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#26

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 14.03.2016 11:16
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Sonntag, 2. November 2014: Mkhaya Game Reserve – Tembe Elephant Park

Um halb sechs werden wir mit einem Tablett mit Kaffee, Tee und Biskuits geweckt. Eine halbe Stunde später sind wir für den Morning-Drive mit Africa bereit.

Er verläuft ungefähr ähnlich wieder Abenddrive gestern: Zuerst nicht viel, dann tauchen sie auf – vor allem die Rhinos. Das gestrige Baby wird sogar noch getoppt: Ein einwöchiges Baby lässt die Frauen schwärmen und die Herren fotografieren, was das Zeug hält! Und kurz vor der Rückkehr ins Camp sehen wir noch gleichzeitig zwei Breit- und ein Spitzmaulnashorn!




Dann gibt es ein ausgiebiges Frühstück und um neun Uhr fahren alle Gäste des Camps zur Rangerstation – also auch diejenigen, die erst gestern Nachmittag gekommen sind! Um vier Uhr Ankunft -> Gamedrive kombiniert wie wir am Morgen –> Nachtessen –> schlafen –> Morningdrive –> Good bye – für uns wäre das zu wenig gewesen. Das französische Paar, das mit uns angekommen ist und jetzt auch abreist, ist auch unserer Meinung: 24 Stunden für Mkhaya ist eine gute Lösung.

Von der Rangerstation bis zum Gate gibt es eine ziemliche Kolonne. Am Gate verabschieden wir uns von den beiden Guides, fahren noch mehr oder weniger im Konvoi zur Strasse hoch und dann verteilt sich die ganze Geschichte entsprechend den nächsten Reisezielen.



Für uns heisst die nächste Etappe Lavumisa = Grenzübergang zu Südafrika. Was wir dort antreffen sind zum einen ein paar der Leute aus Mkhaya (Schweizer, Holländer und Franzosen) und zum anderen einen auf beiden Seiten topmodernen Grenzübergang, der mit demjenigen von 2002 nicht mehr viel gemeinsam hat. Dass wir nach der Abfertigung auf Swazi-Seite noch einmal zurück müssen, weil der Customs-Stempel fehlt (drinnen hat davon niemand gesprochen) gehört zu Afrika. Auf der anderen Seite sind wir schlauer und holen ihn ohne vorher zu fragen.

Auf Südafrika-Seite übernimmt Ruth. Bevor wir rausdürfen, will der letzte Kontrolleur (derjenige, der den Zettel einsammelt) wissen, wo wir herkommen und wie das Geld in unserem Land aussieht. Als wir ihm helfen können, dürfen wir weiter; hätte Ruth ihm nicht den ominösen Zettel in die Hand gedrückt, hätte er auch den vergessen.

Südwärts bis ans untere Ende des Lake Jozini (Pongolapoort Nature Reserve) dann auf der anderen Seite den See entlang wieder hoch, über den Damm und dann mehr und mehr ostwärts steuert meine Frau gute zwei Stunden durch wunderschöne Landschaften, Städte und Dörfer mit Märkten und sonntäglich gekleidete Menschen unserem Ziel entgegen.




Kurz vor halb zwei biegen wir beim Gate zum Tembe Elephant Park ein. Der Pförtner nimmt unsere Angaben auf (Autonummer, Passnummer, Adresse, etc.) und bittet uns dann, auf den Fahrer aus dem Camp zu warten; kurz vor uns ist nämlich ein weiteres Paar eingetroffen, welche einen gewöhnlichen PW haben, der nicht selber nach hinten ins Camp fahren darf.

Der Guide ist dann auch nach rund fünf Minuten da. Zuerst werden die anderen Gäste versorgt: Auto parkieren, Gepäck umladen, aufsitzen. Dann fährt das Safari-Fahrzeug uns voraus die ca. 10 Minuten ins Camp, wo wir von mehreren in bunte Tücher gekleideten Frauen herzlich in Empfang genommen werden. Einige der Damen kümmern sich sofort um unser Gepäck: Ruth’s andenkenbeschwerte Tasche (gegen 30kg) wandert auf einem Kopf Richtung unser ca. 300m entferntes Luxuszelt.

An der Reception kriegen wir einen Drink, erledigen die Anmeldeformalitäten und buchen auf Anraten eines anwesenden Touristenpaares für morgen gleich eine 1½-stündige Hot Stone-Massage für ZAR 400 pro Person. Das besondere daran: Die Massage soll in unserem Zelt stattfinden!

Dann führt uns die Receptionistin zu unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, welches wir gebührend bewundern. Fotografieren muss ich aufschieben: Der Lunch wartet!

Die Mahlzeiten werden in einem grossen, offenen Pavillon im Zentrum der Anlage eingenommen. Wir kriegen einen Tisch zusammen mit einem jungen Paar aus Südengland, Luke und Allie, zugewiesen, welche kurz nach uns beim Eingangstor eingetroffen sind – sie auch jetzt noch in High Heels, welche im Laufe des Tages dann aber schnell verschwinden.

Der Lunch ist überschaubar aber lecker: Samosas mit Sweet&Sour-Sauce, Pastete, griechischer Salat und in Scheiben geschnittene Ananas. Dazu wird unaufgefordert ein Krug Wasser auf den Tisch gestellt resp. eingeschenkt. Und da das Ganze in Buffet-Form ist, kann man auch einen Nachschlag holen.

Nach dem Lunch fotografiere ich unser Zelt und dann ist schon bald Zeit für den Nachmittags-Gamedrive um drei. Die beiden Engländer und ein weiteres englisches Paar, schätzungsweise etwas älter als wir, sind die Passagiere; der Guide heisst Carlos und sagt, dass morgen früh dann noch ein weiteres Paar hinzustossen werde.



Carlos ist sehr engagiert, kann gut erklären und gibt auf alle Fragen ausführliche Antworten – also gar nicht so, wie die Guides im Namibia-Forum beschrieben werden. Auch sonst haben wir bisher über nichts zu klagen, im Gegenteil!

Zuerst sehen wir nur wenige Tiere; insbesondere die hier doch so zahlreichen Elefanten verstecken sich sehr gut. Als wir nach gut einer Stunde ziemlich weit im Osten aus dem Wald herauskommen und in einer savannenartigen Ebene landen, tauchen sie auf. Und nicht nur sie: Im Anblick von Elefanten, Rhinos und Büffeln nehmen wir den Sundowner. Nur die Sonne selbst lässt sich bitten: War es den ganzen bisherigen Tag schön bis sehr schon, versteckt sie sich seit Beginn des Gamedrives mehr und mehr hinter aufziehenden Wolken.


Der Bildtitel ist natürlich falsch: Das ist der Herr zur Dame oben!


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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zuletzt bearbeitet 14.03.2016 19:49 | nach oben springen

#27

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 14.03.2016 11:17
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Es dämmert schon kräftig, als wir den Sundowner zusammenräumen und den Rückweg antreten; Die vorgesehene Zeit (15:00h – 18:00h) werden wir wohl kräftig überschreiten. Als der Stundenzeiger merklich gegen die sieben rutscht und es dunkel wird, schaltet Carlos das Abblendlicht ein. Bei einem Haufen Elefantendung warnt er uns: Nicht reden = Mund geschlossen halten und aufpassen und er löscht auch das Licht, denn die herumschwirrenden Dungkäfer sind ziemlich gross…



Kurz vor 19:00h sind wir zurück; Duschen müssen wir verschieben, was aber nichts macht, denn unsere Tischnachbarn sind ja in der gleichen Lage. Wir holen uns zum Apero ein Glas Weisswein und setzen uns in zwei leere Sessel an der Lapa. Schon bald werden wir gebeten, am Tisch Platz zu nehmen, auf welchem schon so etwas wie Brot, geschnittene Ananasscheiben und der Wasserkrug stehen.

Dann taucht der Manager auf, stellt sich als Tom vor und erzählt – leider etwas weitschweifig – über den Aufbau und die Ziele dieser Anlage. Nach etlichen Wiederholungen kommt er aber doch zum Schluss und übergibt an die Köchin, welche das Menü bekannt gibt: Kudu-Steak, Chicken, Blumenkohl und Zucchetti, Safranreis und zum Dessert ein Bisquit mit Vanilleeis und Schokosauce. Dazu bestellen wir noch ein Glas Rotwein; sie haben hier einen eigenen Roten namens Tembe.

Das Essen ist sehr gut und vor allem das Gemüse schmeckt mir mehr als hervorragend. Nachtisch muss ich zweimal essen: Obwohl sie keinen Nachschlag geholt hat, mag Ruth nicht mehr.

Nach dem Essen verziehen wir uns in unser Zelt, schreiben noch etwas Tagebuch und schlafen schon bald ein.


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#28

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 14.03.2016 11:24
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Montag, 3. November 2014: Tembe Elephant Park

Gegen Morgen hat meine Frau plötzlich Durchfall und beginnt kurz darauf auch noch zu erbrechen. Als gegen fünf Uhr auch noch Regen einsetzt, beschliessen wir, auf den Morningdrive zu verzichten, und teilen das dem um 05:25h klopfenden Weckdienst auch mit. Ob die Dame uns gehört hat, ist unklar, denn Antwort gibt sie keine. Zumindest fahren um sechs Uhr alle Safarifahrzeuge weg und es wird ruhig.

Gegen sieben Uhr beruhigt sich Ruth’s Magen etwas, so dass sie noch ein wenig schlafen kann. Gegen neun gehen wir zum Frühstück, sind aber weit und breit die einzigen Gäste. Das erste Safarifahrzeug taucht erst kurz vor zehn Uhr auf.

Das Frühstück ist nicht sehr umfangreich und eher englische Art: Eier, Pilze, Tomaten, Speck, Würste, Toast. Ruth nimmt nur einen Tee. Zurück im Zelt sind unsere Betten gemacht – ein Punkt mehr für die Organisation!

Weil der Tee so gut getan hat, will Ruth gleich noch einen; also nehme ich den Wasserkocher in Betrieb. Dann duschen wir und warten auf das Massageteam, welches mit ca. 5 Minuten Verspätung in Form einer einzelnen jungen Dame auftaucht. Diese bittet uns, doch trotzdem ins Massagezentrum zu kommen. Würde sie bei uns arbeiten, müsste sie eins nach dem anderen drannehmen und sie hat nach unseren eineinhalb Stunden schon wieder Kundschaft. Da wir diese Reservation gestern Abend mitbekommen haben (Luke + Allie), sind wir nicht weiter erstaunt und folgen ihr.

Es folgt eine angenehme, eineinhalbstündige Ganzkörpermassage, sehr gekonnt, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau, das wir in Thailand hatten. Zwischendurch will Ruth’s Tee wieder hochkommen, aber sie kriegt ihn in den Griff und als sie nach der Massage eine halbe Banane isst, bleibt auch die dort, wo sie hingehört. Dann setzen wir uns vor unser Zelt in die mehr und mehr aufkommende Sonne, schreiben Tagebuch und lesen ein wenig bis zum Mittagessen.

Zum Mittagessen versucht Ruth ein paar Melonenschnitze; ich halte mich an den Rest (Fish & Chips). Danach isst sie noch einmal fast eine ganze Banane und behält alles bei sich; wir können also einigermassen zuversichtlich auf den Gamedrive.

Mit sechs Passagieren – das ältere englische Paar von gestern wurde durch ein jüngeres deutsches Paar mit Namen Katja und Martin abgelöst – fährt Carlos erst mal Richtung Hide, biegt aber vorher auf eine verbotene Strasse ab. Auf die entsprechende Nachfrage von Allie erklärt er später, dass den Guides die Benutzung dieser Wege nicht offiziell verboten sei.

Wir landen beim Wasserloch, auf welches man auch vom Hide aus sieht. Und dort stehen sechs Elefanten, darunter Siqalo, der nach dem Tod von Isilo 2010 mittlerweile grösste des Parks. Die jüngeren balgen sich ein wenig, bevor der ganze Trupp abzieht. Als sich einer der jüngeren an Siqalo heranwagt, wird die Rangordnung aber ziemlich schnell wiederhergestellt, bevor der ganze Trupp unter Hinterlassung diverser geknickter Bäumchen von dannen zieht.



Auf der Weiterfahrt betrachtet Carlos plötzlich eine Spur, die die Strasse kreuzt und erklärt dann, hier sei ein Löwe Richtung Wasserloch unterwegs. Er habe vermutlich gewartet, bis die Elefanten weg seien. Dann fahren wir so schnell wie möglich zum Hide und tatsächlich: Am Wasserloch wälzt sich eine Löwin genüsslich im Staub. Da sie ihren Durst schon gestillt hat, zieht sie recht schnell wieder von dannen, ohne der Impala-Truppe, welche etwas weiter oben weidet, überhaupt einen Blick geschenkt zu haben.



Carlos meint, es seien noch weitere Löwen zu erwarten, verliert aber nach rund einer halben Stunde doch die Geduld und drängt zum Aufbruch. Verschiedenartiges Gelände (Savanne, Steppe, Busch, Wald) löst sich ab, aber irgendwann verliert auch Carlos die Geduld und sagt so vor sich hin: „Wo sind denn die Giraffen und die Spitzmaulnashörner?“. Kaum gesagt, sehen wir einen Trupp von sieben Giraffen, welche im Einzelabrieb schön gemütlich an uns vorbeiziehen und mir wieder mal etwas Videomaterial bescheren. Dumm nur, dass Martin meint, auf’s Dach klettern zu müssen, was ein ziemliches Geschaukel verursacht. Und das Heruntersteigen danach natürlich auch.

Dann fahren wir bis zu einem Damm, wo aber auch nichts los ist. Hier findet ein etwas verkürzter Sundowner statt, zu welchem ich Carlos mein Taschenmesser leihe damit er die Flaschen nicht mit den Zähnen öffnen muss. Als er von einer Nagelfeile zu sprechen beginnt, zeige ich ihm mein kleines Messerchen mit Minischere, Pinzette, Zahnstocher und Nagelfeile, welches er sehr raffiniert findet. Martin fragt mich irgendwann, weshalb ich an den Einstellungen meiner Kamera so viel herumdrehe; das gehe doch alles automatisch. Als ich ihm den Zusammenhang zwischen Blende und Zeit und die Funktion der ISO-Einstellungen erkläre, merke ich schnell, dass er davon keine Ahnung hat und da ist mir auch klar, dass er wohl gar nichts von meiner Filmerei mitbekommen hat.



Eine halbe Stunde früher als gestern sind wir zurück im Camp. Als ich Carlos das zweite unserer mitgebrachten Geschenk-Messerchen in die Hand drücke, beginnt er über alle vier Backen zu strahlen. Verdient hat er es auf jeden Fall.

Vor dem Nachtessen bleibt nicht viel Zeit übrig; also lesen wir noch ein wenig und gehen dann wieder nach vorne. Am Tisch sitzen wir längere Zeit allein, bis der Manager plötzlich daherkommt und fragt, ob er sich zu uns setzen darf. Als auch noch Carlos auftaucht und sich dazusetzt, merken wir erst, dass a) die zweite Fahne auf unserem Tisch eine südafrikanische ist und b) Luke und Allie weiter drüben an einem Zweiertisch sitzen. Also nehmen wir die Einladung an und unterhalten uns etwas mit den beiden Einheimischen an unserem Tisch.



Nach dem Essen gehen wir ziemlich bald zurück in unser Zelt. Und noch bevor ich meine Füsse abgespült und die Zähne geputzt habe, schläft meine Frau den Schlaf der Gerechten.


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#29

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 16.03.2016 12:47
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Dienstag, 4. November 2014: Tembe Elephant Park – St. Lucia

Der Weckruf kommt wie gestern um 05:35h. Da es Ruth wieder gut geht, folgen wir ihm. Kleines Frühstück (Müesli, Fruchtsalat, Toast) und dann geht’s auf Frühpirsch. Wie schon gestern Nachmittag sehen wir am Anfang nicht allzuviel, stossen dann aber auf vier Rhinos. Ansonsten amüsieren wir uns über einen Mistkäfer, der sich mit seiner Kugel beinahe übernimmt.



Zwischendurch muss Carlos zum Buschmesser greifen und ein Hindernis aus dem Weg räumen. Ein paar Meter weiter fährt er dann ein paar Meter von der Piste weg, stellt einen Tisch auf – inkl. Tischtuch! – und serviert Kaffee oder Tee. Gibt mir die Gelegenheit, das Hindernis von vorhin noch etwas genauer zu fotografieren. Dann geht’s wieder zurück mit ein paar – hoffentlich - schönen Bildern von Impalas und Nyalas und zwei Warzenschweinen. Und von einer Affenhorde werden wir ebenfalls noch unterhalten.




In der Nähe des Hides biegen wir um eine Kurve und stehen vor einem riesigen Elefantenbullen, der des Weges kommt. Rückwärtsgang rein und dann fahren wir rund 10 Minuten rückwärts vor dem Elefanten denselben Weg zurück, den wir gekommen sind. Irgendwann hat Zimambeni (so heisst der Elefant) dann aber doch genug und schlägt sich seitwärts ins Gebüsch. Und wir haben hoffentlich Fotos und Videoaufnahmen für die Ewigkeit!





Später erfahren wir von Carlos, dass er nicht zwingend hätte ausweichen müssen. Aber nach Martins gestriger Kletterei auf’s Dach war er lieber etwas vorsichtig...


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zuletzt bearbeitet 16.03.2016 12:48 | nach oben springen

#30

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 16.03.2016 12:50
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Grosses Frühstück, dann zusammenpacken und auschecken. Weil Carlos gerade beim Auto steht und ich vorher kein Geld dabei hatte, kriegt er jetzt noch seinen Lohn und freut sich darüber. Dann fährt er mit Luke und Allie los – wohin, wissen wir nicht. Als wir aus dem Camp fahren, kommt er uns entgegen, weicht aus und winkt noch einmal zum Abschied.

Zuerst ostwärts und dann südwestwärts via Isimangaliso Wetland Park und Hluhluwe fahren wir in gut zwei Stunden nach St. Lucia. Was uns bremst sind einzig die vielen Bumps bei jeder Schule und jedem Hospital: Unter fünf Stück verschiedener Grösse geht es nicht ab! Und wenn zwei Schulen direkt aufeinander folgen, hat man schon einmal ein Dutzend Bumps zu überfahren!



Ca. um 14:00h sind wir in St. Lucia. Das im Reiseführer angegebene internationale Backpackers finden wir unter diesem Namen nicht. Später werden wir feststellen, dass es vermutlich um BiB’s Backpackers geht. Aber zu diesem Zeitpunkt haben wir schon für die nächsten zwei Nächte ein Häuschen im Stokkiesdraai, ebenfalls ein Backpackers mit Self Contained Units gefunden. Und auf Anraten der Damen bei der Reception buchen wir gleich noch eine Hippo + Croco-Tour auf dem See. Waltouren werden zwar noch durchgeführt, diejenige für heute und morgen ist aber des Windes wegen abgesagt.

Bei einem späteren Besuch des Office werden wir auch die Übersetzung von Stockiesdraai noch mitbekommen: Schule schwänzen!

Auspacken, Frühstück für morgen einkaufen und dann zum Bootsanlegesteg, denn die Bootsfahrt beginnt um 16:00h. Angesichts des Bootes voller Rentner zweifle ich zuerst, ob das was wird, aber dann fährt der Kapitän diverse Hippo-Gruppen an, eine grösser als die andere, und ich fülle meine Speicherkarte mit einer Unmenge von Bildern. Und zum Schluss kommen noch ein paar Sonnenuntergangsbilder hinzu.




Nach der Dusche gehen wir über die Strasse ins Ocean Basket, weil es im Namibia-Forum so gerühmt wird. Nun: Es ist eine Restaurantkette und das merkt man durchaus. Nicht schlecht, aber auch nicht so, dass ich morgen gleich wiederkommen müsste. Das mag allerdings auch daran liegen, dass ich zwar Fisch, nicht aber Seafood mag. Und die Fischauswahl ist nicht allzu gross.

Noch während wir essen zieht von Westen ein kräftiges Gewitter heran. Wir schaffen es gerade noch in unser Häuschen, bevor es richtig loslegt. Aber so schnell es da war, so schnell ist es weitergezogen. Trotzdem sind wir beide froh, dass wir jetzt nicht campieren!


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#31

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 17.03.2016 22:24
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Mittwoch, 5. November 2014: St. Lucia

Irgendwann nachts muss ich auf die Toilette und sehe eher zufällig den Mond am wolkenlosen Himmel. So bin ich nicht ganz überrascht, als ich am Morgen aus dem Fenster schaue: Völlig entgegen der gestrigen Wetterprognose lacht uns die Sonne aus einem stahlblauen, wolkenlosen Himmel entgegen.

Wir machen Frühstück und sind kurz nach acht an der Reception, um uns nach den Waltour-Aussichten für morgen zu erkundigen. Heute morgen hat Debbie Dienst, eine ältere, resolute Dame mit einem grauen Rossschwanz und einer beeindruckenden Bassstimme.

Sie erkundigt sich und bucht für morgen 06:00h (!) eine Waltour für uns. Wenn wir via Kreditkarte bezahlen wollen, müssen wir ins Büro von St. Lucia Safaris, andernfalls können wir bei ihr bezahlen. Wir entscheiden uns für ersteres und machen die Verlängerung unseres Aufenthaltes um eine zusätzliche Nacht mit ihr ab. Sie verspricht, die Unterlagen bis am Abend bereitzustellen: Wir sollen jetzt einfach los und den Tag geniessen.

Bei St. Lucia Safaris wollen sie dann doch einen Teil als Barzahlung und sind schliesslich mit ZAR 500 zufrieden; der Rest geht auf die Kreditkarte. Dann fahren wir Richtung Isimangaliso Wetland Park los, bezahlen die Eintrittsgebühr und rollen den ganzen Vormittag lang durch eine wunderschöne grüne Küsten- und Dünenlandschaft. Links von uns ist der Lake St. Lucia, rechts sieht man von diversen Aussichtspunkten aus das Meer. Tiere sehen wir nicht allzuviele, aber diejenigen, die wir vor die Linse bekommen, geben mit dieser Umgebung ein prächtiges Bild ab.






Beim letzen Loop – die Loops sind immer nur in einer Richtung befahrbar - kommt uns plötzlich ein ein Auto entgegen. Der Fahrer begrüsst uns beim kreuzen, ich achte aber nicht weiter darauf, grüsse zurück und fahre vorbei. Einen Kilometer weiter ist die Fahrt zu Ende: Ein umgestürzter Baum blockiert die Strasse, und zwar mitten im Wald, wo wenden unmöglich ist! Also fahre ich ein paar hundert Meter zurück, schalte dann den Allrad ein und wende bergauf im Unterholz. Dann fahren wir die Strecke zurück und warnen das ca. halbe Dutzend Autofahrer, die uns entgegenkommen.



Etwas nach Mittag sind wir im Cape Vidal Camp. Entgegen der Behauptung des Beamten am Eingangsgate, im Park gebe es keine Einkaufsmöglichkeiten, hat es hier einen Shop, in welchem man auch etwas zu essen kaufen kann. Wir kaufen einen Mars-Ersatz und eine Packung Biscuits, melden bei der Reception des Campings die blockierte Strasse, was dankend entgegengenommen und an die Ranger weitergemeldet wird. Dann legen wir uns an den weissen Sandstrand und geniessen die Sonne, die allerdings mehr und mehr hinter einer schwarzen Wolke verschwindet. Ruth macht einen Versuch im Meer, kommt aber schnell zurück: Es ist noch ziemlich kalt.



Als es gegen zwei Uhr plötzlich zu regnen beginnt, packen wir zusammen. Schon fünf Minuten später beim Auto hat sich die Regenwolke allerdings in nichts aufgelöst. Wir fahren trotzdem zurück, denn wir wollen ja noch einkaufen.

So gemütlich wie wir hergefahren sind, geht es auch zurück und immerhin sehen wir auf dieser Fahrt noch ein Rhino und zwei Hippos. Nach dem Einkauf richten wir uns vor unserem Häuschen gemütlich ein, nehmen ein Savannah und ein paar Knabbereien, lesen und schreiben Tagebuch. Ich reinige meine Objektive und die Kamera, weil ich heute plötzlich Flecken auf einigen Bildern entdeckt habe. Zumindest provisorisch sieht das Resultat gut aus; wir werden ja morgen bei Tageslicht sehen, ob das stimmt.



Gegen sechs Uhr geht Ruth unter die Dusche und setzt dann das Spaghettiwasser auf den Herd. Nachdem ich auch geduscht habe, verdrücken wir den Rest des angebrochenen Spaghettipacks – natürlich viel zu viel! Während des Essens klingelt plötzlich mein Handy und ich befürchte schon, dass die Tour morgen abgesagt wird. Es ist aber „nur“ Patrick Ioset, der etwas zum Volleyball wissen möchte und natürlich nicht daran gedacht hat, dass ich in den Ferien bin.

Nach dem Essen studieren wir an unseren Möglichkeiten für die letzten drei Tage herum. Ithala Game Reserve ist zu weit; Imfolozi würde gehen. Ruth liest sich noch durch die diversen Badeorte zwischen hier und Durban.

Gegen acht Uhr wollen wir noch über die Strasse einen Espresso trinken und kurz ins Internet gehen, aber das Café hat geschlossen. Fahren wir halt mit dem Auto die Strasse runter zu Rick’s. Fehlanzeige, auch geschlossen. Dann halt zurück, weiterlesen, Tagebuch fertigschreiben und schon bald ins Bett, denn morgen müssen wir früh aus den Federn.


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#32

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 20.03.2016 18:03
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Donnerstag, 6. November 2014: St. Lucia

Der Handywecker würde uns zuverlässig wecken, wenn wir nicht schon wach wären. Der Himmel ist bedeckt, aber es hat wenig Wind und es regnet nicht.

Die beiden Gesellschaften, die hier die Waltouren anbieten, haben direkt gegenüber dem Stockiesdraai noch ein kleines Büro und dort ist auch der Treffpunkt. Zwei Personen sitzen schon da; dem Eintrag in der Liste zufolge sind es Deutsche. Später tauchen noch fünf weitere Leute auf, darunter eine Bernerin.

Kurz nach sechs Uhr taucht ein Pick-Up mit einem langen, gedeckten Anhänger auf, in welchem vorne eine Anzahl Regenjacken hängen. Er bringt uns an den Strand hinunter, wo ein Traktor den Anhänger übernimmt und uns über die Dünen hinweg zum Boot schleppt. Dort kriegt jeder eine Regenjacke und eine Rettungsweste verpasst, dann steigen wir ins Boot.



Der Kapitän ist Holländer, wird Dutchman, Dutch oder Skip genannt. Der Rest der Besatzung besteht aus einem jungen Afrikaner. Dutch erklärt das Vorgehen: Mit einer langen Stange stösst der Traktor das Boot in die Brandung, wo die beiden Aussenborder übernehmen und uns über die Brandungswellen hinausbringen sollen. Gut festhalten ist also angesagt. Und dann erklärt er noch ein wichtiges Detail: „This is inside my boat, this outside. Inside, outside. So if you get sick: Please outside!“

Foto- und weitere Taschen werden in einem Fach unter der Sitzbank untergebracht und dürften nach Dutch’s Einschätzung auch dort bleiben, denn die See ist ziemlich rauh und es sieht nach Regen aus. Und die Kamera ruinieren will ja keiner.

Und dann geht’s los: Der Traktor stösst uns ins Wasser, die Aussenborder brüllen auf, ein paar kräftige Hüpfer und wir sind draussen. Allerdings geht die Hüpferei draussen weiter, denn die Wellen sind ziemlich hoch. Mit Höchstgeschwindigkeit brettern wir die Küste entlang zur „Nursery“, einem etwas ruhigeren, flacheren Stück, wo er eine Mutter mit Baby zu finden hofft. Nach gut zehn Minuten drosselt er das Tempo und zeigt voraus: Eine Gischtwolke zeigt an, dass dort ein Wal am blasen ist. Und dann folgen wir eine gute halbe Stunde dieser Buckelwalmutter mit Baby, welches rund alle sechs Minuten zum Atmen auftauchen muss. Die Mutter würde es locker eine halbe Stunde aushalten.

Fotografieren oder Filmen liegt nicht drin: Das Meer ist so unruhig, dass immer wieder eine Welle über Bord schwappt. Und von oben öffnet Petrus immer wieder die Schleusen, so dass meine Hose binnen kurzem klatschnass ist – aber sobald es zu regnen aufhört, ebenso schnell wieder trocken.

Sukzessive nähert sich die Walmutter mit ihrem Sprössling unserem Boot. Dutch erklärt: An sich wird das Boot als Walmännchen wahrgenommen, welches für das Junge eine Gefahr darstellt. Gleichzeitig klingt es nicht wie ein Walmännchen, also kann man sich vorsichtig nähern um dem Nachwuchs zu zeigen, dass das Ding da nicht gefährlich ist.

Kurz bevor wir umdrehen, wird mir doch endgültig übel, aber ich mache vorbildlich das, was der Chef vorher verlangt hat: outside! Dann geht es mir wieder gut. Zurück geht’s im gleichen Tempo wie vorher oder noch schneller, denn mit den Wellen schlägt das Boot viel weniger auf. Vor der Küste bremst Skip kurz ab, erklärt wie wir an Land kommen, donnert dann volle Pulle auf’s Ufer los, hebt die Aussenborder im letzten Moment aus dem Wasser und rauscht mit der verbleibenden Energie problemlos auf den Sand hinauf. Abrupter Stop und auf Wiedersehen!

Da schon die nächste Gruppe wartet, kann ich das Startprozedere von aussen filmen, habe die Kamera also nicht umsonst mitgenommen.



Zurück ins Dorf bringt uns der Traktor. Beim Office, wo wir gestern gebucht haben, hält er an und schickt uns noch einmal hinein: Die Kreditkartenbuchung muss offenbar noch erledigt werden. Da ich meinen Geldbeutel nicht dabei habe, vertrösten wir die Dame auf später.

Nach dem Frühstück fahren wir denn auch sofort noch einmal hoch, begleichen unsere Schulden und drehen dann um, die Hauptstrasse hinunter zum Ezemvelo KNZ Büro, wo wir versuchen, im Hluhluwe-Imfolozi für die restlichen drei Nächte eine Unterkunft zu finden. Keine Chance, alles fully booked. Also fahren wir erst mal hinunter zum Strand und wandern üb er den Boardwalk, sehen zwei Krokodile und den Traktor, der gerade die nächste Gruppe nach ihrer Rückkehr aufsammelt.




In unserem Häuschen studieren wir Unterkunftsmöglichkeiten in der Nähe des Parks und stossen auf das Hluhluwe Backpackers. Die im Reiseführer angegebene Telefonnummer ist aber ungültig. Also geht Ruth an die Reception und sucht Hilfe. Debbie erklärt ihr aber, dass sie keine solchen Anrufe machen darf und schickt sie ein Büro weiter. Und dort geschieht dasselbe mit nächster Station Post und Telefonkarte… woraufhin Ruth wieder ins Häuschen zurückkommt. Ich selber lege mich derweilen einen Moment hin, denn ich bin plötzlich stinkmüde. Kaum eingeschlafen, schrecke ich hoch und glaube im ersten Moment, es sein Morgen früh und ich hätte die Tour verschlafen!

Nächster Versuch: Im Café gegenüber gibt’s Free Wifi sowie einen wirklich grossartigen Cappuccino und ein leckeres Muffin. Die richtige Telefonnummer ist einigermassen schnell herausgefunden und Ruth reserviert ein Doppelzimmer mit kleiner Küche für die restlichen drei Nächte. Dann schaue ich noch schnell in meine Mails: 72 ungelesene Mails, aber die meisten sind Kommentare zu einem Tagebuch im Namibia-Forum.

Ruth hat vorgestern bei der Herfahrt ausserhalb von St. Lucia ein „Cultural Village“ gesehen und Debbie bestätigt das. Also fahren wir dorthin und lassen uns während einer guten Stunde in Gebräuche und Traditionen der Zulu einführen. Den Abschluss machen mehrere Tänze, wozu wir ebenfalls beitragen dürfen. Beine werfen kann ich auch, was mir den Respekt der Zulu-Tänzer einbringt!


Gewisse Kulturen haben etwas für sich...


Dann geht’s zurück und an den Pool, denn mittlerweile scheint tatsächlich die Sonne! Ruth kauft vorher noch schnell Frühstück für morgen ein.

Gegen Abend fahren wir zum Pub des St. Lucia Ski Boat Club und geniessen die Abendstimmung über dem Estuary bei einem Sundowner. Nachtessen auf der gegenüberliegenden Strassenseite im Braza, dem portugiesisch angehauchten Restaurant direkt neben dem Ocean Basket. Zwischen den beiden Häusern scheint ohnehin eine enge Zusammenarbeit zu bestehen, denn da wird frischfröhlich über Kreuz serviert. Mein Rind ist so medium, wie ich es gewünscht habe und zart und Ruth’s Fisch ist ebenfalls nicht übel. Nicht wirklich first class, aber gut, und die Bedienung lässt nichts zu wünschen übrig. Und der Fleischspiess am Haken, den sie servieren, sieht auch lecker aus.


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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zuletzt bearbeitet 20.03.2016 18:08 | nach oben springen

#33

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 21.03.2016 13:07
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Für diejenigen, die allen Widrigkeiten zum Trotz bis hierher ausgehalten haben, folgt heute die Auflösung des Titels!


Freitag, 7. November 2014: St. Lucia – Hluhluwe

Frühstücken, zusammenpacken, abrechnen. Noch während wir die letzten Dinge im Auto verstauenh, beginnen die Angestellten mit Besteck zählen!Allerdings verabschiedet sich Debbie ganz herzlich von uns (von Ruth sogar mit einer Umarmung), ohne das Resultat abzuwarten.

Zuerst Richtung Mtubatuba, dann nordwestwärts auf der R618 fahren wir direkt zum Nyalazi Gate und dort in den Hluhluwe Imfolozi Park; dies allerdings nicht, ohne für einen Elefanten zu bremsen, der die Strasse übequert. Bei der Reception melden wir uns an; trotz Wild Card muss ich aber den Bestätigungsbrief aus dem Auto holen, weil sie noch nicht am System angeschlossen sind und die Karte nicht lesen können! Als wir zum Auto zurückkommen und einsteigen wollen, werden wir von einer Angestellten ganz energisch unter das Dach gescheucht: Ein Elefantenbulle in der Must, der am Wasserloch unten stand, hat offenbar an etwas Anstoss genommen und ist mit flatternden Ohren in unserer Richtung unterwegs. Als sich plötzlich nichts mehr bewegt, schaut er noch einen Moment, und dreht dann ab.



Das Nyalazi Gate ist in der Mitte zwischen den beiden Parkteilen. Da wir für heute Abend ja in der Nähe des Memorial Gate reserviert haben, welches den nördlichen Ausgang aus dem Hluhluwe bildet, fahren wir zuerst südwärts in den Imfolozi-Teil. Die geteerte Strasse ist in einem miserablen Zustand; streckenweise sind die Schlaglöcher so zahlreich oder so breit oder zumeist beides, dass man nicht darum herum kommt. Erst hinter dem Mpila Camp, wo die Strasse in Schotter übergeht, wird das Fahren etwas angenehmer.

Über verschiedene Loops fahren wir den südlichen Teil einigermassen ab; teilweise durch Buschland, teilweise durch Steppe. Grössere Flächen sind abgebrannt; den Grund dafür habe ich schon vor den Ferien gegoogelt, aber nichts richtiges herausgefunden. Elefanten, Giraffen, viele Nashörner (!), diverse Vögel und mehr sind die Ausbeute.




Gegen 14:00 fahren wir zurück Richtung Gate und machen einen Abstecher zum Memorial Center. Habt der Park bisher keine Erinnerungen an 2002 wachgerufen, so ist es hier anders: an den runden Souvenir-Pavillon erinnern wir uns noch genau, der Rest ist uns ebenfalls fremd. Soviel zum menschlichen Erinnerungensvermögen! Um es vorwegzunehmen: Im Hlhuhluwe-Teil wird es uns genau gleich gehen!

Unter der R618 durch, welche die beiden Parkteile voneinander trennt, wechseln wir nordwärts in den Hluhluwe-Teil. Nach der ersten Kurve sieht Ruth in einem Stück Wiese einen Geparden, welcher mit den Resten seiner heutigen Hauptmahlzeit (Impala) beschäftigt ist. Der erste Gepard der diesjährigen Reise: man schlage KTP 2011 nach, wo wir an einem Tag gleich fünf Stück gesehen haben!



Die geteerte „Hauptstrasse“ ist auch hier teilweise in einem miserablen Zustand, was einige Autofahrer nicht daran hindert, in übersetztem Tempo durchzubolzen. Was die hier sehen wollen, ist mir schleierhaft.

Auch hier bekommen wir vornehmlich Rhinos zu sehen. Es ist unglaublich, aber es scheint das Jahr des Breitmaulnashorns zu sein! Natürlich sehen wir auch andere Tiere: Zebras, Giraffen, Impalas, Nyalas, aber die Menge an Rhinos überrascht doch auch hier.



Kurz vor fünf Uhr fahren wir beim Memorial Gate aus dem Park und finden nach einem ersten vergeblichen Versuch das Hluhluwe Backpackers. Was wir da aber zu sehen bekommen, ist nicht wirklich erste Sahne: Ein zwar einigermassen sauberes, aber heruntergekommenes Gebäude in „freier Wildbahn“ ohne irgendwelche Sicherheitsmassnahmen. Das Zimmer ist klein und spartanisch eingerichtet, Dusche und Küche sind in separaten Räumen. Und wir wären die einzigen Gäste. Dankend verzichten wir und fahren weiter Richtung Hluhluwe (das Dorf, nicht der Park).

Eingangs Hluhluwe stossen wir auf das in Ruth’s Reiseführer erwähnte Protea Hotel, welches einen sehr gepflegten Eindruck macht. Hat der Torwächter noch zuversichtlich gemeint, wir werden auf jeden Fall etwas kriegen, klingt es an der Reception anders: Fully booked! Sie hat aber eine Lösung: Im Fever Tree Guest House ganz in der Nähe seinen eventuell noch Zimmer frei. Und sie ruft auch gleich dort an, kriegt eine Zusage und erklärt uns den Weg. Unsere Frage, ob wir am Buffet teilnehmen können (denn eingekauft haben wir ja nichts), wird zustimmend beantwortet.

Nach einigem Herumsuchen finden wir das Haus dort, wo es sein sollte – man muss halt auf der richtigen Strassenseite suchen! – und klingeln am Gittertor. Zuerst tut sich nichts, dann kommt eine Dame ungefähr in unserem Alter und öffnet uns. Drinnen werden wir von zwei kleinen Hunden begrüsst: HUMPHREY BOGART und COCO CHANEL! Die Dame, die geöffnet hat, stellt sich als Tracey vor und zeigt uns das Zimmer: Hier bleiben wir!


Links Humphrey Bogart, rechts Coco Chanel!

Auf unsere Frage nach dem Nachtessen rät uns Tracey ab: Das Buffet im Protea sei die ZAR 190 nicht wert. Wir können aber für ZAR 120 bei ihr an den Tisch sitzen; es gibt einen Dreigänger. Dann stellt sie uns auch noch Alec, ihren Mann sowie zwei anwesende Freunde, Justin und Sharon vor.

Während wir unter der Dusche stehen, sorgt Alec für Biernachschub und dann werden wir ohne weiter Umstände an den runden Tisch im Garten zum Sundowner komplimentiert. Und von da an gehören wir zur Familie.

Übrigens: Als wir von unserem Abenteuer mit dem Hluhluwe Backpackers erzählen, lachen Tracey und Alec. Vor ein paar Jahren sei das tatsächlich eine gute Adresse gewesen, aber inzwischen sei es völlig heruntergekommen. Vor ein paar Jahren wollten sie es dem Besitzer abkaufen, aber er gab es nicht her. Und inzwischen haben sie das Fever Tree gekauft und zu einer guten Adresse gemacht.

Eigentlich wäre das Nachtessen für ca. 19:30h geplant, aber plötzlich erhält Tracey einen Anruf vom Flugplatz in Richards Bay. Zwei Schwedinnen, welche für eine eine Stage bei einem Aids-Präventionsprojekt hergekommen sind und hier ein Zimmer haben werden, stecken dort fest: Der Abholdienst, den sie organisiert haben, ist nicht gekommen. Also setzen sich Alec und Justin in Alec’s Auto und holen die beiden ab: Eine Stunde hin, eine zurück.

Gegen halb zehn sind sie dann tatsächlich mit den beiden jungen Damen da; wir haben uns die Zeit mit Bier und Gesprächen vertrieben. Sharon ist OP-Schwester; für Gesprächsstoff zwischen den beiden Frauen ist also gesorgt. Und Justin führt einen Farm, auf welcher 32 geistig behinderte Personen betreut werden.

Während des Nachtessens gehen die Gespräche weiter: Auch Tracey und Alec wissen vieles zu erzählen. Tracey war unter Anderem Wahlkampfmanagerin der südafrikanischen Politikerin Helen Suzman.

Noch vor dem Nachtessen hat uns Tracey übrigens gefragt, ob sie uns ein Frühstück zum einpacken vorbereiten soll. Nehmen wir natürlich gerne an!

Und nach dem Essen sind alle müde, denn Tracey steht in der Regel um fünf Uhr auf!


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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#34

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 21.03.2016 13:17
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Samstag, 8. November 2014: Hluhluwe

Nach einer gut durchschlafenen Nacht kriegen wir morgens um halb sieben einen Tee und auch das Picknick-Frühstück ist bereit. Tracey und Alec wollen mit Justin und Sharon in die Mkuze Private Game Reserve. Und wir machen uns westwärts auf Richtung Hluhluwe. Dort klappern wir alle verfügbaren Loops ab und sehen und erleben schon so Einiges: Einen jungen Kampfadler (hoffentlich liege ich richtig), den ich sehr schön im Flug erwische, jede Menge weitere Rhinos, darunter drei, welche auf der Strasse lustwandeln, einen Verkehrsstau wegen eines einzelnen Elefanten...




Beim ersten Picknickplatz vernichten wir das grosszügige Frühstück: Müesli mit Joghurt, dick belegte Sandwiches und drei Muffins. Und den Tee dazu machen wir uns natürlich selber, denn wir haben ja immer noch unseren Camper.

Nach dem Frühstück fahren wir westwärts weiter, immer den Loops nach, denn die sind nicht asphaltiert = keine Schlaglöcher. Die Ausbeute: Büffel, zwei Hammerköpfe an einer Furt, ein prächtiger Wiedehopf. Später fahren wir an zwei Giraffen heran, welche ganz danach aussehen, als möchten sie dasselbe tun, wie die Löwen vor ein paar Tagen. Aber offenbar mögen sie Voyeure nicht so gern...



Irgendwann am Nachmittag im iMfolozi dann DAS HIGHLIGHT der diesjährigen Ferien: Ein neugeborenes Impala-Baby liegt im Busch und macht soeben seine ersten Aufsteh- und Gehversuche, kräftig unterstützt von der Mama! Die ersten Versuche enden mit einem Sturz auf die Nase oder sogar einem Überschlag. Dann klappt’s irgendwann: Es steht mit zitternden, weit gespreizten Beinen da und fällt beim ersten versuchten Schritt – pardon – gleich wieder auf die Schnauze. Irgendwann bleibt es dann tatsächlich stehen, torkelt je länger je sicherer der Mama nach in den sicheren Busch und verschwindet.



Meine Frau verdrückt vor Ergriffenheit ein paar Tränen; ich komme nicht dazu, weil ich ca. eine Viertelstunde lang pausenlos filme. Danach habe ich einen Krampf in beiden Armen, aber der ist es mir mehr als wert!

Später auf dem Sontulu Loop sehen wir noch drei Löwinnen, von welchen eine ihre verletzte Pfote leckt. Und dann viele Giraffen, Nyalas und Elefanten. Und als wir auf der Rückfahrt zusammenzählen, was wir so an Rhinos gesehen haben, kommen wir auf gegen 40 Stück. Gut, einige davon mögen wir mehrfach gesehen haben, aber trotzdem... Der einzige, der sich immer noch vor uns versteckt, ist der Leopard.




Als wir am Abend im Fever Tree das Impala-Video herumzeigen, sind alle begeistert; so etwas zu erleben, ist schon einmalig.

Dass wir eine weitere Nacht hier bleiben, ist schon abgemacht. Nach den Dingen, die uns von Mkuze erzählt werden, wollen wir morgen auch dorthin. Und am Montag fahren wir dann direkt vom Fever Tree aus nach Durban zum Flughafen; die Zeit reicht längstens aus.


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#35

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 23.03.2016 11:34
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Sonntag, 9. November 2014: Hluhluwe

Wie üblich wird das Wetter gegen Ende der Ferien besser: Die Sonne scheint. Beim Frühstück schlagen uns Tracey und Alec aber etwas anderes vor: Am Vormittag eine Rundfahrt im westlichen Teil des Isimangaliso (Western Shores) und ab 14:00h mit ihnen allen einen Spaziergang in False Bay.



Also brechen wir nach einem ausgezeichneten Frühstück auf; Alec, Tracey und ihre zwei Gäste fahren in den Hluhluwe, wir südwärts auf der N2 bis zur Ausfahrt Charter’s Creek. Dann geht’s durch ausufernde Nutzbaumplantagen (zumeist Eukalyptus) Richtung Lake St. Lucia. Noch mitten in diesen Nutzwaldplantagen steht das Gate in den Park, welches von vier jungen Leuten betreut wird, die alle irgend einen Job haben: Die übliche Liste ausfüllen, die Wild Card kontrollieren, den Schlagbaum öffnen und last but not least: kontrollieren, ob die anderen ihren Job richtig machen! Aber ich will nicht spotten: So haben immerhin vier Personen ein Einkommen, mit welchem sie zudem ihre Familien unterstützen!

In einem grossen Bogen fahren wir durch den Westteil des Parks, den von Tracey empfohlenen Punkten nach: zuerst zum eMgadankawu Hide, wo wir einen Trupp Zebras, ein Gnu und drei Giraffen zu sehen bekommen, dann zur Kwelezimtombi Pan mit einem Boardwalk. Die Vögel, die es dort zu sehen gibt, hören wir allerdings nur, aber die Aussicht auf den Lake St. Lucia ist wunderschön.



Durch eine wunderschöne Graslandschaft geht es weiter zur Kwelamadoda Pan, einem See voller Wasserlilien und einem Paradies für Vogelkundler: Denjenigen, der schon dort steht, als wir ankommen, werden wir bei der Rückfahrt mehr als eine Stunde später immer noch dort antreffen.



Unterwegs sehen wir Wasserböcke, eine Gnuherde, die ein Wettrennen veranstaltet, Riedböcke und diverse Vögel – aber keinen Leoparden, obwohl es davon auch hier haben soll.

Von dort, wo der Loop westwärts abbiegt, wären es nur noch wenige Kilometer bis zum Dukuduku-Gate, an welchem wir vor ein paar Tagen auf unserem Weg nach St. Lucia vorbeigefahren sind. Aber wir wollen ja den Loop fertig fahren, biegen also ab und machen unseren nächsten Stopp am Kweyezalukazi Lookout. Der ist allerdings so ungeschickt angelegt, dass man durch die halbhohen Büsche kaum etwas sieht.

Ansonsten scheint der ganze Park ziemlich neu gemacht worden zu sein; alles ist in einem extrem guten Zustand. Und verfahren kann man sich kaum; der grösste Teil der Strassen darf nur in einer Richtung befahren werden.

Nordwärts zurück landen wir wieder bei der Kwelamadoda Pan, wo wir von weitem noch ein (letztes?) Nashorn sehen. Dann geht’s den Weg, den wir hergekommen sind, zurück ins Fever Tree Guesthouse.



Tracey, Alec und ihre Gäste sind noch nicht da; sie kommen mit rund einer halben Stunde Verspätung, weil sie viele Elefanten gesehen haben. Angesichts der Temperaturen will nur Alec noch auf den Spaziergang; den anderen dreien ist es zu heiss und die Schwedinnen sind in Sodwana Bay am Strand. Umso glücklicher ist er, dass wir ihn begleiten wollen.

Mit dem Auto fahren wir hinunter an die False Bay und sind dann gut zwei Stunden unterwegs, zuerst am Ufer entlang, dann durch den Wald zurück zum Campingplatz. Alec weiss interessante Dinge über die Pflanzen, Tiere (lebende und tote) am Weg zu erzählen, so dass uns die Zeit nicht lange wird. Gegen Ende des Spazierganges wird es langsam dunkel: ein Gewitter zieht auf. Und in dieser Dämmerung kriegen wir auch, zunehmend näher, den einen oder anderen Duiker zu sehen.




Zum Schluss macht Alec mit uns noch einen Gamedrive nord- und südwärts das Ufer entlang: er muss doch seinen Offroader wieder mal etwas ausfahren! Eine knappe halbe Stunde, bevor das Gate geschlossen wird, fahren wir aus dem Park und durch Regen, Blitz und Donner zurück ins Fever Tree.

Dort packen wir unsere Sachen soweit zusammen und sortieren aus, was wir nicht mehr brauchen: Wäscheklammern, Streichhölzer, das Verlängerungskabel, etc. Ich bringe alles in die Küche und frage bei der Gelegenheit Alec, ob er wisse, was ein Schweizer Taschenmesser sei und ob er schon eines habe. Ersteres bejaht er aber besitzen tut er keines. Als ich ihn frage, ob er gerne meines hätte, strahlt er über alle vier Backen und Tracey freut sich mit ihm.

Zum Glück habe ich ihm das Messer jetzt gegeben: Eine halbe Stunde später ist er mit Sharon und Justin unterwegs nach Durban, ohne dass sie sich von uns verabschiedet haben. Tracey ist darüber nicht erstaunt: Grosse Abschiede seinen nicht so sein Ding. Sie ist etwas beunruhigt, dass er heute noch fährt, aber Sharon muss morgen früh zur Arbeit und morgens um drei Uhr losfahren wäre auch nicht unbedingt ideal.

Beim Nachtessen sitzen wir diesmal mit vier südafrikanischen Vogelbeobachtern zusammen am Tisch; Tracey bekocht und bedient uns, will sich aber nicht dazu setzen. Mit Gesprächen über Vögel und Wein vergeht unser letzter Abend in Südafrika viel zu schnell.


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#36

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 23.03.2016 11:46
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Montag, 10. November 2014: Hluhluwe - Durban

Ein weiteres tolles Frühstück mit Müesli und Omeletten erwartet uns. Tracey gibt uns noch den Tipp „Piccadeli“ in Ballito, um einen Luch zu nehmen. Zudem können wir in Ballito auch tanken; danach werden wir bis zum Flugplatz keine Tankstelle mehr finden.

Unseren Bushcamper haben wir schon vor dem Frühstück ausgeräumt und das Gepäck ungefähr gleichmässig auf beide Taschen verteilt. So können wir nach Frühstück und Zähneputzen Abschied nehmen; Tracey lädt uns noch einmal ein, doch einmal Weihnachten bei Ihnen zu verbringen.

Die Fahrt Richtung Durban die N2 entlang ist ziemlich langweilig; irgendwann fahre ich auf den Pannenstreifen und lasse Ruth ans Steuer. In Ballito fährt sie ab und durch diverse Baustellen hindurch ins Dorf, aber hinten gleich wieder hinaus: Kein Piccadeli. Wenden, zurück und zur ersten Mall, welche sich aber als die falsche entpuppt. Ganz umsonst sind wir aber doch nicht hier gelandet: Bei Yesterdays Biltong kriegen wir so aussergewöhnliche Geschmacksvarianten wie Speck-Biltong und Chicken Piri zu versuchen und kaufen dann auch eine Auswahl an Game-Biltong, welcher sogar für uns vakuumiert wird. Und dass sich das Piccadeli in der benachbarten Mall befinde, erfahren wir hier auch.

Im Piccadeli gibt es für Ruth den von Tracey empfohlenen Salat und für mich eine Auswahl Trockenfleisch mit drei Saucen dazu: Ein Basilikum-Pesto, eine Oliven-Tapenade und ein Kokos-Irgendwas. Schmeckt nicht übel!



Bei der Tankstelle gehen gerade mal 13 Liter in den Tank, dann stellt der Zapfhahn ab und die Tankanzeige steht ganz oben. Stimmen kann das nicht; wir sind seit der letzten Tankfüllung einiges mehr gefahren. Vermutlich steht das Auto so, dass das Benzin nicht sauber in den Zusatztank hinüberläuft. Fairerweise sagen wir es dann auch bei der Abgabe, aber nachbelastet wurde uns bis anhin nichts (Stand März 2016).

Am Flughafen wartet derselbe Bushlore-Mitarbeiter auf uns, der uns auch schon in JoBurg abgeholt und uns den Wagen erklärt hat. Die Übernahme verläuft problemlos. Er wird heute noch die gut 600km resp. fast 7h nach JoBurg zurückfahren. Insofern ist er uns für die übriggebliebenen Mineralwasserflaschen sehr dankbar.

Das Gepäck können wir gleich bis Zürich aufgeben, müssen uns dann also in JoBurg nicht mehr darum kümmern. Die Zeit bis zum Abflug bringen wir mit Lesen und Tagebuchschreiben durch. In Johannesburg begeben wir uns auf eine ausgedehnte Shopping-Tour und erstehen unter anderem einen Nachfolger für meine in die Jahre gekommene Weste, die ich 2002 ebenfalls hier gekauft habe und eine Hose mit abnehmbaren Beinen. Und noch mehr Biltong, Cashew-Nüsse und getrocknete Mangos.

In einem Shop, in welchem wir drei Bücher mit Tierbaby-Fotos für die diversen Kiddies in Verwandt- und Bekanntschaft erwerben, läuft gute Musik; auf meine Frage, wer da singt, kriege ich zur Antwort: „Winnie Mashaba“ und auch gleich den Tipp, wo ich sie finde – nämlich im CD-Laden, in welchem ich vorher erfolglos nach der Vocal-Gruppe gefragt habe, welche im Film „Invictus“ den Song „Shosholoza“ singt. Nein, nicht Ladysmith Black Mambazo; von denen habe ich schon etwa drei CD’s. Ich finde den Namen später zuhause via Youtube: Overtone!

Was wir trotz angestrengter Suche nicht finden, ist die Marula-Ingwer-Marmelade, die wir irgendwann am Anfang unserer Reise gekauft, aber natürlich längst vertilgt haben. Schade, das wäre ein gutes Mitbringsel gewesen. Mit unserem um eine grosse Plastictasche ergänzten Handgepäck entern wir das Flugzeug. Die Sitze haben wir diesmal eine Reihe weiter hinten, also nichts mit Beinfreiheit. Trotzdem schlafe ich für meine Verhältnisse recht gut.

In Zürich ist es neblig und gerade mal 6°C. Das Gepäck lässt etwas auf sich warten, so dass wir den Zug prompt verpassen, auf welchen wir in Bern nahtlos weitergekommen wären. Auf der Toilette wechsle ich zu meiner etwas wärmeren Mammut-Hose und den Pullover ziehe ich auch an. Dann fahren wir durch den Nebel Richtung Bern, kaufen dort im Bahnhof-Coop das Nötigste für ein spätes Frühstück ein und sind um halb zehn zuhause, wo unsere Nachbarn uns eine blühende Lilie auf den Tisch gestellt haben – vielleicht als Ersatz für die Orchidee, die ihre Blüten in der Zwischenzeit verloren hat.

Zum Frühstück versuchen wir den Honeybush-Tee, den uns Tracey empfohlen hat. Ruth schmeckt er, ich kann nicht allzuviel damit anfangen.


Ende? nein, noch nicht ganz...


Wann eine Reise definitiv zu Ende ist, lässt sich nie genau sagen. Zumindest zwei Ereignisse sind für mich auf jeden Fall noch mit diesen Ferien untrennbar verbunden.

Das erste passiert mir am gleichen Abend: Mein Volleyballteam hat heute ein Spiel und auch wenn ich üblicherweise nur Ersatzspieler bin, fahre ich doch nach Laupen, denn sie sind nur zu siebt. Beim Einspielen verdrehe ichmir das Knie; nicht weiter tragisch im ersten Moment. Am anderen Morgen schmerzt es allerdings stark. Vorläufige Diagnose: Meniskus gequetscht, abwarten, bis sich das angestaute Wasser verabschiedet hat und dann werden wir sehen, ob ich diesen Winter noch zum Skilaufen komme. Für’s erste bin ich mit Gehstöcken unterwegs.

Das zweite hätte nicht sein müssen: In meiner unglaublichen Dämlichkeit VERSCHIEBE (!) ich alle Bilder und Videos von meinem Netbook auf eine externe Festplatte – welche sich danach verabschiedet!! Ich habe zwar im Geschäft einige Cracks um mich; hier sind aber auch sie aufgeschmissen. Via Internet finde ich eine Firma namens „Data Recovery“; währen ich hier mein Tagebuch zu Ende schreibe, sind Mitarbeiter dieser Firma daran, meine Ferienerinnerungen zu retten – für rund EUR 1000.-!

Nachtrag vom März 2016: Die Firma Data Recovery hat mich nichts gekostet – weil sie nichts mehr retten konnten. Selber konnte ich aber mit Hilfe eines Programmes namens RECUVA auf den Speicherkarten und auf der Festplatte des Netbooks geschätzt über 90% der Bilder und Videos wieder herstellen. Die Bilder allerdings nicht im RAW- sondern nur im JPG-Format, aber angesichts des ursprünglich erwarteten Desasters...

Und auch die Geschichte mit dem Bein hat eine Fortsetzung: Eine Woche später fange ich mir am anderen Bein eine Thrombose ein - wohl noch Nachwirkungen vom Flug... Skilaufen im März 2015 war aber dennoch kein Problem


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zuletzt bearbeitet 23.03.2016 11:47 | nach oben springen

#37

RE: Humphrey Bogart meets Coco Chanel

in REISEBERICHTE 27.03.2016 15:11
von Matze und Manu • Rock-Dassie | 14 Beiträge

Tolle Bilder, sehr informativer und aufwändiger Beitrag. Uns gibt das so richtig einen Ruck, den Süden Afrikas zu bereisen. Euch vielen Dank dafür!!!
Gruß Matze und Manu.


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