung der Aufarbeitung des Geschehenen in Ruanda mittels 'Wiesengerichten' (Gacaca, klick mich) und Fotos der Opfer.
Da Sven während ich unten noch die Fotos der Opfer betrachte schon weiter will wartet er draussen auf mich, der ich aber ohne das zu wissen (ich hab vermutet er hat schon alles angesehen) in den oberen Stock gehe und mir den Rest der Ausstellung anschaue.
Dort folgen einige Fakten über andere Völkermorde, unter anderem in Nazideutschland, in Namibia, Kambodscha, Armenien und Ex-Jugoslavien.
Als Letztes folgen einige Räume mit Bildern von Kindern bevor sie im Genozid getötet wurden, Bilder aus glücklichen Tagen halt.
Auch wenn das Ganze auch etwas den Eindruck erweckt dass man die Hauptursache etwas zu stark von den Ruandern an die Belgier und auch die Deutschen, halt die zwei Kolonialmächte die die Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi vorantrieben, schieben will ist es eine wirklich eindrückliche Angelegenheit!
Danach gehts raus aus dem Gebäude, wo Sven schon auf mich wartet uns sagt 'OK, gehen wir in den oberen Stock!'...
...was ich mit 'Von da komm ich ja...warst Du nicht schon oben?' beantworte...
Und nein, Sven war noch nicht oben!
Also setz ich mich auf eine Parkbank und warte während er den oberen Stock unsicher macht!
Kaum ist er im Haus verschwunden kommt eine grosse Gruppe junger Ruander, so um die 30-40 Leute, und die setzen sich alle auf die wenigen Bänke dies hier hat.
Es wird eng, aber ich bleib sitzhaft und schau mir an was da so läuft, denn einige etwas ältere Leute stellen sich in die Mitte
und beginnen zu quasseln...
Natürlich versteh ich kein Wort, aber da sich die Leute schon gegenseitig auf die Knie sitzen und mir das ganze irgendwie wie eine Schulklasse mit ihren Lehrern vorkommt steh ich auf und setz mich gegenüber auf die Treppe, mein Platz wird sofort von zwei Leuten perfekt ausgefüllt, während nun schon die vierte Person in der Mitte stehend eine Rede schwingt.
Kaum ist Sven auch wieder draussen gehts weiter mit einigen Themengärten die zum Einen nicht mehr so sind wie sie beschrieben werden und zum Anderen doch eher eine andere Wahrnehmung erfordern als ich sie habe um einen Sinn zu ergeben...na ja...
Erinnert mich etwas an abstrakte Kunst, aber da soll sich jeder selbst seine Meinung bilden, für mich sind sie zu weit vom Thema entfernt.
Näher dran sind dann die 'Wall of Names', die die Namen der Bestatteten und identifizierten Gebeine auf drei Tafeln tragen.
Am Erschreckensten find ich die geringe Anzahl Namen im Vergleich mit den bestatteten rund 250'000 Personen (so sagte es zumindest der elektronische Guide)...
Anschliessend gehts in Restaurant des Centers wo wir einen kleinen Snack zu uns nehmen, ich Avocado mit Chiabatti plus Pancake mit Banane und Nutella, Sven einen Burger.



Oben: Avocado mit Chiabatti...lecker!!!

Frisch gestärkt gehts wieder auf Wanderschaft, Ziel ist wieder das Hügelchen wo wir herkamen...und es ist heiss!
Sehr heiss!
Unnötig heiss!!!
Der Verkehr hat zugenommen, es sind mehr Leute unterwegs...und Sven hat endlich seinen Wanderstock wieder!
Aber das Ding hat ein Problem: Es ist zu lang für das Fluggepäck!
Und da es morgen wieder in den Flieger geht muss das Ding gekürzt werden!
Am Weg gehen wir an einigen Geschäftern vorbei, es sieht beinahe so aus als wären einige Garagenboxen eines Trödlers nebeneinander
geöffnet und die Ware zum Verkauf angeboten.
Da Sven keine Anstalten macht da nachzufragen ob die seinen Stock zersägen können hau ich ihn mal auf das Thema an und weise ihn auf
die Läden hin...
Und er geht doch tatsächlich in den ersten rein!
Nur um nach kurzer Zeit wieder rauszukommen und in den nächsten Laden zu gehen.
Dort wird geredet und geredet, vor allem aber gestikuliert und mit Fingerzeigen usw. erklärt dass der Mann ihm doch mit der Säge
die an der Wand hängt den Stock halbieren soll!
Herrlich zuzuschauen!
Aber er macht das als wärs nicht das erste Mal dass er so was in einem afrikanischen Laden machen würde!
Und der Mann kapiert was er machen soll!
Dem Gesichtsausdruck nach aber nicht weshalb... ;-)
Egal, Sven hat seinen Stock halbiert und der Mann etwas verdient!
Win-Win!
:-D
Uns so gehen wir weiter auf unserem Weg den Hügel rauf...
...hab ich schon erwähnt dass es schweinisch heiss ist? :-O
Und dass es steil ist auch? :-O
So keuchen wir beinahe so laut rauf wie die schwarze Wolken und Brocken statt Feinstaub rausblasenden Liefer- und Lastwagen...
Um 15:15 Uhr sind wir zurück und eine Dusche und etwas relaxen sind fällig!
Nach dem relaxen checke ich noch meinen morgigen Flug online ein und buche an der Rezeption den morgigen Flughafentransfer für den
Fixpreis von 10'000 oder 12'000 RWF auf morgen früh um 06:00 Uhr.
Um 18:00 Uhr treffe ich Sven im Restaurant und helfe ihm seinen Flug ebenfalls einzuchecken.
Nun haben wir die Tickets also auf dem Computer und zumindest ich auch auf dem Handy, aber wir wollen es auch in Papierform...
...hmmm...
Woher kriegen wir jetzt einen Drucker und wie geben wir das Ticket dem Drucker weiter?
Also nochmals zur Rezeption, da sitzt wieder die die kaum englisch spricht.
Mit Händen und Füssen und etwas französisch versuchen wir ihr zu erklären was wir wollen.
Und wir schaffens auch!
Aber sie hat keinen Drucker und schon gar keinen SD-Card-Reader...den hat nur der Chef und der kommt erst später wieder!
Also sitzen wir wieder ins Restaurant und trinken mal wieder was.
Plötzlich kommt die Rezeptionistin und ruft mich zu ihrem Chef ins Büro!
Da sitzt er, stellt sich als 'Egide Ruzindana' vor und wir plaudern über unsere bisherige und noch folgende Reise, über Ruanda im Allgemeinen
und den Völkermord im Speziellen, über die Schweiz (er war auch schon da, in Neuchâtel), über sein Hotel und warum ich hier gebucht habe
und zu guter letzt sogar darüber ob er mir die Tickets von der SD-Karte ausdrucken kann.
Und: er kann!
Und nicht nur das: Er tut's auch!
Freude herscht! :-D
Nach einigen weiteren spassigen Gesprächen bedanke und verabschiede ich mich von ihm und verlasse freudestrahlend das Büro.
Einen Unkostenbeitrag lehnt er entschieden ab, dafür schmeiss ich etwas mehr in die Tippbox.
Draussen steht auch schon ein Fahrer, der mir als der vorgestellt wird, der uns morgen früh abholt.
Auf meine Bitte hin sicher nicht später als 06:00 Uhr hier zu sein verspricht er mir dass er sicher da sein wird!
Schön!
Da wir schon da stehen bezahlen wir auch gleich die Zimmer, 50$ pro Nacht und Nase inkl. Frühstück.
Natürlich wird auch die Tippbox etwas gefüttert.
Und so gehen Sven und ich, die wir beide keinen Hunger haben, noch auf einige Fanta orange ins Restaurant, wo wir dem nächtlichen
Kigali zuschauen und die kühle Abendluft geniessen.
Schon um 20:30 Uhr gehts in die Zimmer, denn wir müssen ja noch packen!
Ich breite alle meine Sachen aus und packe alles so dass es vom Gewicht her wieder passt und ich im Handgepäck nicht zu viel schleppen muss.
Dazu leg ich alles aufs Bett und kontrolliere ob wirklich alles da ist und da hinkommt wo es hin muss.
Und nach der Kontrolle kommt alles dahin wo es vorgesehen war, so das sich morgen nur noch den Kulturbeutel einpacken muss!
So kann man nichts falsch machen, würde man meinen!
Würde man...
Nach etwas Facebook und Fotos sichern schalt ich um 22:30 das Licht aus, gute Nacht!


Gruss

Picco

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#37

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 16.11.2016 18:08
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 10: 'Ruanda-Burundi-Kenya-Tansania in einem Tag!' oder 'Fröhliches über Afrika hüpfen!'



Oben: Unsere heutige Etappe

Afrikanische Accapella-Stimmen würden mich sanft aus dem Schlaf reissen, wenn ich denn noch schlafen würde...es ist 05:00 Uhr!
Seit etwa einer Stunde bin ich schon wach.
Grund unbekannt...der Nachtclub war schon gestern kaum zu hören, der wars also nicht!
Na ja...
Nachdem ich mich wieder mittels Zähne putzen, duschen, waschen, deodorieren, Linsen einsetzen usw zu einem Menschen gemacht habe wird auch noch den Kulturbeutel eingepackt, das Zimmer nochmals kontrolliert und anschliessend...
...verlassen!!!
Herzlos wie ich bin!
Kaum unten an der Rezeption angekommen heisst mich der Fahrer schon willkommen! :-D
Das hat ja schon mal geklappt!
Und auch Sven kommt schon, so dass wir um 05:55 Uhr abfahren können!
Ohne viel Verkehr können wir durch das frühmorgendliche Kigali fahren und so kommen wir viel zu früh am Flughafen an.
Doch davor muss unser Fahrer an einer Strassensperre anhalten und uns wird von den Militärs befohlen unser Gepäck auf einen Teppich zu legen.
Nachdem wir das getan haben lässt er ein Knochengerüst von einem Schäferhund aus seiner viel zu kleinen Box raus und dieser schnuppert rund um unser Gepäck herum, mehrmals!
Anschliessend muss er wieder in die Kiste...
Das arme Tier!
Auch wenn ich Hunde nicht wirklich mag, der tut mir echt leid!
Alles wieder ins Auto und weiter gehts die letzten paar Meter zum Flughafen!
Nachdem uns der Fahrer abgesetzt und sein Geld plus Tipp bekommen hat gehts rein in den Flughafen, in dem ich schon zweimal gelandet, aber noch nie gestartet bin.
Und gleich am Anfang gibts den ersten Check.
An und für sich nicht ungewöhnlich...
Aber!
Zum Einen schmeisst ein Afrikaner sein Zeug in meine Schale statt sich selbst eine zu nehmen, was den Zollbeamten diesen zornig zurechtweisen lässt, und zum Anderen sagt mir ein zweiter Zollbeamter ich müsse meinen Rucksack nicht auspacken!
Ich erwiedere dass da vier Kameras drin sind, er sagt 'ist ok!'...
Also lass ich den Rucksack ungeöffnet durch den Scanner gehen, und promt kommt genau derselbe Beamte zu mir und fordert in forschem Ton dass ich den Rucksack nun doch auspacken soll weil da ja so viele Kameras drin sind!
:-D
Afrika wie es leibt und lebt! :-D
Sven ist schon längst durch während ich alles, aber auch wirklich alles aus dem Rucksack holen und zeigen muss!
Er geht schon mal zum Flugschalter um sein Gepäck abzugeben während ich nun auch nochmals alles aus meinen Hosen rausnehmen und zeigen muss...obwohl das ja schon einzeln durch den Scanner gegangen ist...
Irgendwann ist dann auch wieder alles an seinem Platz, auch die 0,5-Liter Wasserflasche, die ich ja gar nicht in den Flughafenbereich hätte mitnehmen dürfen...
...die wurde nicht bemerkt obwohl ich sie vor den Augen des Zöllners auf den Tisch gestellt habe!
;-)
Endlich kann auch ich mein Gepäck abgeben, aber da ich so lange alles auspacken musste steht nun eine kleine Schlange Passagiere vor mir...
Sven gibt mir durch dass er in einem Restaurant wartet...
...jaja, schon recht...GRMPFL...
Endlich komm auch ich dran, bekomme neue Boardingpässe und darf dann das Gepäck abgeben.
Die nette Dame packt den Gepäckschein um die beiden zusammengekletteten Handgriffe, was mich sofort nett, aber bestimmt protestieren lässt!
Denn wenn jemand nur an einem der beiden Griffe zieht ist der Gepäckschein weg!
Und da schon dreimal mein Gepäck nicht mit mir angekommen ist bin ich da etwas vorsichtig!
Sie nimmts zur Kenntniss und das ältere Paar, das vor mir sein Gepäck abgegeben hat will nun auch kontrollieren ob der Gepäckschein richtig an ihrem Gepäck angebracht ist!
Die arme Frau! ;-)
Muss sie doch nun das schon weggebrachte Gepäck zurückholen und den Leuten zeigen... ;-)
Sven schlürft schon an seinem Smoothie, ich genemige mir einen Capucchino, der wirklich gut ist!
Nachdem wir das ausgeschlürft haben gehts weiter, nun in das untere Stockwerk!
Nächste Sicherheitskontrolle, wieder genauer Check wegen der Kameras.
Aber die Wasserflasche entdecken auch die nicht… ;-)
Ansonsten ziemlich genau dasselbe Prozedere wie beim ersten Check...
Anschliessend gehts in den Wartesaal, wo Sven genau das schon tut, nämlich (auf mich) warten!
Wir sitzen vor einer Wand mit 6 Gates...
An und für sich nichts ungewöhnliches auf einem internationalen Flughafen, aber die Wand ist maximal 30 Meter lang! :-D
Da sind sechs Gates, die übrigens überhaupt nicht voneinander abgetrennt sind, schon eher speziell... ;-)
Und dass die Steckdosen auf etwa 4m Höhe sind ist auch nicht ganz so wie gewohnt... ;-)
Nach einiger Zeit, in der ich die Wasserflasche austrinke und schon wieder Durst bekomme, gehts los!
Eine der Türen der Gates öffnet sich und wir dürfen in den Bus einsteigen, der uns zur Embraer 190 der Kenya Airways bringt.
Diese gurkt anschliessend ewig auf dem Flughafen rum bis sie endlich startet!
Und zwar genau in das Land, das wir wegen der dortigen Unruhen, die an Ruanda vor dem Völkermord erinnern, eigentlich weiträumig umgehen wollten!
Denn wir nehmen Kurs auf Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi!
Nicht der Platz an dem man aktuell sein sollte!
Nach kurzem Flug landen wir etwas holprig in Burundi!
Ein Erinnerungsfoto muss sein...



Oben: Der Flughafen der Hauptstadt Burundis, Bujumbura!
Auch wenn's eher nach der Besiedelung des Mars ausschaut, das ist wirklich auf der Erde!!!


Kaum stehen wir verlassen uns schon etliche Passagiere, und dann kommt die Invasion der Putztruppen!
Und obwohl wir hier in Burundi sind und um uns herum burundische Einheimische das Flugzeug putzen merken wir nichts von den Unruhen...
...zum Glück!!!
Im Ernst: Dass unser Flug über Bujimnura führt haben Sven und ich erst lange nachdem wir gebucht haben gesehen...und genau Burundi war ja das Land weswegen wir die ursprüngliche Tour abgeändert hatten!
Denn wir haben nicht mal Fahrer gefunden die uns in Genznähe zu Burundi rumgefahren hätten...weil es denen zu gefährlich ist in der Nähe dieses Landes!
Zumindest seit einiger Zeit...
Nach einer halben Stunde in diesem Land starten wir wieder!
Kurz nach dem Start über den Lake Tanganika hinweg fliegt der Pilot eine Kehre in die entgegengesetzte Richtung.



Oben: Der Start führt uns über den Lake Tanganika...eines meiner Traumziele in Afrika!
So nah und doch so fern...


Wir fliegen über Mwanza und den Lake Victoria und die Serengeti, es ist zwar wunderschön das zu wissen, aber leider sehen wir
wegen der vielen Wolken nur den See vereinzelt durchscheinen, sonst aber bekommen wir nicht viel davon mit...
Schaade!
Schon von weitem sehen wir aber etwas was da so aus den Wolken herausragt...
Zuerst denke ich dass der Grössere der Mount Kenya ist, dann schalt ich kurz das Navi im Handy ein (geht auch im Flugmodus) und muss mich belehren lassen dass wir uns noch immer über Tansania befinden.
Somit muss es der Kili und der Kleine rechts davon der Meru sein...und ja, auch im Navi liegt der in der Richtung wie der Berg da draussen!



Oben: Links der Kilimanjaro, rechts der Mount Meru, im Vordergrund die Tragfläche unseres Fliegers! ;-)

Nachdem wir die Grenze zwischen Kenya und Tansania ohne grosses Warten überquert haben gibts mehrere Richtungswechsel über Narok County und am Schluss einen Überflug über den Nairobi National Park...
...was leider alles auch kaum zu sehen ist...
Die Landung ist recht angenehm und schon bald gehts aus dem Flieger raus zum nächsten Sicherheitscheck!
Und was muss ich da tun?
Ja, genau, wieder meinen Rucksack komplett auspacken!
Irgendwann hab ich auch das geschafft und alles wieder eingepackt, danach gehts direkt ins Obergeschoss in ein Restaurant, wo Sven seine Vitaminvorräte wieder mit einem Smootie aufstockt während ich endlich mal wieder ein Stoney Tangawizi trinke!
Und gleich der erste Schluck ist grösser als er sein sollte, wers kennt weiss wie sich danach meine Nase anfühlte! ;-)
Ingwerlimonade sollte man halt immer vorsichtig trinken... ;-)
Internet gibts hier zwar gratis, aber nur für 15 Minuten...knausrig!!!
Immerhin bemerke ich dass die Uhr des Smartphones sich der neuen Zeitzone bereits angepasst hat, auch schön!
Um 14:00 Uhr gehen wir zum Gate wo unser Flieger nicht vorhanden ist...
Aber es dauert ja noch eine Weile bis zum termingerechten Abflug, Boarding ist um 14:45 vorgesehen.
Den Termin werden wir aber nicht wahrnehmen, da der Flieger erst um 15:15 kommt...
Der neue Boardingtermin wird auf 15:35 angesetzt, schon da gibts einige Reklamationen von Passagieren die in Dar es Salaam einen nicht durchgebuchten Anschlussflug erreichen müssen und offenbar wenig Zeit dazwischen haben...
Da aber auch um 15:35 das Boarding noch nicht beginnt werden die Diskusionen lauter und temperamentvoller, die Gesichter böser, aber der Bedienstete bleibt weiterhin anständig und bemüht dass die Situation nicht eskaliert.
Irgendeine Info wann denn nun das Boarding beginnen soll gibts nicht mehr, erst um 16:15 werden die Passagiere der ersten Klasse aufgerufen den Flieger zu besteigen!
Der Flug selbst ist ruhig, ich sitze links und den Kili lassen wir rechts liegen...GRMPFL!!!
Aber es ist eh bewölkt, also hat man auch nicht wirklich den tollsten Ausblick wenn man rechts sitzt.
Auch die Landung in Dar es Salaam geschiet ohne Absturz, Brand und Explosionen, ganz sanft setzt der Flieger auf.
Schon bald heist es aussteigen und ein Stockwerk runter gehen!
Und da merk ich dass ich meinen Schreiber ins Hauptgepäck geschmissen hab!
Fehler!
Denn wir müssen hier erstmal einen Zettel ausfüllen mit Passnummer, Aufenthaltsdauer und Ort, Erreichbarkeit usw.
Zum Glück hat Sven zwei Schreiber dabei!
An den fürs Ausfüllen der Zettel vorgesehenen Pulten sind schon sehr viele Leute, der Platz ist knapp, unter anderem weil zwei
Japaner meinen sie müssen ihre Schlafsäcke auf dem Pult deponieren!
Schnell ist einer der Schlafsäcke weg und dafür mein Zettel da und der Japaner erstaunt...
Beim Anstehen um den Zettel abzugeben seh ich draussen auf dem Förderband schon meine Tasche, immerhin das hat geklappt!
Neu stehen jetzt 5 statt ein Posten für den Fingerprint und die Zettelkontrolle zur Verfügung, danach 'darf' man hinter dem Zettelkontrollposten die 50$ fürs Visa bezahlen und dabei gleich den Zettel und den Pass abgeben (der Zettelkontrolleur hätte sich nur auf seinem Drehstuhl umdrehen während wir um den ganzen Pult und die Leute rumgehen müssen...), anschliessend sollen wir in den Wartebereich...
Nach kurzer Zeit sehen wir wie die Pässe von der Pass- und Gelderhalterin dem Zettelkontrolleur gegeben werden, welcher die ganze Beige ein Fenster weiter wieder reingibt...
Immer wieder witzig wie in Afrika Jobs geschaffen werden! :-D
Dort werden die Pässe gestempelt und nach etwa 10 Minuten einer uniformierten Dame ausserhalb des Stempelbüros überreicht, die dann beginnt die Vornamen des jeweils obersten Passes runterzulesen...
...leider kaum verständlich...
Ich kann gar nicht schreiben wie mein 'Claudio' ausgesprochen wurde...
Und 'schon' können wir am Zollbeamten vorbei, der früher mal die Fingerprints genommen hat, zu den Gepäckstücken gehen!
Somit ist auch meine grosse Tasche wieder bei Papa!
Sven ist etwa zeitgleich bei seiner Tasche, so gehen wir gemeinsam raus und freuen uns dass die Kontrollen für heute vorbei sind!
Irrtum sprach der Igel und stieg vom Kaktus!!!
Denn eine nette Dame vom Zoll will unbedingt mein Gepäck durchsuchen!
GRMPFL nochmal!!!
Warum immer ich???
Ich öffne den Rucksack und schon bald erhalte ich aber das OK, dass ich doch nicht alles zeigen muss...
...da aber Meinungen sich auch ändern können, manchmal innert Sekunden, tut die Dame genau das: Sie ändert ihre Meinung!
Also wieder den ganzen Rucksack auspacken und die Kameras präsentieren!
Natürlich frag ich mich währenddem ob denn wenigstens hier die Abholung funktioniert...
Und siehe da: Ein Mann mit einem Schild das einfach nur Freude macht steht da:



Oben: So will man abgeholt werden! :-D

Aber bevor es losgeht muss Sven zum Geldautomaten und ich will eine SIM-Card.
Er hebt 100'000TSh ab und ich hole für 16$ eine Internet-SIM ohne Telefonfunktion um für 30 Tage insgesammt 25GB Datenvolumen zu haben.
Der Verkäufer vom TIGO-Stand verspricht mir im Ruaha und auf Sansibar guten Empfang...wir werden sehen!
Um 18:00 fahren wir endlich los, es wird schon bald dunkel und wir fahren und fahren und fahren, wenn man das im Verkehr uns im Stau stecken denn fahren nennen kann.
Um 19:30 sind wir endlich im von Sikoyo, dem Chef von Mashoka Tours (klick mich) gebuchten City Stile Hotel!
Kaum angekommen verschwindet der Fahrer ohne auf sein Trinkgeld zu warten!
So was hab ich auch noch nie erlebt...
...aber immerhin hat er nicht versucht uns dazu zu bringen ihn zu bezahlen...gewundert hätte es mich nicht wirklich...
Wir bekommen unsere zwei Zimmer im dritten Stockwerk.
Schön siehts aus, nicht sehr gross und ein sehr kleines WC mit Dusche, kaum grösser als in einem Camper.
Wobei die Dusche natürlich keinerlei Duschvorhang oder so was hat, wie meist in Ostafrikas kleinen Hotels... ;-)
Dass ich Kakerlaken im Bad und im Zimmer sehe lässt mich nicht wirklich vor Freude frohlocken...
Na ja, ist ja nur für eine Nacht, also runter zum Abendessen!
An der Rezeption schickt man uns nach rechts durch zwei Türen und schon stehen wir in einem Restaurant unter freiem Himmel!
Und nicht nur das Restaurant ist draussen, nein, auch die Küche ist draussen, von der dreckigen Strasse nur durch Gitter abgetrennt.
Halt echtes Afrika!
;-)
Wir setzen uns in den kleinen überdachten Bereich an den einzigen freien Tisch und schauen uns mit grossen Augen an, denn links und rechts von uns brüllen zwei Fernseher in typisch afrikanischer Lautstärke auf unsere Trommelfelle ein!!!
Stereo!!!
Sven und ich können uns kaum unterhalten, nur das Nötigste schreien wir einander über den quadratischen 80cm-Tisch zu...
Wir bestellen beim freundlichen Herrn indem wir ihn anbrüllen damit er uns überhaupt versteht und er brüllt zurück mit der Frage nach den Getränken...
Offensichtlich macht es afrikanischen Gästen nichts aus nicht miteinander sprechen zu können weil die TV's alles zusammenschreien...
Na ja...
Schon bald bekommt Sven ein Huhn mit Kartoffeln sowie ein Tusker und ich ein Curry mit Reis und zwei Cola.
Das Curry ist ganz akzeptabel, das Huhn hatte so wie es aussah schon zu Lebzeiten keine Muskulatur mehr...
Zum Schluss die Überraschung: Zahlen bitte!
Oha!
Wir haben doch Vollpension gebucht gehabt?
Darauf antwortet der Kellner dass das Restaurant nichts mit dem Hotel zu tun habe...
Toll!
Wir wurden ja vom Hotel hierhergeschickt!
Na ja, es nützt nichts, wir zahlen mal da ja vieleicht auch etwas nicht ganz gepasst hat bei der Buchung...
Ich sende Sikoyo eine WhatsApp-Nachricht und frage nach ob er denn nicht wie mir bestätigt Vollpension gebucht habe...
Unterdessen fragen wir die Dame an der Rezeption ob denn morgen der Fahrer kommen würde und wann das wäre...
Sie spielt die Ahnungslose und sagt das nichts gebucht wurde...
Ich frage noch einige Male nach und bleibe hartnäckig, plötzlich findet sie direkt vor ihren Augen auf dem Zettel den sie schon mehrmals in den Händen hatte die Bestätigung dass die Fahrt zum Flughafen doch gebucht ist...
Zum Glück ist mir aufgefallen dass der Fahrer der uns herbrachte einfach abgehauen ist, was für mich klar heisst dass er sein Geld vom Hotel bekommen hat.
Somit bin ich mir sicher dass Sikoyo alles richtig gebucht hat, auch wenn ich noch keine Nachricht von ihm habe!
Uns wird nun bestätigt dass uns ein Fahrer morgen früh um 05:00 Uhr zum nationalen Flughafen bringt.
Somit ist auch das geklärt, wenn auch spätestens jetzt jegliches Vertrauen in die Ehrlichkeit der Hotelmitarbeiter weg ist...
Kaum im Zimmer empfange ich eine WhatsUp-Nachricht von Sikoyo, der schreibt dass alles bezahlt ist und wir auf keinen Fall noch irgendwas bezahlen solllen! Auch das Essen wäre inbegriffen!
Also wieder runter zur Rezeption und der Dame die Nachricht vor die Augen gehalten...
Und wieder kommen tausend Ausreden!
Endlich ruft sie den Servierboy des Restaurantes und überredet den mir das Geld zurückzugeben...
Kaum ist er weg will sie noch 2'000 Tansania-Shillinge von mir, da Sikoyo gemäss ihrem Zettel nur 26'000TSh bezahlt habe und unser Essen und Trinken 28'000TSh gekosten habe...
Echt, ich bin müde und hab die Schnauze voll von den Spielchen dieser Dame...und so geb ich ihr halt die 2'000TSh!
Soll sie dran ersticken!
Etwas hässig geh ich rauf ins Zimmer und packe noch alles so um dass das Hauptgepäck 15kg und das Handgepäck 5kg kaum überschreiten.
Und dann um 22:00 Uhr ab ins Bett, gute, kurze Nacht!


Gruss

Picco

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#38

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 23.11.2016 10:18
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 11: Wir hüpfen in den Ruaha!!! :-D



Oben: Unsere heutige Etappe

Bua, was hass ich Dich Du Wecker!!!
Es ist 04:00 Uhr und ich muss aufstehen!
Was tut man nicht alles um endlich wieder im so heiss geliebten Ruaha-Nationalpark zu stehen!
Ich check nochmals mein Handgepäck und bekomm beinahe einen Herzstillstand!
Wo ist meine kleine Tasche mit dem Bargeld drin?
Verdammt!
Ich durchsuch alle Taschen, alle Kleider, alles, einfach alles wieder und wieder!
Und die kleine Tasche kommt nicht zum Vorschein!
Shit!!!
Da sind rund $600.-, einige zehntausend ruandische Franc und sFr. 120.- drin!
Hab ich die irgendwo verloren?
Ich bin mir sicher ich hab die im Okapi zum Handgepäck gelegt!!!
Hundertprozentig sicher bin ich mir da!!!
Ich suche und suche, finde aber nichts, nicht mal das Geld!
Wurde ich etwa irgendwo bestolen???
Vieleicht bei einem der vielen Rucksackauspackmanöver an den Flughäfen?
Ich kann mich nicht daran erinnern die Tasche aus dem versteckten Beutel im Rucksack genommen zu haben, wo sie immer drin ist...
Nützt nichts, es ist nicht da und ich muss vorwärts machen!
Also noch kurz die Morgentoilette hinter mich gebracht, geduscht, alles eingepackt und um 04:45 Uhr steh ich schon unten in der Lobby!
Der Fahrer ist auch schon da, nur Sven fehlt noch.
Aber auch auf ihn brauchen wir nicht lange zu warten und schon um 04:50 Uhr gehts los!
Weg von diesem Hotel das ich wirklich nicht weiterempfehlen kann!
Es hat zwar schon erstaunlich viel Verkehr im noch nächtlichen Dar es Salaam, aber trotzdem sind wir nach einer guten halben Stunde am Flughafen.
Ich frage mich schon bei der Einfahrt ob wir hier richtig sind, aber erst beim Anhalten realisier ich dass wir hier nicht beim
nationalen Airport wie bestellt, sondern beim internationalen Airport sind!
Echt, was mit dem Hotel zusammenhängt klappt einfach nicht!
Ich weise den Fahrer darauf hin dass wir keine Fahrt hierher sondern eine zum nationalen Flughafen bestellt haben!
Er schaut uns gross an und fragt ob wir denn nicht nach Europa wollen! :-)
'Nein, wir wollen in den Ruaha Nationalpark mit Auric Air, das ist am anderen Flughafen!'
OK, er akzeptierts und fährt wieder los!
Wer den Flughafen nicht kennt wäre jetzt ausgestiegen und hätte ein Problem gehabt!!! :-(
Aber beim zweiten Versuch klappts auch mit dem richtigen Flughafen! ;-)
Wir steigen aus, nehmen unser Gepäck und geben ihm seinen Tipp.
Es sind schon erstaunlich viele Leute hier und alle warten draussen vor dem Flughafen...der noch geschlossen hat!
Zwar ist die Türe schon offen und man sieht auch Leute drin arbeiten, aber wir Touris dürfen noch nicht rein.
Irgendwann stellt sich eine Dame an einen schon draussen stehenden Tisch und beinahe alle stellen sich in eine Schlange vor eben diesem Tisch...
Sven und ich schauen amüsiert zu während der Röntgenapparat gestartet wird und die, welche nicht beim Tisch anstehen, hineingewunken werden. ;-)
Und diesmal muss ich meinen Rucksack nicht wieder auspacken, halleluja!!!
Sven und ich sind also durch und nun gehen wir nach links zu Auric Air am anderen Ende des Flughafengebäudes.
Während ich so dahingehe ruft Sven plötzlich dass eine Dame von Dolphin-Airways odrr so was von mir wolle...
...nein, nicht so wie Du denkst, sie wollte mehr was von meinem Gepäck, nämlich dieses wiegen!
Nach einem kurzen Hinweis dass wir nicht mit Dolphin-Airways odrr so sondern mit Auric Air fliegen sagt sie mit einem bezaubernden Lächeln wortwörtlich 'ou' und wir gehen weiter ohne darüber nachzudenken was sie uns wohl mit 'ou' sagen wollte!
Beim Schalter von Auric Air angekommen sehen wir dass hier noch niemand wirklich arbeitet, also setzen wir uns mal hin.
So langsam füllen sich die Bänke und die ersten Mitarbeiter beginnen ihren Arbeitsplatz mit Kleinigkeiten wie Stühlen, Computern und Waagen einzurichten, und das ganz gemütlich.
Endlich haben die ihren Teil des Flughafens wieder aufgebaut (das machen sie offenbar jeden Morgen aufs Neue! :-O ) und schon werden die Ersten eingecheckt!
Bald sind Sven und ich auch dran, unsere Taschen werden gewogen und für nicht übergewichtig befunden, unser Handgepäck interessiert niemanden!
Einige Leute versuchen sich vorzudrängen, werden aber von einer resolut auftretenden Angestellten zurückgepfiffen.
Ist immer wieder herrlich den Leuten hier zuzuschauen, egal ob den Touristen, den Einheimischen oder den Angestellten! :-)
Und irgendwann ruft eine Angestellte 'To Iringa'...
Nicht ganz sicher ob das auch 'Ruaha' heisst gehen wir mit ihr mit auf die Piste zum Flugzeug und erst beim Einsteigen können
wir jemanden fragen ob das unser Flieger ist.
Und...
...er ists! :-D
Schon bald sind wir in der Luft über dem hügeligen südlichen Tansania und um etwa 08:20 Uhr landen wir in Iringa, wo die Meisten ihr Ziel haben.
Nur Sven und ich nicht, weshalb wir als Einzige auf dem Flugfeld in der Sonne stehen und das Betanken der Maschine abwarten.
Diesmal wird das Benzinfass nicht mehr vom Piloten hergerollt und das Benzin mittels einer Handpumpe in die Tragflächen
gepumpt wie 2014, sondern auf einem Anhänger hinter einem PickUp hergefahren!
Fortschritt wo man hinsieht, sogar in der Luftfahrt! ;-)



Oben: Unser Buschhoppser von Auric Air, eine Cesna 208B!

Bald dürfen wir zwei wieder einsteigen und schon zeigt uns der Pilot wie es sich anfühlt wenn die Maschine direkt nach dem Start in einen Steigflug von 45° geht...
...und dann sofort die Kurve kratzt!
Fühlt sich echt beinahe so an als würde man nach links abstürzen...phu!!!
Bald sind wir da!!!
Und nun kommt die Vorfreude auf die Nächte im Ruaha NP, wie auf meiner dritten Afrikatour, wo wir eine meiner bis heute schönsten Nächte in Afrika verbachten!
Mit Hyänen, Elefanten, Flusspferden und einem nervösen Ranger in unmittelbarer Umgebung als wir bis nach Mitternacht am Lagerfeuer gesessen sind!
Wer weiss, vieleicht dürfen wir so was nochmals erleben, ich freu mich auf jeden Fall wie ein kleines Kind darauf wieder dort
zu sein!
Schon bald sehen wir den Ruaha-River und beginnen die letzte Kurve, die uns zur Landepiste bringt!
Aber wer nun denkt dass wir landen wird eines Besseren belehrt!!!
Der Pilot fliegt knapp über dem Boden recht langsam über die Piste...und nein, wir müssen nicht aus geringer Höhe aus dem Flieger springen sondern dürfen nach dem zweiten Anflug die Annehmlichkeiten einer geglückten Landung geniessen!
Denn beim ersten Überflug wurden nur die Tiere verscheucht um einen Zusammenprall bei der Landung zu vermeiden... ;-)
Andere Länder, andere Sitten!



Oben: Erst mal über die Landepiste um die Elefanten und Anti- und Pro-Lopen zu vertreiben....

Nach der Landung tuckert der Pilot noch rauf zum Flugzeugparkplatz und parkiert dort sein Teilchen.
Und dann...
...ja dann...
...bin ich endlich wieder in meinem geliebten Ruaha National Park! :-D
Noch schnell das Gepäck ausladen und rüber zu Sikoyo von Mashoka Tours, der schon über alle Backen grinsend auf uns wartet!
Schön den sympatischen Kerl wieder mal zu sehen!!!
Und er freut sich offensichtlich auch mich wieder zu sehen und Sven kennen zu lernen! :-)
Entsprechend herzlich fällt die Begrüssung und Umarmung aus!
Genau hier an dieser Stelle hab ich ihn anfangs July 2014 kennengelernt...
Nachdem sich auch Sven mit ihm bekannt gemacht hat erzählt er uns dass es wohl Probleme mit der Buchung der Blech-Bandas gibt...
In so Momenten bin ich schon sehr froh noch über meine zweiten Zähne zu verfügen, denn die Dritten wären jetzt wohl auf einem kurzen Flug durch den Ruaha NP in Richtung Boden!!!
Sikoyo sagts und erklärt noch kurz dass er da selbst nochmals nachfragen müsse was da los ist...
Ich glaubs nicht, MEINE GELIEBTEN BANDA'S SOLLEN OHNE MICH AUSKOMMEN?
Und erst recht ich ohne sie?
Boa!!!
Ich koche, der Dampf pfeift mir aus den Ohren und das (nicht vorhandene) Toupet fliegt davon...zumindest würde ich in einem
Zeichentrickfilm genauso dargestellt werden...
Meine gute Laune ist verflogen!!!
Sven versucht beruhigend auf mich einzureden und überlebt das nicht nur irgendwie sondern schaft sogar, mich zumindest
etwas zu beruhigen...
Da kommt Sikoyo zurück und schlägt uns vor ausserhalb des Parks eine Lodge zu nehmen, was natürlich nicht in Frage kommt!
Ich habe die Blechbandas bestellt und mit Vollpension durch einen Koch bestätigt bekommen, ich will die nun!!!
Jawohl!
'Trotzmodus' on...
So wie's Ausschaut hatte die Behörde keine Buchung in den Unterlagen...warum auch immer!
Da es keinen Sinn macht uns hier den Urlaub zu verderben indem ich nun einen riesen Krach schlage frag ich nicht weiter
nach sondern versuche zusammen mit Sven und Sikoyo eine akzeptable Lösung zu erreichen...
Und schon bietet uns Sikoyo an in einem Guesthouse im Dorf der Ranger zu übernachten, was wir für die erste Nacht akzeptieren.
'Trotzmodus' off...
Und danach will er nochmals versuchen die Blechbandas zu bekommen.
Für die restlichen Nächte würde er uns ansonsten Zelte und Matratzen organisieren, was für uns auch ok wäre.
Und so schmeissen wir unser Gepäck ins Auto und fahren zum Guesthouse um die Zimmer zu beziehen.



Oben: Das Guesthouse im Rangerdorf von Aussen



Oben: Mein Zimmer mit zwei Betten.



Oben: Die Dusche mit WC...und Eimer für den tropfenden Wasserhahn! ;-)

Anschliessend fahren wir zu den Blechbandas wo die Küche und der Essraum für die Tage hier im Ruaha liegen.
Prosper erwartet uns schon mit einem späten und reichhaltigen Frühstück!
Auch schön diesen lieben Kerl, der übrigens wirklich sehr gut kocht, wiederzusehen!
Auch hier gibts eine sehr herzliche Begrüssung!
Aber dann wird gegessen!
Und wie gut!
Leider hab ich keine Fotos von der spät-morgendlichen Schlemmer-Völlerei gemacht...
Den Mittag verbringen wir ohne wegzufahren am Ruaha River, direkt bei den Bandas, wo es auch vier überdachte Sitzgelegenheiten hat.
Herrlich wieder hier zu sein, die gute Laune kehrt zurück!



Oben: Endlich seh ich Dich wieder, geliebter Ruaha River!!!



Oben: Das Empfangskomitee ist zwar einsam, aber dafür umso hübscher!



Oben: Hausspatz...auch er ist gerne in Afrika und breitet sich rapide aus. Eingeführt wurde er aus Indien.



Oben: Graureiher auf dem Trockenen...immerhin nicht sitzend!
Und auch noch nicht ausgewachsen!


Gruss

Picco

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zuletzt bearbeitet 23.11.2016 10:18 | nach oben springen

#39

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 24.11.2016 14:58
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: Der Little Bee-Eater bzw. Zwergspint (Merops pusillus) hat extra für unsere Ankunft noch das Augen-Makeup aufgefrischt!



Oben: Gelbbauchnektarvogel (Nectarinia venusta) mit flattrigem Gemüt...



Oben: Beim Mittagessen gibts sogar noch Besuch!



Oben: Nach dem Mittagessen kommen einige Elefanten an den Fluss, wenn auch einige hundert Meter entfernt...



Oben: Immer wieder besonders sind diese ersten Sichtungen der Elefanten...



Oben: Elefantöse Landschaften, wie halt (fast) immer im Ruaha!



Oben: Aber der Ruaha zieht nicht nur Elefanten an, nein, auch Vögel und anderes Getier hats hier!



Oben: Ziemlich schräg sitzender Bee-Eater...die Kamera war gerade!
Der hatte wohl gestern eine Party odrr so...




Oben: Afrikas Flusslandschaften...einfach herrlich!!! Das Leben lebt hier beinahe als gäbs keine Menschen...

Die Bandas kommen uns zwar leer vor, aber im Verlauf des frühen Nachmittages trudeln einige Touristen ein...
Um 15:00 Uhr düsen wir los auf unseren ersten Gamedrive im Park, Yippie-Ya-Yeah!!! :-D
Sofort fallen uns, wie schon vorher bei den Bandas, die extrem intensiven Farben auf!
Ob das am Wetter liegt oder woran sonst ist mir nicht klar, aber so intensiv hab ich die Farben noch nie wahrgenommen!
Ich hab versucht dies auf den Fotos genau so rüberzubringen wie ich es erlebt habe und obwohl ich erstmals Lightroom benutze und auch sonst noch nie wirklich Bildbearbeitung gemacht habe meine ich dass es mir halbwegs gelungen ist!
Freude herscht! :-D



Oben: Unser erster Gamedrive! :-D


Gruss

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#40

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 25.11.2016 15:15
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: Der Maskenlärmvogel oder englisch Bare-faced Go-away bird macht mal keinen Lärm sondern posiert posierlich!



Oben: Und auch auf Game-Drive finden wir die Elis am Fluss...



Oben: Weibchen oder Jungvogel des Nektarvogels, der sich wenn das Maennchen fehlt kaum richtig bestimmen lässt.
Sagt zumindest meine liebe Tierbestimmungsexpertin seit Jahren, Elvira Wolfer von Bush Trucker Tours in Nairobi (klick mich)




Oben: Und endlich wieder an diesem wunderschönen Baobab, der von meinem damaligen Mitreisenden Micha umarmt und mit Liebesbezeugungen, die seine Frau besser nicht hören sollte, vollgetextet wurde... ;-)



Oben: Dreifarben-Glanzstar (Lamprotornis superbus)...immer wieder schön!!!



Oben: Agamenweibchen, stolz posierend! Nur etwas zartere Haut sollte sie sich mal zulegen, Nivea würde vieleicht helfen...



Oben: Sehr schön zu sehen dass die Impalas hier kaum Fett über den Muskeln haben...und immer fluchtbereit sind!



Oben: Schabrackenschakal (Canis mesomelas)...von denen werden wir noch viele sehen!



Oben: Sattelstorch (Ephippiorhynchus senegalensis) im Flug...leider musste sich ein Büschel Gras zwischen die Optik und den Storch stellen, so dass das Bild etwas beeinträchtigt ist... :-( (beim Hals als etwas unscharfer Bereich zu erkennen)
Nächstes Mal geh ich wohl erst Rasen mähen...




Oben: Eine Wasserbocköse, schön modellike posierend...


Gruss

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#41

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 26.11.2016 16:19
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: Der Silberreier wartet wohl noch auf sein verspätetes Mittagessen...



Oben: Ganz erhaben blickt der Fisheagle oder Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer) vor blauweissem Himmel vom Baum!



Oben: Etwas weniger erhaben sieht's bei diesem jungen Schreiseeadler aus...man sieht, die Erhabenheit kommt mit dem Alter!



Oben: Pöbel-Elefant pöbelt uns pöbelnd an!



Oben: Ruaha River, faul im Fluss-Bett rumliegend...



Oben: Verliebt dreinschauender Geweihbruch-Impalabock...



Oben: Und immer wieder Landschaft mit Tieren...Afrika wie man es sich vorstellt halt!!!



Oben: Erstaunlicherweise rennt der Kronenkiebitz (Vanellus coronatus coronatus) nicht weg, aber nervös ist er schon...
Ob er wohl auf einem Gelege sitzt?
Ist immerhin ein Bodenbrüter...




Oben: Immer wieder schön den Pavianen zuzuschauen!



Oben: Diese Farben, diese Farben... :-D


Gruss

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#42

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 28.11.2016 15:16
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: ...teilweise ist der Fluss beinahe Violett, meist blau...aber überall wirken die Farben sehr intensiv!!!



Oben: Kleine Meerkatze ganz gross...



Oben: Ein junger Nachtreiher (Black-crowned night heron, Nycticorax nycticorax)...
Ich habs selbst nicht geglaubt als ich gegoogelt habe bis ich Bilder von 'Jugendlichen' Nachtreihern gefunden hab...




Oben: Weissbrauen- oder Spornkuckuck (White-browed Coucal, Centropus superciliosus).
Was viele nicht wissen: Er ist kein Brutparasit und somit anders als die anderen Kuckucke!




Oben: Der Graureiher hat mit seinen gelben Augen wohl einen Fisch betört in seinen Schnabel zu schwimmen...odrr so...



Oben: Dumbo ist auch hier! :-D



Oben: Mitten im Weg...aber so eine Wegsperre lass ich mir gerne gefallen!



Oben: Noch ganz scheuh versteckt sich das Zebra halb hinter dem Busch...



Oben: Aber in der Gruppe getrauen sie sich dann doch sich zu zeigen!



Oben: Ruaha-NP-Typische Steppenlandschaft...einfach nur wunderschön!!!



Oben: Das Kleine denkt sich wohl: 'Nur nicht bewegen, dann sehen die mich nicht!'

Nach dem wunderschönen Gamedrive gehts so um 18:30, es ist schon sehr dunkel, zurück zum Küchenbau bei den Blechbandas wo Prosper uns das Abendessen zubereitet.
Während er das tut geh ich im Dunkeln zum Fluss, natürlich mit gespitzten Ohren und heller Lampe, sehr vorsichtig alles nach reflektierenden Augen ableuchtend!
Einige Krokodilsaugen blitzeln zurück, einige Antilopen und Flusspferde kann ich auch ausmachen, ansonsten ist es einfach nur dunkel, nicht mal der Sternenhimmel ist gut zu sehen, auch nicht wenn ich hinaufleuchte, schaade!
Also zurück in den Essraum bevor ich hier noch gefressen werde...
Beim guten Abendessen (gefüllte Avocadot, Rindsfleisch, Kartoffeln, Gemüse, Fruchtdessert) fragt Sikoyo ob ich eine Unterkunft für die Sonnenfinsterniss gebucht hätte!!!
Nun staunen Sven und ich aber!
Natürlich hab ich nichts gebucht denn wir haben ja eine Reise mit Vollpension angefragt und bestätigt bekommen!
Inklusive aller Übernachtungen und unserer Wunschunterkunft im Ruaha!
Nur die Unterkünfte für die Sonnenfinsterniss und am Anfang in Dar es Salaam haben wir keine Wunschunterkunft angegeben.
Ich sag ihm 'No, that was Your Job!' und ess weiter, aktuell ist mir wirklich nicht nach Diskusionen zumute!
Sven gehts wohl ähnlich...
Von rechts schauen mich grosse Augen über einem offenen Mund an...Sikoyo hirnt nun gut erkennbar und mit erschrockenem Gesichtsausdruck!
Also beruhigen wir uns und planen in Ruhe die morgige Fahrt, Sven weiss im Gegensatz zu mir noch auswendig wie die Stadt heisst die ich Sikoyo inkl. Karte angegeben habe und so können wir immerhin festlegen das wir morgen nicht wie von mir vorgesehen mittags sondern schon vormittags starten müssen um Abends da zu sein.
Denn Makambako liegt doch etwas weiter weg als gedacht...
...immerhin 289km...
Ich nehme mir vor Sikoyo morgen mal unter vier Augen darauf anzusprechen ob bzw. warum es ein Problem mit den Buchungen gibt...
...und ob es daran liegt dass wir auf der letzten Reise die Unterkünfte spontan und vor Ort gebucht haben und er der Meinung wäre dass das auch diesmal so ist...
Nach dem Essen gehts in die Zimmer und schon bald ins Bett, wo ich mir nochmals den eMail-Verkehr und die Offerte anschaue und mir noch viele Gedanken mache.
Da Sikoyo mich auf einer Tour kenenlernte wo wir die Unterkünfte nicht vorgebucht haben sondern vor Ort spontan bestimmten denk ich mir dass er da in seiner Erschöpftheit (immerhin ist er gestern und heute früh die ganze Strecke in den Ruaha gefahren, was schon etwas ermüdend ist) schlicht etwas mit jener Art zu Reisen verwechselt hat.
Na ja, er ist ein ehrlicher Kerl und das werden wir schon noch gerade biegen...
(Und ich sags schon im Voraus: Wir werden die Probleme besprechen und es wird sich als Missverständniss herausstellen, wie ich schon gedacht habe.
Diese Probleme hängen definitiv mit der Art zusammen wie wir bei der ersten Reise unterwegs waren.
Das wäre bei jemand anderem der bei Sikoyo gebucht hätte nicht passiert!
Das alles hat übrigens nichts mit der nicht funktionierenden Banda-Buchung zu tun, da dürfte es wirklich bei der Behörde gehappert haben.
Ich kann ihn weiterhin als guten, günstigen und auch zuverlässigen Operator für Tansania empfehlen!!!)
Während ich mich da so denkend rumwälze hör ich Schritte von draussen...
Ein Ranger, ein Elefant, , ein Löwe oder doch Superman???
Ich schau hinter dem Vorhang raus, aber es ist stockdunkel und so seh ich nichts...nur schwarz!
Also wieder ins Bett, gute Nacht!


Gruss

Picco

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#43

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 30.11.2016 14:00
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 12: Ab in die Kälte!



Oben: Unsere heutige Etappe

Wach!
Um zwei Uhr nachts!
Und extrem aufgebläht!
Auch der Gang zur Toilette hilft nur bedingt...es geht mir mies!
Und so lieg ich lange wach um dann endlich kurz bevor der Wecker um 06:30 Uhr seinen Accapella singt wieder einzuschlafen...
Bevor ich aber einschlafe höre ich viele Geh-Geräusche, Elefanten- und Hyänenrufe.
Natürlich schau ich wieder raus und natürlich seh ich wieder nichts...
Aber irgendwas ist da draussen und da gegenüber in 4-5 Metern Entfernung ein Haus ist muss es nah sein...denn es ist zwischen diesem und unserem Haus!
Aber was?
Keine Ahnung...Licht mach ich besser nicht...also seh ich auch weiterhin nichts...
Vieleicht ist's ja nur ein Wachmann...
Um 07:00 treffen wir uns beim Auto und düsen los in Richtung der von mir zwar geliebten, aber alleine gelassenen Blechbandas wo Prosper schon das Frühstück hergezaubert hat.
Da ich schon zuhause Probleme mit Brot und gewissen Nudeln hatte erzähl ich Prosper von meiner Vermutung dass ich mit mehlhaltigen Esswaren Probleme habe.
Er erinnert sich sofort daran dass ich schon 2014 mit Milchprodukten nicht klargekommen bin und er hat auch deshalb bisher keine Milchprodukte verwendet.
Ist schon ein speziell dass der das noch so genau weiss...Top!!!
Sven erzählt dass in der Nacht ein Elefant vor seinem Fenster gewütet habe, der wäre überall rumgelatscht und habe einen Ast
vom Baum abgebrochen, direkt vor seinem Fenster!
Nun dämmert auch mir dass mein Wachmann kein Wachmann sondern wohl etwas Dickeres war... ;-)
Neben uns sind ein französisches Paar die von ihrer erwachsenen Tochter durch Afrika geführt werden.
Wir kommen ins Gespräch nachdem der Vater gemerkt hat dass wir deutsch sprechen und uns ein 'Guten Appeti' wünscht.
Ja, ohne das 't' am Schluss ;-)
Deren nächstes Ziel ist der Selous und nachdem ich angemerkt habe dass ich schon mehrmals dort war 'muss' ich natürlich meine Tipps zu diesem schönen Park abgeben.
Auch deshalb düsen wir erst um 09:00 Uhr los, nicht ohne unser ganzes Französisch für ein 'o revoar' zusammenzukrazen!
Erst gehts zum Rangerposten wo Prospers Permit verlängert werden musss, da er hier bleibt und dann zurück zu Prosper, da er das Permit ja benötigt.
Anschliessend machen wir uns auf den Weg nach Makambako, natürlich nicht ohne bei einigen Giraffen am Wegesrand anzuhalten.
Das Dikdik davor haben wir ja nur noch wegrennen sehen...kleiner Feigling!



Oben: Im Gegensatz zu uns wissen die Giraffen wohl nicht wohin sie wollen...



Oben: Aber da die eine Giraffe die Zunge rausstreckt fahren wir bald weiter...freches Ding!!!

Zuerst führt uns die staubige Piste an diversen Dörfern vorbei in Richtung Iringa um kurz vor der Stadt von Staubpiste zu
asphaltierter Strasse zu wechseln.



Oben: Hütten am Wegesrand 1



Oben: Hütten am Wegesrand 2



Oben: Waschsalon am Wegesrand...



Oben: Übergang von der Piste zur Strasse bei S7°48'30.28" / E35°37'20.47" (gemäss meinem GPS-Tracker)



Oben: Strassendorf zwischen Iringa und Makambako

In der Stadt dürfen wir sogar eine Umleitung fahren, so was erlebt auch nicht jeder! ;-)
Irgendwie schaffen wir's dann trotz Umleitung doch noch wieder auf die richtige Strasse zu kommen und die ist lange Zeit richtig gut im Schuss, kaum Schlaglöcher, einfach topp!
Doch dann folgt eine Baustelle der Sorte 'Ewig Lang'!
Neben uns die gute Strasse im Bau, unter uns Schlagloch durchsetzt mit Piste...es holpert wie verrückt!
Aber da Sikoyo nachdem er uns gefragt hat seine Musik eingeschaltet hat ist die schlechte Piste das weniger grosse Unglück!
;-)
Vom Musikgeschmack her stimmt er definitiv nicht mit uns überein!
Es klingt so nach von einem Zehnjährigen auf seinem eben erst bekommenen Keyboard geklimperten Kirchenliedern...
Sven und ich schauen uns nur gross an und staunen!!!
Aber ihn erfreut die Musik, also lassen wir ihm seine Freude!
Bei uns hinten ist sie ja zum Glück kaum zu hören. ;-)
Aber das gilt nur solange wir auf der Baustellenpiste fahren...und da nun die Baustelle vorbei ist hören wir die doch etwas spezielle Musik wieder besser als uns lieb ist... :-O
Nach dem Mittag suchen wir uns ein Restaurant um etwas zu trinken und unsere von Prosper zubereitete Lunchbox zu uns zu nehmen.
Und tatsächlich finden wir in der kleinen Stadt Mafinga eins.
Wir hätten nicht mal was bestellen müssen, aber der Anstand befielt mir auf jeden Fall noch etwas vom Restaurant zu nehmen.
Immerhin durften wir uns auch hinsetzen, da darf die Betreiberin auch was verdienen.
Hier im Restaurant erfahren wir auch von der Niederlegung der Proteste, von denen ich schon von einer lieben Freundin per SMS erfahren haben.
Das wäre aber auch zu viel gewesen, zumal ich schon mal wegen Protesten meine Reise abändern musste (Kenya 01/2015)!
Braucht kein Mensch!
Nachdem ich fertig gegessen hab verschenken wir unsere Reste an die Restaurantbetreiberin, die sie gerne annimmt.
Und ich trinke natürlich noch mein geliebtes Tangawizi fertig bevor wir wieder aus Mafinga abziehen, Westwärts in Richtung untergehende Sonne...oder eher in Richtung Makambako...
Irgendwann kommen wir da auch an und Sikoyo beginnt sich durchzufragen.
Die erste Unterkunft lehnen wir ohne auszusteigen ab, auch Sikoyo gefällt nicht was ihm empfohlen wurde.
Also weiterfragen!
Und tatsächlich finden wir schon bald die 'Midtown Lodge' (Leider finde ich keine Homepage davon und Fotos hab ich auch vergessen zu knipsen) und stehen vor deren verschlossenen Toren!
Und niemand scheint da zu sein!
Dann findet Sikoyo die Besitzerin des Ladens gleich daneben, die kann ihm weiterhelfen und ihn zu der Chefin der Lodge bringen!
Weshalb sollte auch jemand bei der Lodge sein...kömmen ja eh nur so mühsame Kunden, die ja nur ein Zimmer wollen... ;-)
Nach dem Motto 'Achting! Kunde droht mit Auftrag!' ;-)
Wir fahren also in den Innenhof rein und steigen dort endlich aus!
Zuerst gehen wir mal die Zimmer besichtigen.
Sehr rustikal und einfach...aber ok!
Die ersten Zwei sind ganz brauchbar bis man sich die Toilette anschaut...denn die ist nur ein Loch im Boden!
Für 15$ pro Nacht kann man aber auch nicht mehr erwarten!
Aber es hat ja noch zwei Luxuszimmer für 25$ die Nacht!
Und das erste schaut ganz passabel aus...bis auf die Wasserlache rund ums Sitzklo...
Aber das Zweite sagt mir zu, auch weils trocken ist ums Klo herum!
Und für Sven findet sich im anderen Flügel des Gebäudes auch noch ein Luxuszimmer!
Sikoyo sagt dann dass die Frau das Geld im Voraus haben will...
...
Jaja, wir hatten unser Gespräch noch nicht...
...
Und ich sage ihm: 'Wir haben Vollpension gebucht, das musst Du bezahlen!' worauf er mich mit offenem Mund anschaut und sichtbar nachdenklich sagt 'Ich bezahl jetzt und nachher klären wir das untereinander!'.
OK, mir solls recht sein!
Kurz darauf kommt Sikoyo zu mir und bestätigt mir dass wir Vollpension gebucht haben und er das (wohl wegen der Art wie wir beim ersten Mal miteinander reisten, also vor Ort spontan buchten) durcheinandergebracht hat.
OK, passt, kein Problem, ist sogar verständlich!
Hätten wir das auch geklärt!
Wir alle legen uns kurz hin und wollen uns dann um 16:00 Uhr wieder treffen.
Um 16:00 geh ich nach draussen, wo Sven schon wartet!
Wir besprechen kurz dass wir ins Restaurant gehen, denn draussen stehen bleiben ist bei dem Wind und den wirklich tiefen
Temperaturen nicht wirklich prickelnd!!!
Es hat garantiert weniger als 20°C, eher 15°C!!!
Brrr....
...und das in Afrika!!!
Deshalb gehen wir auch gar nicht in die Stadt, es ist einfach zu kalt!
Endlich sind wir im Restaurant, das nur durch ein normalerweise mit einem grossen, grösseren, am grössesten Vorhängeschloss gesicherten Metallttor zu erreichen ist...
...warum auch immer!!!
;-)
Denn wenn man jemanden ruft (wenn denn jemand irgendwo ist) dann wird das Schloss geöffnet...offenbar egal für wen!
So sitzen wir im Restaurant, in der Ecke brüllt ein Fernsehen leise vor sich hin dass die Ausschreitungen wohl doch nicht stattfinden werden...zumindest nicht heute!
Also ähnlich wie im Kongo: Jeder hat Ausschreitungen erwartet, gekommen sind sie aber dann doch nicht!
Gut so!
Besser als in Kenya letztes Jahr, als die Barikaden brannten und zwei Leute erschossen wurden...
Ich erzähl Sikoyo von meinem verschwundenen Geld, Sven weiss es eh schon längst.
Und damit ich nicht von Afrika aus ins eBanking muss um mir das Geld selbst zu ersetzen indem ich die Prepaid-Card lade frag ich
ihn ob ich die Restzahlung dann von der Schweiz aus überweisen kann, nach dem Tripp!
Ohne zu zögern ist Sikoyo einverstanden!
Aber auch nur weil er mich kennt und ich ihm schon einige Kunden vermittelt habe.
Super!
Würde auch nicht jeder machen!
Und für mich ists so halt schon angenehmer als übers Handynetz in Afrika aufs eBanking zugreifen zu müssen.
Wäre auch gegangen, aber ungern.
Danke, Sikoyo!
Nach ewig langer Zeit des Dasitzens sucht sich Sikoyo mal eine Bedienstete bei der wir endlich was bestellen können.
Bei mir gibts Curry mit Reis und dazu eine Coke!
Die Bestellungen der Anderen hab ich gar nicht mitgekriegt...
So essen und sitzen wir da und lassen uns von Sikoyo erklären wie's in Tansania so läuft, weshalb die Proteste angekündigt und dann doch wieder zurückgezogen wurden usw.
Bis wir so um 21:00 aus dem kalten Restaurant in den noch kälteren Abendwind raustreten und uns nach der Verabschiedung in unsere Zimmer verkriechen.
Ab unter die Dusche und dann check ich meine eMails, SIM-Karte sei dank!
Und was seh ich da?
Das gibts doch nicht!
Egide Ruzindana, der Managing Director des Hotel Okapi in Kigali hat mir in einer eMail mitgeteilt dass in meinem Zimmer eine kleine Tasche mit viel Bargeld drin gefunden und ihm abgegeben wurde!
Wau!
Ich staune gerade genügend Bauklötze um die chinesische Mauer nachbauen zu können!
Die Tasche wäre unter dem Bett gefunden worden...die muss mir beim Einpacken runtergefallen sein und das so unglücklich dass ich sie nicht sehen konnte!!!
Und am meisten überrascht mich dass die Person, die dies gefunden hat das Geld abgibt, denn Egide schreibt mir dass $600.- und sFr. 120.- und einige ruandische Franc drin waren!
Nichts fehlt!!!
Das hätte es in Europa nicht gegeben!!!
Wau!
Ich schreib gleich zurück dass das meine Tasche ist und er die Ruanda-Franc und die Schweizer Franken doch entnehmen soll und, nachdem die Franken in Franc französisiert wurden, davon die Hälfte der Finderin geben soll!
Die andere Hälfte soll er in die Tipp-Box geben und mir die $600.- abzüglich der Bankkosten auf mein Konto überweisen!
Ich nehms hier mal vorweg: Ich habe das Geld effektiv zurück bekommen und die Finderin will ihr Haus mit dem Finderlohn reparieren (kann also nicht in sonderlich schlechtem Zustand sein) und ist echt happy über das Trinkgeld.
Win-Win...dank dieser ehrlichen Frau und dem Manager!
Echt, so ein Hotel kann man nur weiterempfehlen!!!
So gegen 22:00 deck ich mich mit meinem Schlafsack zu und begeb mich ins Land der Träume, gute Nacht!


Gruss

Picco

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#44

RE: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 30.11.2016 17:21
von Suricata • Leopard | 184 Beiträge

Picco schrieb: Das hätte es in Europa nicht gegeben!!!

Jetzt bin ich aber sehr enttäuscht, dass Du generell ein so schlechtes Bild von Europa hast bzw. so ein generelles Vorurteil.
Ich lege mal Widerspruch ein. Auch in Europa gibt es ehrliche Finder! Schade, dass Du diese Erfahrung nicht gemachts hast.

Ansonsten schöner Reisebericht.

Suricata


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#45

RE: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 30.11.2016 20:19
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Hoi Suricata

Ja, meine Erfahrungen diesbezüglich sind in Europa halt nicht die Besten...gestohlenes Mofa, gestohlenes Portemonaie (aus meiner Dusche während ich duschte!) aufgebohrte Schlösser des Autos usw...alles in Europa.
Natürlich gibts auch ehrliche Europäer, logo, aber wer rund das Bruttoinlandsprodukt pro Person und Jahr seines Heimatlandes in bar findet und es vollständig abgibt ist eine Seltenheit!

Übrigens: Schön dass jemand mitliest! :-D


Gruss

Picco

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#46

RE: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 01.12.2016 15:05
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 13: Wolkenverhangene Sonnenfinsterniss oder Fahrt zurück?



Oben: Unsere heutige Etappe

Um 02:00 Uhr bin ich wach, dann um 06:00 Uhr wieder…
...und es ist kalt!
Schweinisch kalt!
Gemäss Handy 12°C…
Also bleib ich unter dem warmen Schlafsack und surfe im Internet bis es gemäss PC 07:00 Uhr ist.
Um 08:00 Uhr wollen wir uns treffen, also kann ich in aller Ruhe duschen gehen…
Davor schau ich noch kurz auf's Handy und was seh ich da?
Es zeigt 08:00Uhr an!!!
Heilige Scheisse, die PC-Uhr hat nicht umgestellt und ich bin zu spät dran!!!
Also Linsen rein und raus, wo Sven und Sikoyo schon auf mich warten!
Ich erklärs kurz und die Zwei gehen schon voran zum Restaurant während ich Zähne putzen geh usw...
Mann ist das kalt da draussen!!!
Und...
...der Himmel ist bedeckt!!!
Als Info für die welche sich mit Sonnenfinsternissen nicht so gut auskennen: Das sind keine guten Voraussetzungen um die
Sonnenfinsterniss zu beobachten!
Nix gut, nada!!!
Kurz darauf passiere ich wieder die natürlich verschlossene Türe und treffe die Anderen Beiden im Restaurant, wo wir über Sinn und Unsinn unseres weiteren Verbleibes in dieser Stadt diskutieren.
Denn wir sehen lieber Tiere in der Wildniss als Wolken vor der Sonnenfinsterniss!
Das Frühstück ist nicht sonderlich opulent, es besteht aus einem Spanish Omelett und einem Tee...
Nachdem die Sonne einige vereinzelte Strahlen durch unser Restaurantfenster geschickt hat ist es zwar nicht wärmer geworden aber unser Entscheid hier zu bleiben und direkt nach der Sonnenfinsterniss zurückzufahren steht!
Auch wenn es zeitlich sehr knapp werden wird, da der Ruaha auch irgendwann mal schliesst!
Und so platzieren wir uns unweit des Restaurants auf dem grossen Platz vor der Bar, so knapp unter dem Vordach damit wir keinen Sonnenbrand bekommen.
Denn dank des kalten Windes würde man den nicht bemerken bis es zu spät ist.
Sven und ich stellen unsere Stative auf, wobei meines wegen eines Defektes den es sich auf dem Nyiragongo zugezogen hat nur noch zu 2/3tel ausziehen lässt...
Und ich verteil die extra gekauften Sonnenfinsternissbrillen!
Nicht dass noch jemand ohne die in die Sonne schaut...
Eine für mich, eine für Sven, eine für Sikoyo und eine für die herumstehenden Einheimischen, die sie untereinander immer wieder tauschen und nachdem wir ihnen erklärt haben was da bald geschieht und weshalb man nicht ohne in die Sonne schauen sollte auch sehr interessiert benutzen!



Oben: Drei Helden für eine Sonnenfinsterniss!!!
Odrr so...


Nachdem ich meine Blende vors 100-400mm-Objektiv geschraubt habe schau ich mir Svens Eigenkonstrukt mit spezieller Folie an...
...und die Tupperware-Dose, in der er sein Konstrukt vor Beschädigungen geschützt hat! ;-)
Selbst ist der Mann! :-D
Irgendwann schau ich durch meine Brille und seh endlich etwas von der Sonne ohne Wolken davor!
Dafür ist nun aber etwas Mond davor!
Judihui, die ringförmige Sonnenfinsterniss hat begonnen!
Sofort werden Sven und Sikoyo und der Rest darüber informiert und schon gehts los mit den Versuchen die Sonne zu fokusieren!
Was dank der vielen Wolken gar nicht mal so einfach ist!
So 100%ig hab ichs wohl nicht hingekriegt, aber seht selbst:



Oben: 10:14 Uhr...Achtung: Mond von links oben!



Oben: Sikoyo und eine der begeisterten Zuschauerinnen :-D



Oben: Immer wieder haben sich Wolkenschleier oder sogar ganze Wolken davorgeschoben...war nicht wirklich einfach zu fokusieren!



Oben: Es ist 11:50 Uhr, die Sonnenfinsterniss ist bald komplett!



Oben: Die Vorhersage der Nasa für Makambako (+3h)



Oben: 11:54 Uhr: Und da ist er: Der Höhepunkt der ringförmigen Sonnenfinsterniss!
Nicht nur gemäss der eingestellten Zeit meiner Kamera sondern auch gemäss Voraussagen der Nasa für Makambako...


Es ist enttäuschend!
Es wird nicht dunkel, nicht mal ansatzweise!
Von der Sonnenfinsterniss bekommt man nur etwas mit wenn man weiss dass es eine Sonnenfinsterniss hat und wenn man mit geeigneter Brille oder Filter in die Sonne schaut, sonst markt man nichts davon!
Und dafür haben wir den Ruaha verlassen?
:-(
Gleich nach dem kurzen Höhepunkt von etwa einer Minute Länge tritt der Mond schon wieder aus der Sonne raus und wir packen unser Equipement zusammen!
Denn wir haben kaum genügend Zeit um noch während der Parköffnungszeiten im Ruaha anzukommen, es liegen rund 6 Stunden Fahrt vor uns!
Also ein 'Bye-Bye' in die Runde, ab ins Auto und um 12:10 Uhr heissts 'Hopp-dä-Bäsä' los in Richtung Ruaha!!!
Sikoyo fährt etwas rassiger als gestern und wir kommen gut voran, trotzdem dauerts natürlich ewig!
Auch wegen der Baustelle, aber vor allem wegen der neuen Geschwindigkeitsbeschränkungen!



Oben: Ganz neu in Tansania: Geschwindigkeitsbeschränkungen, die auch durchgesetzt werden!



Oben: Und Fussgängerstreifen... ...zumindest deren Beschilderung!



Oben: Sogar an die Aufhebung der Beschränkung wurde gedacht! Bravo!

Nachdem wir zugunsten der kürzeren Fahrzeit mit Sikoyo abgesprochen haben dass wir aufs Essen verzichten kauft er für sich schnell was Essbares ein und wir düsen weiter!
Um 15:40 Uhr sind wir in Iringa, wo wir dringend tanken müssen, da beide Tanks nun leer sind!
Während Sikoyo den hinteren Tank füllt macht Sven die Bekanntschaft der Fahrkünste einer afrikanischen Dame, die ihn beinahe zerquetscht beziehungsweise überfährt...an der Tankstelle in einer etwa 3,5 Meter breiten Stelle wo Sven ganz am Rand steht!
Grauslich, deren Fahr-'Künste'...
Erstaunlicherweise hab ich vorne an ihrem Auto keine Überreste anderer Fussgänger sehen können...
Also schnell weg hier, bevor sie wieder losfährt!
Noch kurz am Strassenrand Wasser einkaufen und weiter in Richtung Ruaha, damit wir nicht ausserhalb eine Lodge suchen müssen!



Oben: Kurz vor halb sechs sind wir schon wieder auf dem nicht geteerten Abschnitt der Strasse von Iringa zum Ruaha NP!
Es könnte klappen!




Oben: Um 17:56 Uhr erreichen wir das Gate! Also noch schnell die Formalitäten erledigen inklusive Liste ausfüllen durch
Sven und mich und dann gehts mit geöffnetem Dach in den Ruaha hinein!




Oben: Mit unserer Ankunft verabschiedet sich sich auch die wieder vom Mond befreite Sonne von diesem Tag, tschüss!

Kurz nach Sonnenuntergang sehe ich links den Baobab wieder, an dem bei meinem ersten Besuch im Herbst 2011 die Löwin mit
dem offenen Bruch der Vorderpfote lag...
...wohin ich in diesem Park auch schaue kommen schöne Erinnerungen!
Nach einigen Impalas, Giraffen und Kudus sehen wir auch wieder unsere Gästezimmer...denn Sikoyo hat per Telefon schon abgeklärt ob denn nun doch zwei Bandas frei wären und ein 'Nix da' kassiert.
Deshalb hat er uns vorgeschlagen dass wir auch die nächsten zwei Nächte in den Gästezimmern verbringen, womit wir nun
einverstanden sind.
Dort angekommen schmeissen wir wieder mal unser Gepäck ins Zimmer und fahren dann runter zu Prosper, der uns schon mit einem feinen Abendessen und einer riesigen Girl-Group aus Skandinavien (vermuten Sven und ich mal) erwartet!
Die haben also unsere Bandas bekommen, soso...
Nach einem kurzen nächtlichen Spaziergang zum Ruaha River wo die Rangerin, die heute Nacht Wache hält, sitzt und mit ihrem Handy spielt während die afrikanische Wildniss um sie herum ganz afrikanisch wild tut setz ich mich an den Tisch und Prosper verwöhnt uns mit Suppe, Eintopf mit Bananen, Beaf, Süsskartoffeln, Rüben usw, und als Dessert noch schön angerichtete und aufgeschnittene Melonen und Orangen.
Sehr lecker!
Die Girls und der einzige Kerl der Gruppe sind recht laut und nicht gerade zurückhaltend, aber das kann man bei etwa 20-30 Menschen von vieleicht 18 Jahren auch nicht erwarten.
Deshalb verlass ich den Essenskäfig schon bald und geh zur Rangerin ans Lagerfeuer, die kühle Luft geniessen...
...Stille hats leider keine...
Bald heist's für Sikoyo, Sven und mich wieder das Auto besteigen und zurück zu unseren Unterkünften fahren.
Sozusagen ein kleiner Night-Game-Drive!
;-)
Wir sehen auf der kurzen Strecke immerhin eine Hyäne und bei unseren Zimmern eine Herde aus Zebras und Impalas.
Da wir alle recht müde sind gehts schon bald rein und ab in die Heia, gute Nacht!


Gruss

Picco

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#47

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 02.12.2016 14:07
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Tag 14: Weshalb man neben Löwen nicht aussteigen sollte...und was passieren kann wenn's ein Idiot doch tut!



Oben: Unsere heutige Etappe

Uaaaaa!!!
"Streck!"
Hmmm...so schön ausgeschlafen fühlt sich die Welt doch gut an!
Ich schau auf's Handy und bemerke dass ich den Wecker...
...nicht überhört habe!
Denn das faule Ding ist noch nicht losgegangen!
So gegen 06:30 hör ich Sven auch schon rumgeistern und um etwa 06:55 geh ich raus, zufällig gleichzeitig mit Sven!
Draussen ist es noch stockdunkel, ich leuchte alle Ecken ab um sicherzugehen dass kein liebes Kätzchen oder Hyänchen mich oder Sven zum Frühstück einlädt und dann schauen wir uns mal den Himmel an, denn Sterne fotografieren wollen wir ja auch noch andere als nur unser Zentralgestirn!
Aber offenbar ist es bewölkt, denn man sieht nur vereinzelte Sterne....schaade!
Schon bald kommt auch Sikoyo und so düsen wir wieder mal über die Pisten humpelnd los zu Prospers Frühstückstisch!
Da angekommen lass ich es mir nicht nehmen zuerst an den Ruaha River zu gehen und nach Sonnenaufgang und Tieren Ausschau zu halten!
Und was seh ich da?
Ein Ranger wäscht sein Auto im Fluss!!!
Ich glaub ich lieg im Bett und hab Alpträume, deshalb schüttle ich mal den Kopf und vergewissere mich dass ich wach bin!
Und tatsächlich, ich bin wach und am Fluss steht noch immer ein weisser Doppelkabinen-PickUp und der wird von einem Uniformierten mit einem Eimer mit Flusswasser abgewaschen!!!
Unglaublich!
Genauso unglaublich ist das Frühstück, nämlich unglaublich reichhaltig und schmackhaft mit vielen Früchten!!!
Und auch heute wieder eine Glutenfreie Extrawurst für mich!
Danke Prosper!
Anschliessend satteln wir das Auto und gamen einen Drive!
Zuerst gibts mal die üblichen Verdächtigen...



Oben: Elis welche denken sie könnten sich hinter den Büschen verstecken...dabei unterschätzen sie wohl die eigene Körperfülle minimal...



Oben: Auch der Giraffe reicht der Busch nicht um sich zu verstecken...



Oben: Selbst ein ganzer Baum kann die beiden Gaukler (Terathopius ecaudatus) nicht vor unseren Adleraugen verstecken!



Oben: Offenbar stimmt der Name! So wie's ausschaut haben die Nimmersatt-störche den ganzen Baobab leergefressen!!! :-O



Oben: Ein Gelbschnabel-Madenhacker hat sich wohl einen Giraffenhals als Frühstück ausgesucht...



Oben: ...er schaut der Giraffe mit seinen rot unterlaufenen Augen grimmig in deren Blinkerlein und...



Oben: ...beginnt zu fressen!!! :-O



Oben: Die Qualen sind der Giraffe auch in der Körperhaltung anzusehen!!! :-O



Oben: So ein schönes Tier, verfrühstückt von einem kleinen, rotäugigen Vögelchen!!!
Spass beiseite: Der Vogel hat nicht die Giraffe gefressen und auch nicht umgekehrt sondern nur die Parasiten im Fell der Giraffe den Garaus gemacht! ;-)




Oben: Nach kurzer Fahrt finden wir neben einer Grossgiraffe auch eine der seltenen und nur hier vorkommenden Kleingiraffen!!!
...oder vieleicht doch nur eine Mutter mit ihrem Kind...


Gruss

Picco

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#48

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 03.12.2016 14:26
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge



Oben: Hmmm...südlicher Rotschnabeltoko? Sicher bin ich mir hier nicht...



Oben: Ganz hübsch rumposierend posiert eine Gabelracke rum und tut so als ob sie nur rumschauen würde...
...aber Du bist durchschaut, Du Poser!!!




Oben: Nein, kein weiterer Vogel, denn es hat auch Elefanten!
Wenn auch nicht annähernd so viele wie in den vorangegangenen Besuchen in diesem schönen Park...




Oben: Irgendwie wärs ein tröstender Gedanke wenn der hier am Niedergang der Elefantenpopulation des Ruaha NP's schuld tragen würde...
...aber das dürften eher Wilderer als wilde Krokodile sein...




Oben: Der Decken-Toko (Tockus deckeni), auch Von-der-Decken-Toko genannt, eignet sich entgegen seinem Namen nicht ansatzweise um sich mit ihm zuzudecken...nur schon weil er dazu viel zu klein ist!



Oben: Vielerorts ist der Ruaha-NP sehr trocken, aber wie man sieht finden die Impalas doch noch was zu fressen...



Oben: Schopfadler (Lophaetus occipitalis) mit besonders gut geglückter so typischer Frisur...



Oben: Uiuiui, die Augen sind aber noch nicht ganz geöffnet...wohl eine strenge Nacht gehabt?



Oben: Und wenn ich genau schau seh ich nicht nur diese müden Augen sondern eine komplette Herde!
Nein, keine Herde Augen, eine Herde Büffel natürlich!
Und sie ist riesig!!!




Oben: Schön hat sie sich die Hörner zurechtgekämmt!
Erinnert mich immer wieder an die Frisuren der modebewussten Damen der späten Stumfilmzeit!


Der Gamedrive geht weiter, unser Ziel ist es die grosse Büffelherde, die wir entdeckt haben, zu verfolgen!
Man würde meinen dass das nicht so schwer wäre, aber im Gegensatz zu den Büffeln dürfen wir nicht querfeldein durch die Pampa jagen...


Gruss

Picco

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#49

Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 04.12.2016 10:21
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Und so finden wir uns bald ohne Büffelherde unten am Fluss wieder!
Dafür finden wir die seltene Gattung der Roll-Zebras!!!



Oben: Da legst Di nider!



Oben: Und schon machen die Roll-Zebras was sie am Besten können: Rollen!



Oben: Und weils so schön ist auch noch mit dem Arsch uns zugewandt...



Oben: Wie man an diesem Rolzebra unschwer erkennen kann wurde es etwas gekratzt...ob vom Liebhaber oder von einem Löwen, wer
weiss das schon!
Auffallend ist aber der modische Kurzschwanz!
Im Ernst: Das Zebra hat wohl mit Müh und Not eine Löwenattacke überlebt bei der schon der Hintern aufgerissen wurde und trägt nun
die Folgen davon rum!




Oben: Eine junge afrikanische Höhlenweihe (Polyboroides typus, auch unter dem Namen Afrikanischer Schlangensperber bekannt)
beim Versuch an einem Baum zu landen...




Oben: Wo man hinschaut bewegt sich was...und ich bin bei solchen Aussichten immer wieder erstaunt dass die dünnen Äste sich
nicht mehr durchbiegen oder abbrechen!


Plötzlich ruft Sven 'Stop please' und 'Please drive back five meters'!
Sikoyo machts sofort und was sehen meine erstaunten Äuglein?
Einen jungen männlichen Löwen im Busch, kaum zu sehen!
Sikoyo fragt uns ob er versuchen soll von der anderen Seite den Busch zu fahren da er von da besser zu sehen sein sollte...
Na klar!
Und tatsächlich, er schafts udn wir sehen dadurch nicht nur den Löwen sondern auch den Kudu-Bock, die beide friedlich unter den Büschen liegen!
OK, der Kudubock sollte wieder mal duschen, er stinkt erbärmlich und schaut auch nicht mehr so quiklebendig aus...
Aber seht selbst...



Oben: Scheuh wie der Löwe halt so ist versucht er sich hinter den Blättern zu verstecken...aber wir haben ihn schon entdeckt!



Oben: Hier der stinkende Kudubock...ein Schwein, das gar kein echtes Schwein ist...und so gar nicht gesund ausschaut!



Oben: Aber beide liegen friedlich unter den Büschen, der Löwe hält aber wohl wegen dem Gestank etwas Abstand zum Kudu...

Auf der Piste auf der wir gekommen sind fahren zwei Safariautos vorbei und entdecken uns.
Natürlich kommen sie auch runter.
Das gefällt dem Löwen aber nicht so, zumindest beäugt er die beiden Autos aufmerksam, uns hingegen hat er völlig ignoriert.
Ein parteiisches Kerlchen!



Oben: Die neuen Autos werden augenblicklich beäugt und im Blick gehalten...



Oben: Wobei auch wir in seinem Auge sind: Spiegelselfie mit Löwenauge als Spiegelersatz... ;-)

Plötzlich zuckt der Löwe zusammen, richtet sich halb auf und schaut angespannt in Richtung des zweiten Autos...
Ich dreh mich kurz um damit ich sehe was ihn so beunruhigt und höre ein kurzes, lautes Brüllen vom Löwen, der keine 3 Meter neben
uns liegt!
Gleichzeitig sehe ich den Grund für die Erregung: Einer der Fahrer ist ausgestiegen!
:-O
Keine 10 Meter vom Löwen entfernt steigt der Idiot aus!!!
U N G L A U B L I C H ! ! !
Ich dreh meinen Kopf direkt nach dem Brüller wieder zum Löwen und sehe dass er losgerannt ist!!!
:-O


Gruss

Picco

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#50

RE: Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

in REISEBERICHTE 05.12.2016 15:22
von Picco • der mit dem Klo tanzt | 1.510 Beiträge

Und nein, wider Erwarten rennt er nicht zum Idioten sondern die Böschung rauf und weg!!!
Mir fällt beinahe der Unterkiefer aus dem Gesicht!!!
Was für ein komplett hirnbefreiter Volltrottel steigt in der Wildniss 8-9m neben einem Löwen, den er sogar beobachtet hat, aus???
Sofort fahren die beiden Autos wieder rauf auf die Piste und bleiben bei einem Busch stehen während wir noch immer dem nun wohl noch stinkigeren Kudu Gesellschaft leisten weil wir alle drei völlig baff sind ab so viel Dummheit!!!
Nachdem wir wieder unsere Unterkiefer eingerenkt haben fahren auch wir rauf und sehen den Löwen in einem dichten Busch, der von den beiden Autos regelrecht und mit andauerndem Manövrieren belagert wird!
Und der Löwe, den wir im dichten Busch kaum sehen, beäugt offenbar nur das Auto des ausgestiegenen Fahrers.
Und auch wir beäugen das Auto beziehungsweise den Fahrer und den daneben sitzenden Guide und unsere Mienen sind ziemlich finster!
Ich geb den beiden per Zeichensprache klar und deutlich zu verstehen dass sie in meinen Augen absolute Vollidioten sind!
Selbst den beiden Gästen im Auto ist es nicht mehr wohl...
...genauso wie dem Löwen, der sich nachdem das Idiotenauto einige Zeit nicht mehr bewegt hat wieder aus dem Busch getrau.
Und was passiert?
Ja, der Idiot startet den Motor, legt den Rückwärtsgang ein, fährt bis auf wenige Centimeter an den Löwen ran und hetzt ihn regelrecht hinter dem Auto über die Piste!
Zum Glück quer und nicht längs!
Wieder verwerfen wir die Hände.
Die Blicke von Fahrer und Guide zeigen deutlich dass sie überhaupt nicht realisieren weshalb wir denen diverse Gesten zeigen...
Und schon fahren sie weiter...
...zum Glück!!!
Das andere Auto ist zwischenzeitlich auch weg und der Löwe, der dauernd das Idiotenauto im Auge behielt, legt sich wieder ruhig hin.
Also beobachten wir weiter...



Oben: Wieder beruhigt liegt er nun wieder unter einem Busch oberhalb des Stink-Kudus...

Weiter gehts, die Suche nach den Büffeln haben wir aufgegeben...
Wir fahren wieder Flussabwärts und geniessen die zwar erstaunlich tierleere, aber trotzdem wunderschöne Landschaft mit den lichten Wäldern.



Oben: Auch ein Zwerg spinnt manchmal irgendwelche Gedanken...
...so wohl auch dieser Zwergspinnt, der Löcher in die Luft zu schauen scheint.




Oben: Weit entfernt sehen wir ägyptische Nilgänse (Alopochen aegyptiaca)...hier in Tansania!!! Wohl auch Touristen?



Oben: Im Fluss hats nicht nur Fische, Krokodile und Nilpferde sondern auch diverse Impalas!



Oben: Ein junger Schreiseeadler drückt mit seinem Gewicht einen Baum flach...odrr so...

Plötzlich sehen wir zwei Autos bei einem grossen Baum stehen...da muss was sein!
Also fahren wir auch hin und was sehen wir?
Einen Landrover dem eine der hinteren Türen fehlt und in dem ein Mann gut sichtbar döst...neben einer offensichtlich professionellen Filmkamera!
Das an und für sich würde mich nicht beunruhigen, trotzdem bin ich beunruhigt, denn direkt daneben liegt ein Löwenrudel!



Oben: Junges, vollgefressenes Löwchen...



Oben: Anderes junges vollgefressenes Löwchen mitsammt dazugehörender Mutter!



Oben: Einfach wunderschöne Augen...



Oben: Und eine Übersicht über das Rudel und das Film-Auto...und ja, hinten drin döst ein Mann am Boden!!!



Oben: Papa Löwe schaut immer wieder mal in den Landy rein, aber irgendwie entdeckt der das Fressi-Fressi nicht...


Gruss

Picco

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