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#1

Warum Afrikas Präsidenten sehr oft im Amt sterben

in INTERNET MEDIENWELT 03.09.2012 06:58
von Crazy Zebra • Admin | 2.556 Beiträge

Hallo zusammen,

offen gestanden - mein erster Gedanke wiederspiegelte nicht ganz die Darstellung im Bericht

Gruss Kurt


Warum Afrikas Präsidenten sehr oft im Amt sterben


Afrika - eine Liebesgeschichte - Drama & Lovestory - das volle Programm

zuletzt bearbeitet 03.09.2012 07:09 | nach oben springen

#2

RE: Warum Afrikas Präsidenten sehr oft im Amt sterben

in INTERNET MEDIENWELT 03.09.2012 19:59
von Volkerseitz (gelöscht)
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Afrikas Präsidenten-und ihre Cliquen- können nicht von der Macht lassen.Viele haben die Verfassungen so ändern lassen, dass sie Präsidenten auf Lebenszeit sind.Afrikas Staatsversagen und die politische Verantwortungsschäche ist hausgemacht und seine Dauerpräsidenten -bei seltenen Ausnahmen- sind nicht willens oder in der Lage sie anzugehen.: Korruption und Willkür der machtbewussten Führungspersönlichkeiten und der Beamtenschaft. Armut großer Teile der Bevölkerung, zerfallende Infrastruktur-die oft noch aus der Kolonialzeit stammt- technische Rückständigkeit.Die Präsidenten -seit vielen Jahren an der Macht- haben keine Verantwortung für den Zustand des Landes, Minister können nichts für die Missstände in ihren Ministerien-und so weiter. Aber ein Ministerleben in Afrika ist ohne sündhaft teure Geländewagen nicht mehr denkbar. Außerdem sind sie Mehrfach-Mercedesbesitzer. Das feine Gespür für das Opportune ist die Geschäftsgrundlage zu Macht, Pfründen und Privilegien. Das Bekenntnis zu einer politischen Richtung ist für sie Mittel zum Zweck. Diese Länder kranken an einem ineffektiver mit grassierender Korruption und einer unfähigen Verwaltung. Es darf uns nicht gleichgültig sein, dass die korrupten alten Männer-die bestimmt nicht für Vertrauen, Transparenz und Gewaltenteilung stehen, weiterhin ihre Länder ruinieren. Despoten wie Robert Mugabe oder Omal al Bashir haben von der Afrikanischen Union nicht mehr als milde Ermahnungen zu befürchten. Die reichen Afrikaner investieren ihr Geld nicht in Afrika, sondern bringen es im Ausland in Sicherheit. Die mehrheitlich jungen Afrikanerinnen und Afrikaner haben genug von Erklärungen und deren inhaltsscheue Gewundenheit und machen sich deshalb auf den Weg zu uns, da sie an der Fähigkeit der Führungseliten zweifeln, sich um ihre Probleme zu kümmern. Afrikaner sehen in allem , was offiziell proklamiert wird, schon von vornherein dessen Relativierung eingebaut. Zwischen der Staatsspitze und dem Volk steht eine ausgedehnte Hierarchie, die sich bei ihrem Bestreben, das Beste für sich herauszuholen , gegenseitig stützt und deckt. Deshalb gehören Massenarbeitslosigkeit und Auswanderung zum Alltag. Für die Regierungen ist die Flucht kein Alarmzeichen, sondern willkommen, da die Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit nach Europa exportiert werden können. Die Eliten müssen sich zur Verantwortung für die Entwicklung der ihnen anvertrauten Länder durchringen. Alle noch so gut gemeinten Entwicklungsanstrengungen der zahlreichen Geber werden heute von Ausplünderungsmentalität des korrupten Teils der politischen und administrativen Oberschicht überlagert und zunichte gemacht. Gute Regierungsführung, das ist ein zentraler Begriff moderner Entwicklungshilfe. Es geht darum, dass Politiker nach klaren politischen und ethischen Standards arbeiten; sauber, transparent, ohne Günstlingswirtschaft und Korruption. Noch können diese Machthaber-die keine wirkliche Demokratie wollen- damit rechnen, dass wir über ein hochdefizitäres Gedächtnis verfügen. Zu Reformen sagen sie regelmäßig ja, ohne sie anwenden zu wollen. Aber die langjährige Duldung der autoritären Regimes in Afrika und das Verschütten von Geld in Fässer ohne Boden wird Europas Regierungen einholen.. Auch zu Menschenrechtsverletzungen im Rest des Kontinents verhalten sich die Länder der EU erstaunlich zurückhaltend.
Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert" www.Bonner-Aufruf.eu


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#3

RE: Warum Afrikas Präsidenten sehr oft im Amt sterben

in INTERNET MEDIENWELT 04.09.2012 07:55
von eggitom • Admin | 1.049 Beiträge

Was Volker Seitz da anspricht, ist teilweise ja auch in Südamerika und Asien feststellbar. Und nicht zu vergessen, auch in Europa - auch wenn es nur noch einige mehr oder weniger mächtige Königs- resp. Fürstenhäuser betrifft, wie z.B. England oder Liechtenstein. Männer, die an der Macht kleben, gibt es auch hierzulande, auch wenn sie durch etwas zuverlässigere Verfassungen eingeschränkt sind. Oder ist es bei Berlusconi etwas anderes?

Was mich interessieren würde: Hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht, den Hintergründen für dieses Verhalten nachzugehen? Könnte unsere seit jeher verfehlte Entwicklungspolitik zumindest mitschuldig sein?

Gruss
Thomas


Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht(Fritz Grünbaum)

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#4

RE: Warum Afrikas Präsidenten sehr oft im Amt sterben

in INTERNET MEDIENWELT 04.09.2012 08:26
von Volkerseitz (gelöscht)
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Es gibt keine mir bekannte wissenschaftliche Untersuchung über die Hintergründe des Verhaltens. Erwiesen ist, dass es in den letzten 50-60 Jahren keinerlei erkennbaren Zusammenhang zwischen der Höhe der Entwicklungshilfe, die in ein Land geflossen ist, und der ökonomischen Entwicklung in diesem Land gibt. Was sehr wichtig ist, dass wir diese väterliche Haltung aufgeben und Afrika eine eigene Entwicklung zugestehen.Oft haben die (zumeist bedingungslos gewährten) Transfers überfällige Reformen verhindert, Abhängigkeiten zementiert und korrupten Machthabern gedient. Das Resultat ist niederschmetternd: Kein einziges der 49 Länder in Schwarzafrika dürfte bis 2015 die Milleniumsziele zur Armutsbekämpfung erfüllen.Viele afrikanische Eliten haben viel zu sehr das Gefühl, dass sie vom Schicksal regiert werden. Das Leben selbst in die Hand zu nehmen tritt dadurch in den Hintergrund. Bei Problemen wird nicht sofort nach einer Lösung gesucht, sondern man sieht sich lieber als Opfer. Andere(Ruanda, Botswana, Ghana; Mauritius) haben das Bewusstsein von der Gestaltbarkeit der Verhältnisse sowie der Wertschätzung des Individuums mit seinen Menschen und Freiheitsrechten. Dort gibt es keine zweifelhaften Führungsriegen, die das Land zugrunde richten und kaum überbordende Korruption und ethnische Konflikte.während die Politiker wie z.B. in Kenia, Kongo gezielt schüren, um ihre eigenen Interessen zu befördern. Wer weiß, dass er handeln kann und strahlt dies auch aus. Statt Duldungsstarre will er etwas erreichen. Ein gut gemeinter Ratschlag von Entwicklungshelfern ist eben auch nur ein Schlag. Afrikaner brauchen keine Hilfe um eine gemeinwohlorientierte Lebensform unter Einschluss sozialer Rechte und Teilhabe zu finden.
Wir sollten mehr optimistische Gelassenheit zeigen und darauf vertrauen, dass die Afrikaner ihren eigenen Weg finden, um die Art des Parlamentarismus, die Art des Regierungsaufbaus zu bestimmen. Westliche Demokratien müssen nicht das einzig mögliche politische Modell in Afrika sein. Aber die führenden Politiker sollten -wie Thomas Sankara oder heute Paul Kagame und vielleicht die neue Führung im Senegal- eine Vorstellung von der Zukunft ihres Landes haben und davon, wie sie Wachstum und Jobs schaffen. Wenn ein gutes Wirtschaftsklima, transparente Gesetzgebung und Zuverlässigkeit vorhanden sind, werden die Landeskinder stolz auf die Fortschritte schauen. Was dann zählt, ist die Leistung, die Initiative, der Elan, die Kreativität, mit der sich jeder Einzelne in die Interessen des Gemeinwesens einbringen kann.


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